Impressionen 

Tauchen

Definition


Tauchen ist die Tätigkeit des Menschen, sich im Meer, einem See, einem Fluss oder einer anderen Wassermasse zu militärischen, wissenschaftlichen, kommerziellen oder entspannenden Zwecken unterhalb der Wasseroberfläche zu bewegen.

Was es einzigartig macht

Die Unterwasserwelt zu entdecken, bedeutet, sich in einer Umgebung zu bewegen, an die wir nicht von Natur aus angepasst sind. Deswegen sollten wir immer die Naturgesetze respektieren, die diese Umgebung regieren.

Beitrag zur Wissenschaft

Im Laufe der Geschichte hat das Tauchen Beiträge zur Wissenschaft, Geologie, Archäologie, Geschichte und zur Forschung im Allgemeinen geleistet. Außerdem ist es zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. Forschung, Fotografie und Videografie sprechen von der Erhaltung und dem Schutz der Flora und Fauna der Unterwasserwelt sowie von Aspekten, die ihnen nützen können.

Vorteile des Tauchens

• Tauchen ist eine Sportart, die alle Hauptmuskelgruppen des Körpers trainiert.

• Tauchen erhöht die Lungenkapazität und verbessert dadurch die Atmung, es trainiert die psychomotorischen Fähigkeiten etc.

• Es verbessert die Wechselwirkung des Menschen mit der Wasserwelt und trägt so zur Entspannung und Friedlichkeit des Individuums bei.

Voraussetzungen, um das Tauchen zu erlernen

Um zu tauchen, ist es wichtig, zu bedenken, wie wichtig geistige Stärke und Kontrolle über den Körper ist, um ein zufrieden stellendes Maß an Entspannung zu erreichen.

Es ist auch wichtig, sich regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen, speziell:  

- Herz

- Lunge

- Ohren und

- das Atmungssystem im Allgemeinen.

Diese Art der Tätigkeit erfordert einen guten körperlichen Zustand, der dem Taucher erlaubt:
- angemessen zu schwimmen
- einem Tauchpartner im Notfall zu helfen und
- sich einer unvorhergesehenen Situation schnell anzupassen.

Tauchen

Als Tauchen wird im allgemeinen das Eindringen eines Körpers in eine Flüssigkeit bezeichnet. Häufig ist damit das Tauchen von Menschen unter Wasser gemeint. Im Gegensatz zum Schwimmen und Schnorcheln ist beim Tauchen der gesamte Körper unter der Wasseroberfläche. Dadurch verlässt der Mensch seine vertraute Umgebung.

Sporttauchen

Das Sporttauchen oder auch Hobby-Tauchen hat sich in viele verschiedene Unterbereiche aufgeteilt. Die Unterschiede lassen sich dabei einerseits an der Art und dem Umfang der verwendeten Ausrüstung und andererseits an dem beim Tauchen verfolgten Ziel festmachen.

Apnoetauchen

Apnoetauchen ist Tauchen mit angehaltenem Atem ohne Atemluftversorgung. In der Regel verzichtet der Taucher bis auf Maske, Flossen und Anzug auch auf Ausrüstung.

Gerätetauchen

Tauchen

Beim Gerätetauchen verwendet der Taucher eine spezielle Tauchausrüstung, um mit Umgebungsschwierigkeiten zurecht zu kommen. Diese variiert je nach der angestrebten Aufenthaltsdauer, dem dabei verfolgten Zweck und den Umweltbedingungen. Die Luftversorgung erfolgt dabei über ein Drucklufttauchgerät oder Rebreather. Zusätzlich trägt der Gerätetaucher die ABC-Ausrüstung, Taucheranzug, Tarierjacket und Bleigewichte.

Technisches Tauchen

Beim technischen Tauchen (Tec-Diving) verwendet der Taucher Ausrüstungen oder Ausrüstungsteile, die über das beim normalen Sporttauchen übliche Niveau hinausgehen, zum Beispiel Rebreather, Vollgesichtsmasken, redundante Systeme, Backplate mit Harness etc. Die Grenze zum normalen Gerätetauchen sind fließend. Jedoch können technische Taucher ihre Ziele weiter stecken als durchschnittliche Sporttaucher. Beim Freizeittauchen wird in der Regel Pressluft (gereinigte, komprimierte „Oberflächenluft“) verwendet und zumeist nicht, wie manche meinen, reiner Sauerstoff.

In vielen Bereichen des Tec-Diving geht das Tauchprofil über das des normalen Sporttauchens hinaus. Dabei taucht der ausgebildete Tec-Diver in größere Tiefen hinab, als es dem Durchschnittstaucher möglich ist. Dazu verwendet er unter anderem andere Atemgasgemische. In der Regel werden von Tec-Divern bei einem einzigen tiefen Tauchgang mehrere Atemgase verwendet, da diese bei verschiedenen Tiefen verschiedene Vor-und Nachteile mit sich bringen. Das hat zur Folge, das manche Taucher mit bis zu sieben Flaschen gleichzeitig unter Wasser gehen.

Technisches Tauchen erfordert aus zahlreichen Gründen, eine spezielle Ausbildung sowie spezielle Ausrüstung.

Ziele des Sporttauchens

Im Gegensatz zum Berufstaucher begibt sich der Sporttaucher unter Wasser, um die Welt der Meere, Seen und Flüsse zu betrachten und zu erkunden. Ein Erlebnis eigener Art ist ferner die Schwerelosigkeit unter Wasser. Schließlich bringt das Buddy-System es mit sich, dass Sporttauchen nicht als Wettkampf- sondern als Partnersport betrieben wird. Gleichwohl stellen unterschiedliche Bedingungen besondere Anforderungen an Mensch und Technik, denen mit besonderen Kenntnissen und Ausrüstungen zu begegnen ist.

Formen des Sporttauchens:

Als Eistauchen bezeichnet man das Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke. Besondere Gefahren liegen hier vor allem in den Auswirkungen der niedrigen Wassertemperatur auf Taucher und Gerät sowie in der fast völligen Unmöglichkeit, die Einstiegsöffnung ohne Führungsleine wiederzufinden.

Historisches Tauchen

In letzter Zeit beginnt auch unter Sporttauchern das Interesse an alter Tauchtechnik zu wachsen. Insbesondere Helmtauchgeräte, wie sie zwischen 1900 und 1950 den Stand der Technik darstellten, aber zusehends aus der Berufstaucherei verschwinden, finden hier neue Beachtung. Im Vordergrund steht hier das Erlebnis des Umgangs mit alter Technik, vergleichbar mit der Liebhaberei alter Autos.

Höhlentauchen

Viele Höhlen sind ganz oder teilweise mit Wasser gefüllt. Es bildet einen besonderen Reiz, diese Höhlen tauchend zu erkunden. Damit verbunden sind jedoch Gefahren eigener Art, insbesondere, Enge, Dunkelheit und die Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Da der Höhlentaucher in der Regel keine Möglichkeit hat, in Gefahrensituationen kurzfristig aufzutauchen, muss er über ein besonders hohes Maß an Selbstkontrolle verfügen und auch in technischer Hinsicht vorsorgen. Hierzu dient vor allem ein erheblich größerer Luftvorrat und die Verwendung einer Führungsleine.

Orientierungstauchen

Beim Orientierungstauchen geht es um schnelles und genaues Tauchen. Diese Wettkampfsportart vereint Elemente des Orientierungslaufes und des Flossenschwimmens.

Unterwasserfotografie/Unterwasservideografie

Mit speziellen Kameras oder Gehäusen ist es möglich, unter Wasser Foto- und Videoaufnahmen zu machen. Dieses findet nicht nur im professionellen Bereich Anwendung, sondern auch im Tauchsport.

 

Wracktauchen

Schiffswracks stellen besondere Anziehungspunkte für Taucher dar, einerseits aus Interesse am versunkenen Schiff selbst, außerdem wegen der oft bemerkenswerten Tier- und Pflanzenwelt. Das Wracktauchen hat jedoch ebenfalls eigene Gefahren, namentlich besondere Strömungsverhältnisse, hängengebliebene Fischernetze, hervorstehende scharfe Kanten und, sofern man in das Wrack eindringt, die Gefahr des Hängen- oder Steckenbleibens sowie der Orientierungsverlust.

Umwelt- bzw. Denkmalschutz

Die in den 1950er Jahren beginnende Verbreitung des Tauchsports zog zunächst erhebliche Umweltprobleme nach sich. Insbesondere der Umstand, dass Tauchgeräte bedenkenlos, dafür aber mit großem Erfolg bei der Unterwasserjagd und der Bergung von Altertümern eingesetzt wurden, führte zu erheblichen Schäden in der küstennahen Tier- und Pflanzenwelt sowie zur unwiederbringlichen Zerstörung von archäologischen Fundstätten. Daher haben in den Folgejahren einerseits die staatlichen Behörden mehr oder weniger strenge Schutzvorschriften erlassen oder sogar bestimmte Bereiche für das Tauchen gänzlich gesperrt. Andererseits liegt die Erhaltung einer intakten Umwelt und Fundstätten auch im Interesse der Taucher, da ihre Betrachtung einen besonderen Reiz bei dieser Sportart ausmacht. Entsprechend entwickelten die Tauchorganisationen Verhaltenskodizes und spezielle Kurse, die zu umwelt- und denkmalgerechtem Tauchen befähigen sollen. Dies verhindert zum einen, dass Sporttauchern Gesetzesverstöße unterlaufen, die mit teilweise drastischen Strafen belegt sind. Zum anderen machen sie das Tauchen zu einer Sportart, welche umweltverträglich ist und es ermöglicht, ungeahnte Einblicke in die Unterwasserwelt oder in die Kulturgeschichte zu erhalten.
Umsichtige Sporttaucher können für die Entdeckung archäologischer Fundstätten zuweilen sogar ausgesprochen wertvoll sein, sofern sie nichts verändern und die zuständigen
Denkmalschutzbehörden benachrichtigen. Auch beteiligen sich Tauchsportvereine vielfach, wenn es gilt, Gewässer von hineingeworfenen Abfällen zu reinigen.

Zum Schutz von Wracks und Unterwasserruinen wurde 2001 die UNESCO Konvention zum Schutz des Unterwasserkulturerbes geschaffen. Sie regelt die Erhaltung archäologischer Fundstätten vor Ort, das Bedürfnis einer Erlaubnis zum Eingriff in Wracks und die Bergung von Gegenständen und das Verbot ihrer kommerziellen Ausbeutung. Deutschland ist derzeit noch nicht Mitglied der Konvention, da - unbegründete- Bedenken gegen die Regelungen gewisser Hoheitsrechte auf See bestehen.

Tauchen mit Handicap

Auch Menschen mit Behinderung haben mittlerweile vielseitige Möglichkeiten am Sporttauchen teilzuhaben. Das Behindertentauchen ist vor allem in therapeutischem Sinne für körperlich behinderte Menschen gedacht. In letzter Zeit entwickeln sich zunehmend auch Angebote für geistig behinderte Menschen und pädagogische Ansätze für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Gerade in diesen Bereichen findet eine konsequente wissenschaftliche Auseinandersetzung statt, die sich nicht mehr nur mit der Sportart an sich auseinandersetzt, sondern auch psychologische, pädagogische und sogar psychiatrische Fragen angeht. Emotionspsychologische und erlebnispädagogische Untersuchungen zeigen mittlerweile erstaunliche Erfolge und erlauben Rückschlüsse für Menschen mit psychischer bzw. seelischer Behinderung oder einer Lernbehinderung. Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung kommt es zu einem bemerkenswerten ehrenamtlichen Engagement in diesem Bereich des Tauchsports. Einen wesentlichen Beitrag dazu haben die interessanten Erkenntnisse aus der Tauchpsychologie geleistet.

Berufstauchen

Das Ausführen gewerblicher Arbeiten unter Wasser ist die Aufgabe der Berufstaucher. Das Tätigkeitsspektrum ist sehr vielfältig, beispielsweise

·         Bauarbeiten, insbesondere Errichtung, Instandhaltung und Abbruch von Wasserbauwerken sowie Bauarbeiten an Land im Grundwasserbereich

·         Überprüfungsarbeiten an Wasserbauwerken, Schiffen, Wasserstraßen, Wracks, Brunnen, Klärwerken etc.

·         Bergungsarbeiten

·         Rettungsarbeiten

·         Aufgaben bei Polizei und Landesverteidigung

Entsprechend breit gestreut ist das Spektrum der Stellen, die Taucher vorhalten oder beauftragen:

Rettungstaucher

Rettungskräfte wie Feuerwehr (Feuerwehrtaucher), DLRG, Wasserwacht und Katastrophenschutz (Rettungstauchen)

Öffentlicher Dienst

bei Zoll, Polizei und Bundeswasserstraßenverwaltung

Bundeswehr

bei der Bundeswehr sowohl beim Heer als auch bei der Marine zum Beispiel als Minentaucher, Kampfschwimmer und Pioniertaucher

Forschung

bei wissenschaftlichen Instituten und ozeanografischen Forschungseinrichtungen als Forschungstaucher/Unterwasserarchäologe

Industrie

als Industrietaucher im Tiefbau, Anlagenbau oder als Offshore-Taucher (zum Beispiel in der Ölindustrie)

Gewerbe

gewerbliche Taucher- und Bergungsbetriebe

Den Berufstauchern zuzurechnen sind auch die Tauchlehrer, die sich mit der Ausbildung von Sporttauchern befassen. Schließlich verdienen auch die ortskundigen Führer („Guides“) an Tauchbasen ihren Lebensunterhalt damit, tauchende Touristen zu den Sehenswürdigkeiten unter Wasser zu führen.

Gefahren und ihre Abwehr

Spezifische Gefahren des Tauchens

Statistisch gesehen ist Tauchen sicherer als Schwimmen und sicherer als viele Sportarten außerhalb des Wassers. Jede Sportart hat jedoch ihre speziellen Gefahren und potenzielle Risiken, daher ist es notwendig, Tauchkurse zu besuchen.

Beispiele solcher Risiken sind:

·         mögliche technische Probleme wie das Vereisen von Ventilen,

·         unkontrollierter Luftverlust durch Beschädigung des Luftversorgungssystems,

·         Barotraumen durch mangelhaften Druckausgleich bis hin zur

·         Dekompressionserkrankung beim zu schnellem Auftauchen (Dekompression).

Für Sport- und Berufstaucher gelten besondere Verhaltensregeln und klar definierte Sicherheitsstandards, die unbedingt eingehalten werden müssen. Diese ergeben sich aus der Tauchtheorie und Tauchphysik. Wie beim Autofahren ist es wichtig, diese Regeln zu beachten und den gesunden Menschenverstand zu nutzen.

Mit den körperlichen Problemen und Gefahren beim Tauchen befasst sich die Tauchmedizin.

Sicherheits- und Verhaltensregeln

Um Tauchunfälle und Taucherkrankheiten zu vermeiden, sind verschiedene Sicherheits- und Verhaltensregeln einzuhalten. Sie gelten für alle Taucher, ob zivil, militärisch oder im Rettungsdienst. Hier die wichtigsten 14:

·         Tauche nie allein und melde Dich ab und an (informiere andere über Deinen Tauchgang)

·         Verwende bei schwierigen Bedingungen eine Sicherung (Sicherungsleine, Buddyleine)

·         Erhöhe die Sicherheit durch Redundanz der Geräte (Reserveautomat, Oktopus etc.)

·         Gewinne durch regelmäßiges Training Sicherheit im Umgang mit Deiner Ausrüstung, überprüfe diese regelmäßig.

·         Tauche stets auf der konservativen Seite und gehe niemals an Deine Grenzen oder die Grenzen Deiner Ausrüstung.

·         Informiere Dich über die lokale Rettungskette und Rettungsmittel (Druckkammer, Taucherarzt) sowie Wetter, Tauchrevier und Besonderheiten

·         Plane Deinen Tauchgang, halte Dich an die Planung und greife die (Luft-)Reserve nur im Notfall an.

·         Tauche nicht, wenn Du dich krank oder unwohl fühlst oder bestimmte Medikamente einnimmst.

·         Rauche niemals unmittelbar vor einem Tauchgang.

·         Fliege nicht innerhalb von 24 Stunden nach einem Tauchgang, bei Deko-Tauchgängen nicht innerhalb von 36 Stunden, bei Deko-Unfällen nur nach Freigabe eines Taucherarztes.

·         Trinke mindestens 24 Stunden vor dem Tauchen keinen Alkohol, nimm niemals Drogen.

·         Entgifte Deinen Körper vor dem Tauchen, trinke viel, stelle ein isotonisches Gleichgewicht her.

·         verzichte vor dem Tauchen auf schwer verdauliche und blähende Nahrungsmittel.

·         Lass Dich regelmäßig von einem Taucherarzt durchchecken.

Geschichte des Tauchens

Die Geschichte des Tauchens beginnt nachweislich bereits ca. 4500 v. Chr. Der Abenteuerer Alexander der Große soll in seinen jungen Jahren Tauchversuche im Mittelmeer gemacht haben. Aristoteles und Plinius der Ältere erwähnen ebenfalls Taucher. Ende des 18. Jahrhunderts wurde begonnen mit sperrigen Helmen zu tauchen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts demonstrierte der Tauchpionier Yves Le Prieur wie helmloses Tauchen möglich ist.

Die Geburtsstunde des heute praktizierten Sporttauchens begann in den 50er/60er Jahren. Zu dieser Zeit ging der Tauchsport immer mehr vom Freitauchen (Luftanhalten bzw. Apnoe) zum Gerätetauchen über und die ersten Tauchorganisationen wurden gegründet.

Tauchorganisationen

Tauchorganisationen sind Vereine (Clubs oder Verbände) für Sport- und Berufstaucher.

Die meisten Organisationen bieten Tauchausbildungen für Anfänger und Weiterbildungen für Fortgeschrittene und Trainer (Instruktoren) an. Die Ausbildung wird durch ein Brevet nachgewiesen.

Viele Organisationen sind nationale Tauchverbände. Oft betreiben Sie ein Netz von Tauchbasen auf der ganzen Welt und bieten zudem noch Tauchreisen an. Viele Tauchorganisationen sind in der Regel kommerziell ausgerichtet.


Geschichte

Einleitung

Von Anfang an ist der Mensch neugierig gewesen, zu entdecken, was in den Tiefen des Meeres verborgen ist. Viele und mannigfaltige Erfindungen sind während der Jahrhunderte verwendet worden, um zu versuchen, das Meer zu erforschen - aber erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Sport populär geworden.


Vorgeschichtliche und alte Zeiten

Es gibt Hinweise, dass in vorgeschichtlichen Zeiten Unterwassertauchen in die Praxis umgesetzt wurde, um die großen Muschel-Ablagerungen zu erreichen (viele davon sind weit unter der Oberfläche des Meeres) die in der Ostsee und an der Küste Portugals gefunden worden sind. Das beweist, dass der Mensch, obwohl er bereit war, auf Ebbe zu warten um sie zu sammeln, gezwungen wurde, zu den Plätzen zu tauchen, wo sie begraben wurden. Auch die polynesischen Stämme engagierten sich seit vorgeschichtlicher Zeit im Tauchen. Diese Stämme benutzten eine primitive aber praktische Art der Unterwasserschutzbrille, gemacht aus einem Holzrahmen, der ein transparentes Blatt des Schildkröten-Panzers hielt.


Unter den Völkern der alten Zeiten werden die ersten Nachrichten von Tauchpraxis 168 vor Christus datiert, als Taucher gewohnt waren, den Schatz von dem Palast wieder zu erlangen, den Perseus, der letzte König von Mazedonien (Griechenland), in das Meer geworfen hat. In den "Problemen" von Aristoteles werden zwei Arten von Tauchgeräten erwähnt. Eines davon ist das "lebeta", ein Vorgänger der Tauchglocke, bestehend aus einem großen metallischen Raum, der umgekehrt ins Wasser gestellt wird, und der eine Abgabe der Luft in einer Kapazität erlaubt, im Inneren eingesperrt zu werden. Ein oder mehrere Taucher platzieren sich im Inneren und verlassen die Glocke für kurze Zeiträume, um zu tauchen. Die andere Vorrichtung, die erwähnt wird, besteht aus einem Atmungsschlauch, der dem heutzutage gebräuchlichen Schnorchel sehr ähnlich ist.


Mittelalter und Renaissance


Obwohl das Mittelalter wenig mit dem Meer zu tun hatte, gibt es in diesem Zeitalter ein wenig Seetätigkeit, so dass wir den außerordentlichen Taucher Nicholas (bekannt als "der Fisch") finden, dessen Unterwassertapferkeit von Friedrich Schiller in seiner Ballade "Der Taucher" und auch als ein Charakter namens "Peje Nicolao" in "Quixote" von Cervantes, unsterblich gemacht wurde.

In der Renaissance entwarf das vielseitige Genie Leonardo da Vinci mehrere Tauchvorrichtungen. Die erste bestand aus einer einfachen Röhre, ähnlich dem gegenwärtigen Schnorchel. Die andere Tauchvorrichtung war ein Sturzhelm mit Schutzbrille und einem Atmungsschlauch in einer Art der Haube mit Spitzen, die als eine natürliche Verteidigungseinheit gegen mögliche Fleischfresser diente. Ein anderer Typ bestand aus einem großen Luftkanister, der über der Brust des Tauchers platziert wurde und mit einer Maske verbunden war, die einen Teil des Gesichtes bedeckte. Das vollkommenste Design besteht aus einem kompletten Tauchanzug, durch andere Autoren klassifiziert als "Ausrüstung, die alle Lebensnotwendigkeiten und spezielle Anforderungen abdeckt, die ein Mensch unter Wasser haben konnte".


Moderne


In der Mitte des 18. Jahrhunderts kamen Entdeckungen und Erfindungen an die Oberfläche, die es erlaubten, tiefer abzutauchen und länger unten zu bleiben. In der Moderne stießen Tauchglocken auf große Akzeptanz - so zum Beispiel Jean Barrié´s "Patache" (1940) oder die Tauchglocke von Halley (1960), die eine Luftzufuhr von der Oberfläche hatte.

Die Entwicklung der Glocke ist Augustus Siebe zu verdanken, der von Einigen der "Vater des modernen Tauchens" genannt wird. Er verringerte die Glockengröße solange, bis es ein Sturzhelm geworden war, der Luft von einer Pumpe auf der Wasseroberfläche empfing. 1837 fügte er einen Anzug hinzu, der den Körper des Tauchers trocken hielt und den er "gepanzerter Tauchanzug" nannte. So entstand die klassische Tauchausrüstung, wie es sie, mit nur einigen geringfügigen Veränderungen, noch heute gibt.

1860 schlossen sich ein Offizier der französischen Marinesoldaten, Auguste Denayrouze, und ein Bergbauingenieur, Benedict Rouguayrol, zusammen, um einen leichteres Gerät zu bauen, als den gepanzerten Tauchanzug. Das Gerät bestand aus einem metallenem Kanister, der mit Hilfe eines Reglers den Luftdruck ausgleichen konnte, und einem Schlauch, der Luft von der Oberfläche lieferte. Der Taucher konnte die Verbindung lösen und einige Minuten lediglich mit dem luftgefüllten Tank auf dem Rücken tauchen. Dieses Gerät wurde "Aerophere" genannt.


Henry Fleuss entwickelte eine Tauchausrüstung, die mit einem Sauerstoffanteil von 50 - 60% arbeitete. Das erste Tauchen damit fand im Jahr 1879 statt und dauerte eine Stunde. Fleuss war vom Potenzial seiner Ausrüstung so überzeugt, dass er Siebe Gorman und Company - eine der etabliertesten und ältesten Tauchergesellschaften - dazu bringen konnte, seine Tauchausrüstung herzustellen.
 
20. Jahrhundert


In den 30er Jahren wurden viele der für die Entwicklung des modernen Tauchens wesentlichen Elemente entwickelt. Diese schließen Flossen (1935), Schnorchel (1938) und die Gesichtsmaske, die Augen und Nase bedeckt (1938), ein. 1933 ließ der französischer Forscher Le Prier den Tauchanzug patentieren, der dem Taucher mehr Freiheit gab, weil er eine Flasche mit Pressluft (150 bar Druck) enthielt und somit von der Wasseroberfläche unabhängig war. Die Gesichtsmaske stellte eine klarere Sicht bereit. Jedoch hatte dieses erste autonome Tauchgerät kein Verbrauchskontrollsystem und schränkte folglich die Freiheit des Tauchers noch in einem beträchtlichen Umfang ein.

1943 machte sich eine Mannschaft bestehend aus Jacques-Yves Cousteau (ein französischer Marineleutnant), Emile Gagnan (ein Ingenieur) und ein junger Athlet namens Frédéric Dumas auf und testeten ein Gerät im Meer vor der Blauen Küste, die die Erfindung werden sollte, von der viele Generationen geträumt hatten. Es beinhaltete einen geschlossenen Apparat, dessen Haupteigenschaft ein Atemregler war, der den Luftdruck dem Umgebungsdruck und die zur Verfügung gestellte Luftmenge automatisch der Atemtätigkeit des Tauchers anpasste. Die Luft wurde in einer Pressluftflasche mitgeführt.

Dieses System gab Tauchern die Chance, mit einem annehmbaren Atmungssystem in Tiefen hinabzusteigen, die die Menschheit sich bis dahin nie vorgestellt hat. Der Apparat ist aber nur ein Teil der Erfindung, da Cousteau Gummiflossen und eine Maske benutzte, die Augen und Nase und bedeckte und den natürlichen Auftrieb des menschlichen Körpers mit einem Gürtel ausglich, der Bleikügelchen enthielt.

Seit dieser Zeit hat es der Fortschritt im Verstehen der Physiologie und der Technik, die es Menschen erlaubt, gasartige Verbindungen zu atmen, den Tauchern ermöglicht, bis in Tiefen von 400 Metern hinabzusteigen.

Geschichte des Tauchens

Die Geschichte des Tauchens begann schon vor 6500 Jahren. Die Zivilisation war vom Anbeginn der Geschichte eng an das Wasser der Flüsse, Seen und vor allen Dingen Meere gebunden. Die Gewässer sind seit Urzeiten Nahrungsgrundlage vieler Menschen und dienten als Transportwege. So ist es nicht verwunderlich, dass schon vor langer Zeit versucht wurde, die Bereiche unter der Wasseroberfläche zu erkunden.

Frühzeit und Antike – Die Anfänge

Archäologische Funde beweisen, dass schon 4.500 v. Chr. Apnoetaucher in Ostasien, Indien und im Arabischen Meer nach Perlen, Perlmutt, Schwämmen und Korallen tauchten. In der japanischen Präfektur Mie tauchen bis zum heutigen Tag die so genannten Amah („Meerfrauen“) ohne Schnorchel und Pressluftgerät nach wertvollen und schmackhaften Awabi-Muscheln und halten eine Jahrtausende alte Tradition am Leben. In Europa gab es erste Anzeichen für das professionelle Tauchen ab ca. 2.500 v. Chr. Griechische Schwammtaucher ernteten die Tiere in großen Mengen. 2.000 Jahre später tauchte der Grieche Scyllias nach versunkenen Schiffen, um wertvolle Ladung zu bergen. Dem Mythos nach soll er dabei einen umgedrehten Kessel als Luftreservoir genutzt haben. Sollte dies wahr sein, wäre er der erste Gerätetaucher der Geschichte.

Um 450 v. Chr. zur Zeit der Perserkriege erscheinen erste Berichte über griechische Marinekampftaucher. Sie sollten sich unbemerkt den feindlichen Schiffen nähern und diese anbohren. Über hundert Jahre später beschrieb Aristoteles das Prinzip der Tauchglocke. Er berichtete von griechischen Schwammtauchern, die dieses Tauchgerät verwendeten. Es wird behauptet, dass Alexander der Große in seiner Jugend einen Tauchversuch in der neuartigen Konstruktion gemacht hätte. Diese Erfindung geriet wie so viele Errungenschaft der Antike später wieder in Vergessenheit.

Um 250 v. Chr. entdeckte Archimedes die für den Schiffbau und das Tauchen wichtigen Gesetze des Auftriebes. Er erkannte, dass die Auftriebskraft eines Körpers in einem Medium genau so gross ist, wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums. Heute nennt man dieses Gesetz Archimedisches Prinzip und es gehört zu den wichtigsten physikalischen Prinzipien, die ein Taucher kennen, verstehen und vor allen Dingen kontrollieren muss.

Um 60 n. Chr. berichtete der römische Feldherr, Politiker und Gelehrte Plinius der Ältere von Kampftauchern. Er war Präfekt der römischen Flotte und ließ die Taucher mit Schnorcheln ausstatten.

Vereinzelte weitere Berichte über den Einsatz von Tauchern existieren. So sollen z.B. im Jahre 194 im Zuge einer Belagerung in einem der zu dieser Zeit häufigen römischen Bürgerkriege oströmische Kampftaucher einige weströmische Galeeren erobert haben.

Mittelalter – 1.000 Jahre Stillstand

Nach der Antike fiel über Europa die finstere barbarische Nacht des Mittelalters. Große Teile des Wissens der Antike gingen verloren. Andere wurden in Byzanz bewahrt und später von der jungen Kultur des aufstrebenden Islam für die Menschheit erhalten. Die Erfindung der Tauchglocke gehörte zu dem Teil des Erbes, der vorerst verloren ging.

Die wissensfeindliche und prüde weströmische Kirche verteufelte sogar das Schwimmen. So kam es, dass zu Zeiten eines Christoph Kolumbus wagemutige europäische Seeleute zwar immer weiter hinaus auf den Ozean segelten, aber im Allgemeinen nicht schwimmen, geschweige denn tauchen konnten.

Im von Bürgerkriegen zerütteten Japan entwickelte die Kriegerkaste der Ninja neue Schwimmtechniken und beschäftigte sich auch mit dem Tauchen.

Neuzeit – Wissenschaft und Technik auf dem Vormarsch

Renaissance – Rückbesinnung und erste neue Ideen

Tauchglocke aus dem 16. Jahrhundert

Das Ende des europäischen Mittelalters wurde durch den Fall Konstantinopels im Jahre 1453 und die Entdeckung der neuen Seewege durch Portugiesen und Spanier eingeleitet. Wichtige Erfindungen wie der moderne Buchdruck leiteten ein neues Zeitalter der geistigen Freiheit und des wissenschaftlichen Forscherdranges ein. Die alten Schriften der Antike wurden wieder studiert und vieles Wissen der Vorzeit neuentdeckt.

Leonardo da Vinci, einer der schöpferischsten Denker der Renaissance, entwarf um 1500 einen schweinsledernen Tauchanzug mit einer Lederkappe und handtellergroßen Glaslinsen als Maske. Zur Luftversorgung plante er einen Blasebalg mit 2 Schläuchen. Das Tauchgerät war für einen militärischen Einsatz gegen die gefürchtete osmanische Flotte gedacht. Ein Nachbau aus dem Jahre 2003 bewies die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Konstruktion.

1521 versuchte der erste Weltumsegler Ferdinand Magellan auf hoher See die Tiefe zu loten. Er ließ ein 700m langes Seil ab und fand keinen Grund. Daraus zog er den Schluss, dass das Meer unendlich tief sei.

1538 wurde in Toledo eine offene Tauchglocke ohne Luftversorgung vorgeführt und somit das damals 1800 Jahre alte Prinzip neuerfunden.

17. und 18. Jahrhundert - Ursprünge der modernen Tauchtechnik

Diese 2 Jahrhunderte sind durch grundsätzliche Entdeckungen in vielen Bereichen der Wissenschaft und nachhaltige gesellschaftliche Umwälzungen geprägt. Insbesondere die Geografie, die Mathematik und die Physik erreichten ein Erkenntnisniveau, dass in vielen Fragen bis heute nicht übertroffen ist Die gesellschaftlichen Umwälzungen waren für die Entwicklung des Tauchens nicht weniger bedeutsam. Die Glorreiche Revolution in England hatte die Entwicklung der modernen Industriegesellschaft zur Folge. Weitere radikalere Revolutionen folgten später in Frankreich und den USA. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung und die neuen Erkenntnisse der Wissenschaft ergaben die Möglichkeit, Maschinen zu bauen und führten zur sogenannten Ersten Industriellen Revolution die eine grundlegende Voraussetzung für das Tauchen mit technischen Hilfsmitteln war.

Magdeburger Halbkugeln

Um 1650 gelangen dem Magdeburger Multitalent Otto von Guericke entscheidende Entdeckungen und Erfindungen, die im Zusammenhang mit der Luft, ihrem Gewicht und dem Druck standen. Er erfand unter anderem das Barometer, die Kolbenluftpumpe und das Luftdruckgewehr. Seine teilweise spektakulären und öffentlichen Versuche bewiesen zum einen, dass Luft überhaupt Gewicht besitzt und zeigten die Existenz und enorme Wirkung des Luftdruckes, einer bis dahin unbekannten physikalischen Größe. Die Gesetze des Druckes sind für das Tauchen von enormer Bedeutung und jeder Taucher muss sie kennen und verstehen. Guerickes Barometer ist ein Gerät zur Messung des Luftdruckes und dient der Wettervorhersage. Zu jeder modernen Tauchausrüstung gehören 2 Druckmessgeräte. Der Tiefenmesser misst die Tauchtiefe indirekt über den Wasserdruck. Das Finimeter zeigt den aktuellen Flaschendruck – also die Menge der verbleibenden Pressluft – an.

Der englische Physiker Robert Boyle beschrieb 1662 den Zusammenhang zwischen Druck und Volumen eines Gases. 1676 gelangte unabhängig von ihm sein französischer Kollege Edme Mariotte zu denselben Erkenntnissen. Das Gesetz von Boyle-Mariotte besagt, dass das Produkt aus Druck und Volumen einer festgelegten Stoffmenge von Gas konstant ist. Das bedeutet, dass bei steigendem Druck eine Gasblase an Volumen verliert und sich bei fallendem Druck ausdehnt. Dieser physikalische Zusammenhang ist die vielleicht bedeutsamste theoretische Erkenntnis für die Entwicklung des Tauchens. Die wichtigsten Probleme des Tauchens wie Druckausgleich der organischen Hohlräume oder Auftriebskontrolle können nur verstanden und kontrolliert werden, wenn man das „Gesetz von Boyle-Mariotte“ beachtet.

1670 entdeckte Robert Boyle, dass Gase sich unter Druck in Flüssigkeiten lösen und bei Druckabfall Blasen bilden. Dieses Verhalten ist für die Erklärung der Taucherkrankheit von grundlegender Bedeutung.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entdeckte der französische Physiker Guillaume Amontons den Zusammenhang zwischen Druck und Temperatur eines Gases bei vorgeschriebenem Volumen. In der Literatur wird dieses physikalische Prinzip als Zweites Gesetz von Gay-Lussac bezeichnet und besagt, dass Druck und Temperatur eines Gases bei konstantem Volumen direkt proportional sind. Das bedeutet, das bei steigender Temperatur auch der Druck steigt und umgekehrt. Dieser Zusammenhang ist für moderne Tauchtechnik sehr wichtig. Im Rückschluss bedeutet dieses Gesetz, dass fallende Drücke zur Abkühlung führen. Eine technisch problematische Herausforderung der Luftversorgung eines Gerätetauchers ist der Abbau des extremen Hochdruckes der Pressluftflasche auf atembares Druckniveau. Das ausströmende Gas verliert an Druck und kühlt ab, was zu Vereisungen von Ventilen und Versagen der Luftzufuhr führen kann.

Im Oktober 1691 zeigte Edmund Halley der Öffentlichkeit eine Tauchglocke mit Luftversorgung. Zusätzlich zur Glocke wurden mit Luft gefüllte Fässer abgelassen. Wenn man diese unterhalb der Glocke öffnete, konnte die Glocke mit Frischluft befüllt werden. Taucher, die mit Hilfe von Atemschläuchen mit der Glocke verbunden waren, konnten die komprimierte Luft atmen. Halley, nach dem übrigens der bekannte Halleysche Komet benannt ist, blieb mit dieser Vorrichtung für 1,5h in 15m Tiefe. Später wurden derartige Glocken mit Ablassventilen ausgestattet, so dass vor dem Nachfüllen verbrauchte Luft abgelassen werden konnte.

Um 1715 stellte der Brite John Lethbridge seine „Tauchtonne“ (diving engine) vor. Es handelte sich um einen geschlossenen Panzertauchanzug. Der Taucher befand sich in einer hölzernen Tonne, aus der Arme und Beine heraustraten. Die Tonne war mit Lederdichtungen versehen, so dass nur die Gliedmaßen dem Wasserdruck ausgesetzt waren. Die Luftversorgung erfolgte über Blasebalge, mit denen die Tonnen vor dem Tauchgang befüllt wurde. Da der Luftvorrat in der Tonne sehr begrenzt war, waren die Grundzeiten entsprechend kurz. Nachbauten haben bewiesen, dass das Tauchen mit der „Tauchtonne“ wegen des fehlenden Druckausgleiches eine sehr schmerzhafte Prozedur war und dass die Tauchtiefe auf 20m begrenzt blieb. Trotzdem bewährte sich die Tauchtonne bei Bergungsarbeiten an gesunkenen Schiffen.

1777 beobachtete der schwedische Forscher Scheele, dass Bienen in einem geschlossenen Behälter länger überlebten, wenn man eine Schüssel mit Kalkwasser hineinstellte. Das in Kreislaufgeräten genutzte Prinzip der Absorption des Kohlendioxides durch Kalk war entdeckt.

1787 beschrieb der französische Physiker Jacques Alexandre César Charles den Zusammenhang zwischen Temperatur- und Volumenänderung eines Gases. 15 Jahre später im Jahre 1802 gelangte der ebenfalls französische Physiker und Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac zu denselben Erkenntnissen. Die Schulbücher taten, wie so oft, dem ursprünglichen Entdecker unrecht. Der entdeckte Zusammenhang wird in der Literatur allgemein als das Erste Gesetz von Gay-Lussac bezeichnet. Das physikalische Gesetz besagt, dass Temperatur und Volumen einer festgelegten Stoffmenge an Gas direkt proportional sind. Das bedeutet, dass bei steigender Temperatur das Volumen wächst.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war der Maschinenbau in Großbritannien so weit entwickelt, dass immer leistungsfähigere und mobile Kompressoren gebaut werden konnten. Die konstant erzeugte Druckluft wurde genutzt, um Tauchglocken kontinuierlich mit Frischluft zu versorgen. 1788 konstruierte der britische Wasserbauingenieur John Smeaton die erste mit Kompressorluft versorgte Tauchglocke.

Der Kompressor gestattete auch eine weitere Form der Bewegung unter Wasser, die dem modernen Tauchen schon sehr ähnlich ist. Die Tauchglocken wurden der Art verkleinert, dass sie nur noch den Kopf bedeckten. Es entstand das Helmtauchgerät. Die Luft im Helm hatte bei entsprechender Leistung des Kompressors immer den Umgebungsdruck des Wassers. Überschüssige Luft trat aus dem Helm unten aus. Allerdings konnten solche Taucher sich nur aufrecht bewegen, weil bei seitlicher oder gar Kopflage die Luft komplett aus dem Helm entwich und dieser voll Wasser lief. Eine weitere Gefahr bestand im sogenannten Blaukommen. Bei Ausfall der Luftversorgung wurde der Taucher in den Helm gedrückt, was zu schweren Verletzungen führte.

Den ersten funktionierenden Helmtauchapparat stellte der aus Breslau stammende Karl Heinrich Klingert im Jahre 1797 vor. Er bewies, dass das Gerät prinzipiell einsetzbar ist, indem er in der Oder in 6m Tiefe einen Baumstamm zersägte.

19. Jahrhundert - Die wahren Gefahren der Tiefe werden entdeckt

In diesem Jahrhundert erreichte die „Erste Industrielle Revolution“ bis dahin unbekannte Dimensionen. Die seit der Renaissance gewonnenen theoretischen Erkenntnisse wurden für praktische Anwendungen genutzt. Es kam fast jährlich zu grundlegenden Erfindungen in allen Bereichen des Lebens. Die industrielle Massenproduktion erlaubte, dass die neuen Produkte auch schnell Verbreitung fanden und nicht wie einst Leonardo da Vincis Konstruktionen als seltenes Einzelstück oder purer Entwurf endeten. Natürlich kamen die neuen Erfindungen und Techniken auch der Entwicklung des Tauchens zugute, und zwar durch eine gegenseitige Befruchtung. Zum einen erlaubten moderne Technologien wie neuartige Methoden der Metallurgie oder Metallbearbeitung Fortschritte im Bereich der Tauchtechnik, wie Druckluftflaschen, zum anderen erforderten z.B. neuartige Baumethoden tauchende Bauarbeiter. Der professionelle und häufige Einsatz von Tauchern wiederum führte zu neuen Erkenntnissen über das Tauchen selber. Aber auch die Wissenschaft machte ungeahnte Fortschritte. Die Forscher nutzten die modernen technischen Geräte, um mit neuen Messmethoden bisher unsichtbare Zusammenhänge zu erkennen. Insbesondere die Chemie, die Medizin und die Biologie waren Nutznießer dieser Entwicklung.

Helmtauchausrüstung

Zu Beginn des Jahrhunderts schritt die Weiterwentwicklung der Helmtauchtechnik weiter voran. Der aus der kleinen Ostseestadt Barth stammende Kapitän Peter Kreft führte 1800 einen funktionierenden Helmtauchanzug in der Ostsee vor. Ab 1819 entwickelte der in England lebende Sachse August Siebe den offenen Helmtauchanzug weiter und stellte 1838 den geschlossenen Helmtauchanzug vor. Der Helm war nun wasserdicht mit dem Anzug verbunden, so dass er nicht mehr mit Wasser vollaufen konnte. Die von Siebe entwickelte Konstruktion wurde jahrzehntelang in großen Stückzahlen und verschiedenen Ländern gebaut und war weit bis in das 20. Jahrhundert hinein im Einsatz. Die wichtigste Weiterentwicklung war, als 1865 die Franzosen Rouquayrol und Denayrouze Tauchgeräte mit Druckluftbehältern ausstatteten. Diese dienten der Sicherheit für den Fall eines Ausbleibens der externen Luftzufuhr. Mit Siebes Erfindung erreichte die Tauchtechnik ein neues Niveau. Gerätetauchgänge waren nun keine seltenen Einzelleistungen weniger Pioniere mehr. Berufstaucher begannen regelmäßig unter Wasser zu arbeiten. Die immer häufigeren Tauchgänge führten zu immer mehr praktischen Erfahrungen, aus denen bis heute gültige Regeln folgten. Z.B. wurde schon in den 1830ern vorgeschrieben, dass immer 2 Taucher gemeinsam zu arbeiten haben und für einander verantwortlich sind.

Ab 1840 kam es zu häufigen Einsätzen von Caissons (franz.: Kasten). Diese Weiterentwicklung der Tauchglocke wird bis heute für die Konstruktion von Gebäuden genutzt. Ein druckfester Kasten wurde über den Grund des zukünftigen Fundamentes gebracht, abgesenkt und anschließend mit Druckluft das Wasser herausgedrückt. Danach konnten Arbeiter im Caisson am Boden des Gewässers das Fundament ausschachten und anschließend den Bau errichten. Mit dieser Methode wurde z.B. die Brooklyn Bridge in New York gebaut. Da diese Technik erfolgreich war, wurden und werden weltweit viele Brücken mit Caissons gebaut. Unzählige Arbeiter mussten unter hohem Überdruck arbeiten. Die physiologischen Probleme des Druckes waren mangels praktischer Erfahrung nicht bekannt. Sehr viele Bauarbeiter und auch Helmtaucher erkrankten nach dem Aufstieg an einer bis dahin unbekannten Krankheit. Tausende starben. Taucher und Caisson-Arbeiter hatten keine hohe Lebenserwartung. Das neue rätselhafte und tödliche Phänomen wurde als „Maladie de caisson“, „Kastenkrankheit“, „Taucherkrankheit“ und später als „Druckluftlähmung“ benannt. Die Krankheit wird heute als Dekompressionserkrankung bezeichnet. Bei normalem Luftdruck ist Stickstoff im menschlichen Körper nur in geringem Maße lösbar. Aber bei höherem Druck reichert sich mehr Stickstoff aus der Atemluft im Blut und Gewebe des Tauchers an. Bei schnellem Druckabfall perlt er wieder aus wie Kohlendioxid aus einer geöffneten Sodaflasche. Die winzigen Gasbläschen richten enorme Schäden am Körper des Tauchers an. 1857 veröffentlichte der deutsche Physiologe Felix Hoppe-Seyler seine Theorie der Gasblasenembolie. 1869 folgte Leroy de Mericourt hierzu mit einer medizinischen Abhandlung. Mericourt erkannte zwar den Zusammenhang zwischen Tauchtiefe, Tauchzeit und Geschwindigkeit des Aufstieges, war aber nicht in der Lage, in der Praxis handhabbare Anweisungen zu definieren. Dieser wichtige Schritt gelang erst 1878, als der französische Physiologe Paul Bert erste Regeln für die Dekompression definierte. Die Bertschen Regeln waren für 30 Jahre die Grundlage für Taucharbeiten. Bert erkannte außerdem einen weiteren bis dahin unbekannten Zusammenhang, der in der Literatur als Paul-Bert-Effekt bezeichnet wird. Er beschrieb erstmals die giftige Wirkung von reinem Sauerstoff unter Druckbedingungen.

Eine weitere bedeutsame technische Entwicklung des 19. Jahrhunderts war die Erfindung der Fotografie durch Nièpce und Daguerre. Schon 1856 belichtete der Brite William Thompson die ersten nachweisbaren Unterwasseraufnahmen.

1873 definierte der niederländischen Physiker Johannes Diderik van der Waals eine Beschreibung der Zusammenhänge zwischen Druck, Temperatur und Volumen realer Gase, die als Van-der-Waals-Gleichung bezeichnet wird. Damit war die Phase grundlegender physikalischer Entdeckungen, die für das Tauchen von Bedeutung sind, vorerst abgeschlossen.

20. Jahrhundert – Moderne

Das 20. Jahrhundert war geprägt durch Weiterentwicklungen in allen Bereichen der Wissenschaft und Technik. Die durch das Fließband revolutionierte industrielle Massenproduktion gestattete die preiswerte Herstellung vieler Produkte. Neue Werkstoffe drangen bald in alle Lebensbereiche vor. So waren die Kunststoffe die Voraussetzung für Taucherflossen, moderne Tauchmasken oder Thermoanzüge. Die fallenden Preise und die wachsenden Erkenntnisse über die Tauchmedizin ermöglichten ab der 2. Hälfte des Jahrhunderts immer mehr Menschen, dem Tauchen aus reinem Vergnügen nachzugehen. Das Jahrhundert war aber auch ein Zeitalter barbarisch und industriell geführter Weltkriege und eines weltweiten Wettrüstens. Neue Waffen wie U-Boote wurden entwickelt, was auch neue Entwicklungen im Bereich des Tauchens zur Folge hatte.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts forschte der Britische Physiologe John Scott Haldane im Bereich der Atmung. Er erkannte, dass der Atemreflex ausschließlich vom Partialdruck des Kohlendioxides in der Atemluft abhängig ist. Im Auftrag der Royal Navy erforschte er wissenschaftlich die Gesetze der Dekompressionserkrankung und nutzte Ziegen als Versuchstiere. Er stellte fest, dass magere Ziegen weniger anfällig als fette waren, woraus er den Schluss zog, dass es unterschiedliche Gewebeklassen gibt, die den Stickstoff unterschiedlich intensiv aufnehmen. Seine bis zu einer Tiefe von 58 m geltenden Dekompressionstabellen waren für die nächsten 25 Jahre Grundlagen des Tauchens. Grundlegende Erweiterungen gelangen dem Schweizer Mediziner Albert Bühlmann in den 1950ern. Teile der Haldaneschen Tabelle haben bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren.

Um 1907 entwickelten die deutsche Firma Dräger und die britische Firma Siebe-Gormann Tauchretter für U-Boot-Besatzungen. Diese Konstruktionen basierten auf dem Prinzip des Kreislaufgerätes und retteten in den beiden Weltkriegen vielen U-Boot-Besatzungen das Leben. 4 Jahre später stellte Dräger einen Helmtauchanzug ohne externe Luftversorgung vor. Grundlage der Luftversorgung war ebenfalls ein Kreislaufgerät. Ungelöschter Kalk absorbierte das ausgeatmete Kohlendioxid. 2 Sauerstofflaschen lieferten das Atemgas. Die Konstruktion wurde in den nächsten Jahren von Dräger kontinuierlich weiterentwickelt. Das Prinzip wird bis heute in modernen Kreislaufgeräten genutzt, allerdings wird aus Sicherheitsgründen reiner Sauerstoff nur noch selten verwendet.

Ab 1917 baute die deutsche Firma Neufeldt und Kuhnke die ersten funktionierenden Panzertauchanzüge. Ein Panzertauchanzug ist vergleichbar mit einem U-Boot eine druckfeste Konstruktion. Der Taucher befindet sich im inneren des Anzuges unter Normaldruck. Die maximale Tauchtiefe ist nicht durch physiologische Probleme des menschlichen Körpers, sondern lediglich durch die Druckfestigkeit des Anzuges vorgegeben. Der erste Anzug von 1917 war für Tauchtiefen von bis zu 170m ausgelegt. Mit modernen Panzertauchanzügen sind Tiefen unter 600m erreichbar.

1926 entwickelte Dräger seinen Tauchretter zum „Bade-Tauchretter“ weiter. Freitauchgänge wurden möglich. Erstmals konnten Tauchgeräte zu Sportzwecken genutzt werden.

Der neuartige Kunststoff Neopren wurde 1930 von den US-Amerikanern Collins und Carothers im Auftrag des Chemiekonzerns DuPont entwickelt. Neopren ist ein aufgeschäumtes Chlor-Kautschuk-Polymer und hat durch die eingeschlossenen Gasblasen sehr gute Wärmeisolationseigenschaften. Moderne Tauchanzüge bestehen hauptsächlich aus diesem Material und erlauben einen längeren Aufenthalt in kälteren Tiefen.

Bisher konnten Taucher nur mit schweren Schuhen aufrecht auf dem Grund laufen. Im Jahre 1933 konstruiert der Franzose Louis Ce Corlieu Schwimmflossen. Er ließ sich die Erfindung in Frankreich und den USA patentieren.

In den 1930ern forschte der US-amerikanische Marine-Offizier Charles Momsen an Problemen der Dekompression und der Stickstoffnarkose. Er testete verschiedene Atemgasgemische und ersetzte das Stickstoff der Atemluft wegen seiner schädlichen Wirkung teilweise durch das Inertgas Helium. Bis zum heutigen Tage wird bei Tieftauchgängen Trimix, eine Mischung aus Stickstoff, Helium und Sauerstoff, eingesetzt.

Ab 1937 begann der österreichische Biologe Hans Hass mit der Erforschung des Unterwasserlebens. Er nutzte ein umgebautes Dräger-Kreislaufgerät. Seine Bücher und insbesondere seine Filme erreichten weltweit hohe Popularität.

Zwischen 1942/43 entwickelten Georges Commeinhes und Emile Gagnan auf Anregung des bekannten französischen Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau die „Aqualung“. Die Aqualung war der erste Lungenautomat. Der Lungenautomat ist ein offenes Pressluftgerät, bei dem das Atemgas durch eine Pressluftflasche geliefert. Der Lungenautomat gibt die Luft genau mit Umgebungsdruck an den Taucher ab. Die ausgeatmete Luft wird einfach in’s Wasser abgegeben. Nach einer Anekdote soll der US-amerikanische Handelsvertreter Cousteaus den US-Markt nach 10 verkauften Einheiten für gesättigt gehalten haben. Das war ein großer Irrtum! Der Lungenautomat wurde 1955 von Gautier und Bronnec zum zweistufigen Automaten weiterentwickelt, eine Technik, die prinzipiell heute noch im Einsatz ist. Die Bezeichung ist „Aqualung“ heutzutage ein eingetragenes Warenzeichen welches for allem im englischsprachigen Raum für Tauchzubehör steht.

Seit dieser Zeit wurden weltweit Tauchsportvereine gegründet. Der Verband Deutscher Sporttaucher(VDST) wurde 1954 und der Tauschsportverband Österreich(TSVÖ) 1967 gegründet.

1962 erreichte der Schweizer Hannes Keller über 300m Tiefe mit einem Lungenautomaten und nach den Theorien von Albert Bühlmann optimierten Gasgemischen. Bei dem Rekordversuch fanden zwei Sicherungstaucher den Tod.

Im folgenden Jahr wurde das „Dekometer“ eingeführt. Es handelte sich um einen mechanischen Rechner, der aus Tauchzeit und Tiefe die Dekompressionszeit ermittelte.

Zwischen 1962 und 1970 betrieben Frankreich und die USA erste Unterwasserstationen zur Erforschung der Langzeiteinwirkung des Druckes auf den menschlichen Körper. Ebenfalls in den 1960ern wurden an der State University of New York erste frühe Versuche der Flüssigkeitsatmung durchgeführt. Als Versuchstiere wurden Mäuse genutzt.

Ab 1968 wurde das aufgrund mehrerer tödlicher Unfälle umstrittene elektronisch geregelte Kreislaufgerät eingeführt. Ursprünglich wurde mit reiner Sauerstoffzufuhr gearbeitet. Da reiner Sauerstoff ab 7m Tiefe giftig ist, werden derartige Geräte inzwischen meist mit Pressluft betrieben und gelten als zuverlässig. Sogenannte „Elektrolungen“ gehören heute zur Grundausstattung der Kampf- und Minentaucher der Bundesmarine. Sie werden wegen der geringen Atemgeräusche gerne von Tierfotografen genutzt. Aufgrund der hohen Kosten sind Kreislaufgeräte bei Sporttauchern sehr selten.

Der Hersteller Scubapro stellte 1971 die erste Tarierweste vor. Auftriebskontrollwesten gehören heute zur Grundausstattung jedes Tauchers, und der Umgang mit diesem Gerät gehört zu jeder Grundausbildung.

Zu Beginn der 1980er wurden die ersten zuverlässigen Tauchcomputer vorgestellt. Die elektronische Rechentechnik erlaubt, die Stickstoffsättigung des Körpers präziser zu berechnen. Beim modernen Tauchen werden die klassischen Tabellen nur noch in der Grundausbildung eingesetzt. So gut wie jeder Taucher benutzt inzwischen Tauchcomputer.

Sinkende Preise und die Sicherheit moderner Technik führten in den 1990ern zu einem Boom des Sporttauchens. Schätzungen besagten, dass alleine in den USA jährlich 500.000 Gerätetaucher ausgebildet wurden. Im Jahre 2000 zertifizierte der weltweit größte Tauchsportverband PADI 950.000 neue Taucher. 2001 gab es in Deutschland 6.000 Tauchlehrer. 2002 gab es alleine in den USA geschätzte 8,5 Millionen Menschen, die einen Tauchschein besaßen.

Neueste Forschungen - Mögliche Zukunft

Seit 1990 wird u.A. an der Berliner Charité intensiv an der Flüssigkeitsbeatmung geforscht. Perflurcabone sollen als Atemgasersatz dienen. Inzwischen haben die Forschungen einen Stand erreicht, dass Patienten mit extremen Verbrennungsverletzungen der Lunge und Frühgeburten flüssig beatmet werden können. Wegen der hohen Risiken und Kosten wird diese Therapie nur im Extremfall genutzt. Für das Tauchen würde diese Technik einen Quantensprung bedeuten. Flüssigkeiten sind nur schwach kompressibel. Ein flüssig beatmeter Taucher könnte theoretisch wesentlich tiefer tauchen als heutige Extremrekorde. (1992 erreichten Taucher der französischen Tauchfirma COMEX bei einem simulierten Tauchgang ein Druckniveau von 701m.)

Seit einigen Jahren testet COMEX auch neuartige Atemgasgemische. Ziel ist, dass extrem teure Helium durch preiswertere Gase wie Wasserstoff zu ersetzen.

Seit Mitte der 1990er wird in Israel an der Gewinnung der im Wasser gelösten Luft geforscht. Das Wasser wird mit Zentrifugen dekomprimiert. Der fallende Druck führt zum Aussieden der gelösten Gase. Ziel der Forschung sind elektrische Kiemen. Allerdings würde die Technik in normal angereichertem Wasser einen Wasserdurchsatz von über 4000 l/min voraussetzen, um einen durchschnittlich atmenden Menschen mit ausreichend Atemluft zu versorgen. Die entsprechend leistungsfähige Filter- und Pumpentechnik ist noch viel zu groß und schwer für ein tragbares Gerät. Kombinationen mit herkömmlichen Kreislaufgeräten sind aber schon im Labor getestet worden. Insbesondere die israelische Marine und die US-Navy interessieren sich für diese neue Technik. Der Vorteil wäre, dass man auf aufwendige Kompressoren zur Flaschenbefüllung verzichten könnte. Man müsste lediglich die Akkumulatoren aufladen. Dass Akku's relativ schwer sind, würde kein Problem darstellen, da sie die Bleigewichte und schweren Druckflaschen ersetzen könnten.

Die Geschichte des Tauchens und der Tauchtechnik - von der Antike bis zur Gegenwart

Die Anfänge des Tauchens

Schon jahrhundertelang wird versucht, durch Luft anhalten die Unterwasserwelt zu erkunden. Indirekter Beweis dafür sind die tausende Jahre alten, z.B. mit Perlmutt verzierten Artefakte, die an Land gefunden wurden sowie Darstellungen von Tauchern in alten Zeichnungen. Aus dem alten Griechenland ist bekannt, dass so nach Schwämmen getaucht wurde. Auch militärische Heldentaten sind überliefert. Am berühmtesten ist wahrscheinlich die Geschichte von Scyllis (manchmal auch Scyllias geschrieben; ungefähr 500 v.Chr.), wie sie vom Historiker Herodotus (5. Jhd. v. Chr.) erzählt und heute in zahlreichen modernen Texten wiedergegeben wird.

Scyllis befand sich als Häftling an Bord eines Schiffes vom Persischen König Xerxes I. Als er erfuhr, dass Xerxes eine griechische Flotte angreifen wollte, ergriff er ein Messer und sprang über Bord. Die Perser konnten ihn nicht im Wasser entdecken und nahmen deshalb an, dass er ertrunken war. Scyllis aber tauchte nachts auf und durchtrennte alle Ankerseile der Schiffe von Xerxes' Flotte. Um unbeobachtet zu bleiben benutzte er ein hohles Schilfrohr wie einen Schnorchel. Dann schwamm er neun Meilen (15 Kilometer) um sich den Griechen vor Kap Artemisium anzuschließen.

Der Traum vom Tauchen hat wahrscheinlich schon immer existiert: um zu jagen, Schätze zu finden, Schiffe zu reparieren (oder sie zu versenken) oder vielleicht nur um das Meeresleben zu beobachten. Bis Menschen jedoch einen Weg fanden unter Wasser zu atmen, war jeder "Tauchgang" zwangsläufig sehr kurz.

Wie aber sollte man länger unter Wasser bleiben können? Das Atmen durch ein hohles Schilfrohr erlaubte es nur ein kleines Stückchen abzutauchen, aber Röhrchen von mehr als einem halben Meter Länge funktionieren nicht, da das Einatmen gegen den Wasserdruck ab dieser Tiefe nicht mehr möglich ist. Es wurde auch versucht, aus einem luftgefüllten Sack unter Wasser zu atmen. Dies scheiterte jedoch am Problem des erneuten Einatmens der verbrauchten Luft.

Im 16. Jhd. begann man damit Taucherglocken zu benutzen. Dies ist wohl die erste effektive Methode, um längere Zeit unter Wasser bleiben zu können. Die Glocke wurde wenige Meter unter der Wasseroberfläche gehalten. Ihr Boden war offen und im oberen Teil befand sich die durch den Wasserdruck komprimierte Luft. Ein aufrecht stehender Taucher konnte also atmen. Ausserdem war es möglich, die Glocke für ein oder zwei Minuten zu verlassen, um Schwämme zu sammeln oder den Grund zu erforschen. Man kam dann solange immer wieder zur Taucherglocke zurück, bis die enthaltene Luft nicht mehr atembar war.

In England und Frankreich wurden im 16. Jhd. auch komplette Tauchanzüge aus Leder bis zu einer Tiefe von 18 Metern benutzt. Mit Hilfe manueller Pumpen wurden diese Anzüge von der Oberfläche aus mit Luft versorgt. Bald entwickelte man Helme aus Metall, um einem noch größeren Wasserdruck standhalten zu können. Und die Taucher gingen tiefer. Um 1830 waren diese Systeme soweit perfektioniert, dass umfangreiche Bergungsarbeiten möglich wurden. Mit Beginn des 19. Jhd. wurde die Erforschung der Meere sowohl durch wissenschftliche und auch durch technologische Erkenntnisse stark beschleunigt. Insbesondere Paul Bert und John Scott Haldane aus Frankreich bzw. Schottland sind als treibende Kräfte hervorzuheben. Ihre Studien haben geholfen die Auswirkungen des Wasserdrucks auf den menschlichen Körper zu erklären und sichere Grenzen für das Presslufttauchen zu definieren. Auch technische Fortschritte im Bereich der Pressluftpumpen, Kohlendioxid absorbierender Mittel und Atemregler machten es den Menschen seit dieser Zeit möglich, für längere Zeit unter Wasser zu bleiben.

Die verschiedenen Arten des Tauchens

Der Wunsch die Meere zu erforschen hat vier verschiedene Methoden des Tauchens hervorgebracht, wobei das Tauchgerät wie wir es heute kennen und nutzen die späteste Entwicklung ist.

a.    Durch Luft anhalten (Apnoe, Schnorcheln):
Diese früheste Form des Tauchens wird auch heute noch als Sport und zu kommerziellen Zwecken betrieben. Die luftgefüllten Hohlräume des Apnoe-Tauchers (z.B. Lunge) werden durch den steigenden Wasserdruck beim Abtauchen stark komprimiert. Diese Tauchgänge werden limitiert durch die persönliche Atemanhaltefähigkeit und durch das Risiko des Ertrinkens wegen Hypoxie. Normalerweise liegen die Zeiten bei einer Minute oder weniger.

b.    Tauchgänge in Druckkabinen mit athmosphärischem Druck
Die dicken Wände dieser Gefährte widerstehen dem Wasserdruck. Dadurch kann innen ein Kabinendruck entsprechend Meeresspiegelhöhe (eine Atmosphäre; 1 bar) aufrecht erhalten werden. Dies verhindert die negativen Einflüsse des steigenden Umgebungsdrucks auf die Insassen.

Beispiele für solche Geräte sind:

o    Die Bathysphäre, ein "hohler Stahlball" ohne eigenen Antrieb, der an einem Kabel vom Mutterschiff herabgelassen wird

o    Der Bathyscaph mit eigener Tarierungskontrolle - dadurch wird kein Kabel für den Ab- und Aufstieg gebraucht

o    Unterseeboote die in der Lage sind, grosse Distanzen in jede Richtung durch einen eigenen Antrieb zurückzulegen


All diese Geräte brauchen ein System das sowohl frische Atemluft bereitstellt (normalerweise durch das Hinzufügen von Sauerstoff zur bestehenden Luft) und ausserdem das ausgeatmete Kohlendioxid aufnimmt (z.B. durch Atemkalk, Lithiumhydroxid oder ähnliche Verbindungen, welche CO2 absorbieren). Eine moderne Weiterentwicklung dieser Technik ist der unabhängige, gepanzerte Tauchanzug. Er ist beweglich und in der Lage, dem Umgebungsdruck in der Tiefe zu widerstehen. Der Taucher wird in ihm zu einem kleinen U-Boot und kann stundenlang in einer Tiefe von mehreren hundert Metern arbeiten.

c.    Tauchgänge mit Pressluftversorgung von der Oberfläche:
Die Frischluftversorgung befindet sich getrennt vom Taucher an der Oberfläche. Luft wird über eine lange Nabelschnur geliefert, die in ihrer einfachsten Form in einem Mundstück beim Taucher endet. Bei besseren Systemen führt der Schlauch in den Tauchanzug oder in größere Räume, in denen sich das Personal aufhält. Geräte dieser Art sind z.B. sogenannte Senkkästen (werden bei Brücken- oder Tunnelarbeiten eingesetzt), Unterwasserstationen, Tauchglocken und Helmtauchgeräte. Bei all diesen Geräten atmet der Taucher Luft unter einem Druck, der dem Umgebungsdruck des Wasser entspricht. Dadurch sind hier bei einem zu schnellen Aufstieg Probleme mit der Dekompression (Bends, Luftembolie u.s.w.) möglich. Besondere Hightech - Gasmischungen wie Wasserstoff-Stickstoff, Helium-Sauerstoff (Heliox) und Helium-Stickstoff-Sauerstoff (Trimix) werden dabei benutzt um tiefer tauchen zu können als mit Pressluft.

d.    Tauchen mit Pressluft oder anderen Gasgemischen, die vom Taucher mitgeführt werden (scuba diving):
Hier gibt es zwei Arten von Tauchgeräten: sogenannte Geräte mit offenem und geschlossenem Kreislauf. Bei offenen Geräten wird die ausgeatmete Luft komplett über den Atemregler in das Wasser abgegeben. Dies ist die technische Variante, die von den meisten Sporttauchern genutzt wird. Bei geschlossenen Kreislaufsystemen wird die ausgeatmete Luft wieder eingeatmet, nachdem Kohlendioxid entfernt und Sauerstoff zugeführt wurde. Diese Geräte waren weit verbreitet, schon bevor das Presslufttauchgerät eingeführt wurde. Dies insbesondere von Militärtauchern, welche diese Geräte benutzten, um im Wasser nicht anhand der aufsteigenden Luftblasen erkannt zu werden. Auch mit diesen Tauchgeräten setzen sich die Taucher der Gefahr aus, beim Auftauchen ohne korrekte Dekompression eventuell Probleme zu bekommen. Helium-Sauerstoff und andere Mischungen können benutzt werden um tiefer zu gehen, als dies mit einfacher Pressluft möglich wäre.


Einige wichtige Ereignisse in der Geschichte des Tauchens / Chronologie

Der Rest dieses Kapitels ist eine Chronologie, die einige wichtige Ereignisse in der Geschichte dieser vier verschiedenen Arten des Tauchens auflistet. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den von Sporttauchern nutzbaren Geräten. Verschiedene Legenden ranken sich um die Geschichte des Tauchens. Diese Chronologie beinhaltet ausgewählte Erfindungen, Entdeckungen und persönliche Leistungen, die von Historikern als Tatsachen angesehen werden. In Klammern hinter der jeweiligen Jahreszahl wird die Art des Tauchens genannt, für die das jeweilige Ereignis relevant gewesen ist (wobei neue Erkenntnisse in der Tauchphysik bzw. Tauchmedizin für alle Arten des Presslufttauchens wichtig sind).

Die vier Varianten des Tauchens sind:

a.    Tauchen durch Anhalten der Luft (Apnoe)

b.    Tauchen in Druckkabinen mit atmosphärischem Druck (U-Boote)

c.    Tauchen mit Luft oder einem anderen Gas, das von der Oberfläche geliefert wird (Oberflächenversorgung)

d.    Tauchen mit Pressluft oder einem anderen Gas, das in einem Druckgasbehälter vom Taucher mitgeführt wird (Tauchgerät)

500 v.Chr.: Scyllis demonstriert die Benutzung eines Schnorchels und vollbrachte eine militärische Heldentat (siehe oben).

1530: Die Tauchglocke wird erfunden

1650: Von Guericke entwickelt die erste wirksame Luftpumpe. Damit ist es Robert Boyle möglich, Experimente an Tieren durchzuführen (Dekompression).

1667: Robert Boyle, englischer Physiker und Urheber von Boyle 's Gesetz, beobachtet eine Gasblase im Auge einer Viper, die durch einen simulierten Tauchgang entstand. Er schreibt: "Ich habe eine sehr offensichtliche Blase im Auge einer Viper gesehen, die sich von einer Seite zur anderen bewegte. Gleichzeitig machte das Tier keinen guten Eindruck." Dies ist die erste bekannte Aufzeichnung einer Dekompressionskrankheit oder "Bends".

1690: Edmund Halley (ein Komet wurde nach ihm benannt) ließ eine Taucherglocke patentieren, die über eine Leitung mit luftgefüllten Fässern verbunden war. Sowohl die Glocke, als auch die Fässer wurden in die Tiefe hinabgelassen, wobei sich die Taucher in der Glocke befanden. Tauchgänge von über 18 Metern für 90 Minuten werden damit gemacht. Es wurde bewiesen, dass Tauchglocken praktikable Geräte sind.

1715: Der Engländer John Lethbridge baut einen "Tauchapparat" - ein Zylinder aus Eichenholz, der von der Oberfläche mit Pressluft versorgt wird. In diesem Gerät konnte ein Taucher für 30 Minuten in 18m Tiefe bleiben und die Arme ausstrecken, um Unterwasserarbeiten durchzuführen. Dabei wurde eine Art Handschuh aus gefettetem Leder benutzt, um Wasser aus dem Zylinder fernzuhalten. Dieser "Tauchapparat" soll mehrere Jahre erfolgreich benutzt worden sein.



Grafik 1: Halley 's Tauchglocke, spätes 17. Jahrhundert. Beschwerte Fässer mit Luft erneuern die Atmosphäre der Glocke (U.S. Navy Diving Manual)



1776: Erster bekannter Angriff eines U-Bootes - Die amerikanische "Turtle" gegen die HMS Eagle, im Hafen von New York

1788: Der Amerikaner John Smeaton verfeinert das Prinzip der Taucherglocke. Er benutzt nun eine handbetriebene Pumpe, um Frischluft in die Glocke zu bringen. Ein Richtungsventil verhindert das Zurückströmen der Luft aus der Glocke durch den Schlauch, wenn man aufhört zu pumpen. 1790 wird Smeatons Glocke im Hafen von Ramsgate (England) bei Bergungsarbeiten benutzt. 10 Jahre später findet man diese Technik in allen großen Häfen.

1823: Charles Anthony Deane, ein englischer Erfinder, läßt seinen "Rauchhelm" für die Brandbekämpfung patentieren. Wenige Jahre später wird dieser auch zum Tauchen benutzt. Der Helm wird über den Kopf eines Tauchers gestülpt und dort mit Gewichten festgehalten. Die Luftversorgung erfolgt über einen Schlauch von der Oberfläche. 1828 vermarkten Charles und sein Bruder John Deane diesen Helm zusammen mit einem "Tauchanzug". Der Anzug wird nicht wasserdicht am Helm befestigt, sondern nur mit Gurten "angebunden". Der Taucher kann sich nicht nach vorn Überbeugen ohne das Ertrinken zu riskieren. Aber auch so wurde dieses System erfolgreich für Unterwasserarbeiten benutzt. So z.B. bei der Bergung von Kanonen von der "Royal George" von 1834-35 (siehe auch 1839).

1825: "Das erste praktikable Tauchgerät" wurde von dem Engländer William James erfunden. Es handelt sich dabei um eine Art zylindrisches Luftreservoir, welches vom Taucher um den Rumpf getragen wird. Es arbeitete mit einem Druck von 30 bar. Unklar ist aber, ob dieses Gerät je zum Tauchen benutzt wurde. Auch andere Erfinder arbeiteten zu dieser Zeit an Unterwasser - Atemgeräten (Orig.: scuba - self contained underwater breathing apparatus).

1837: Der in Deutschland geborene und in England lebende Erfinder August Siebe verbindet den Taucherhelm der Gebrüder Deane (siehe 1823) wasserdicht mit einem luftgefüllten Gummianzug. Dieser geschlossene Tauchanzug ist mit einer Pumpe an der Wasseroberfläche verbunden. Es wird der erste wirklich effektive Standartanzug und er ist der Prototyp der auch noch heute eingesetzten Helmtauchgeräte. In seinem Nachruf wird Siebe als der Urvater des Tauchens bezeichnet.



Grafik 2: Siebes früher Tauchanzug (U.S. Navy Diving Manual)



1839: Siebes Tauchanzug wird während der Bergung des britischen Kriegsschiffes HMS Royal George benutzt. Das Schiff sank 1783 mit 108 Kanonen an Bord auf 20 Meter Wassertiefe bei Spithead. Das erprobte Helmtauchgerät von Siebe wird nun auch zum Standart für die königlichen Ingenieure. Während dieser Bergungsaktion, welche bis 1843 dauerte, berichteten Taucher erstmals von Problemen mit Rheumatismus und Kälte. Zweifellos wurden damals auch die Symptome der Dekompressionskrankheit beschrieben. Bei dieser Bergungsaktion wurde erstmals die Anwendung des Partnersystems eingeführt.

1843: Als Ergebnis der Erfahrungen, die man bei der Bergung der HMS Royal George gewann, wurde die erste Tauchschule durch die Royal Navy gegründet.

1865: Die Franzosen Benoit Rouquayrol und Auguste Denayrouse, ein Bergbauingenieur und ein Marineleutnant patentieren einen Apparat für das Atmen unter Wasser. Es bestand aus einem Stahlbehälter für Pressluft (ca. 17 - 24 bar) auf dem Rücken des Tauchers, welcher über eine Anordnung von Ventilen mit einem Mundstück verbunden war. Dieses, auch "Aerophore" genannte Gerät, lieferte nur dann Luft, wenn der Taucher eingeatmet hat. Dies geschah u.a. über eine Steuermembrane, die auch den Umgebungsdruck berücksichtigte - also praktisch der erste Atemregler. Der Taucher war über einen Schlauch mit der Oberfläche verbunden, durch den frische Luft in seinen Niederdrucktank gefördert wurde. Es war aber auch möglich das Halteseil zu lösen und nur mit dem Tank auf dem Rücken kurzzeitig frei zu tauchen. Die "Aerophore" ist der Vorläufer der modernen Tauchausrüstung. Der Apparat wird von der französischen und anderen Marinen für mehrere Jahre benutzt und ist auch aus Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" bekannt.

1873: Der Chirurg Dr. Andrew H. Smith beschreibt in seinem formellen Bericht an die New York Bridge Company, wie beim Brückenbau eingesetzte Arbeiter nach Verlassen der verwendeten Senkkästen Symptome der Dekompressionskrankheit (Bends) bekamen. (Bends war ein weit verbreitetes Problem für die Arbeiter. Davon war auch der Chefingenieur Washington Roebling betroffen. Er bekam eine schwere, aber nicht tödliche Dekompressionskrankheit, unter der er fortan ständig zu leiden hatte.) Während Smith seinen Bericht schrieb, in dem er den Einsatz von Rekompressionskammern für künftige Projekte empfahl, wurde die Brücke fertiggestellt. In Smith's Bericht wurde die wahre Ursache der Dekokrankheit, die Stickstoffbläschen, noch nicht erwähnt.

1876: Der englische Händler und Seefahrer Henry A. Fleuss entwickelte das erste Tauchgerät, das mit reinem Sauerstoff, anstelle von Pressluft betrieben wurde. Dieser Prototyp eines geschlossenen Kreislaufgerätes ist auch der Vorläufer der modernern Geräte, wie sie heute z.B. von Militärtauchern benutzt werden. Das ausgeatmete Kohlendioxid wird bei diesem Gerät von einem Seil aufgenommen, das vorher in ätzender Pottasche eingeweicht wurde. So konnte die Luft wieder eingeatmet werden und keine Blasen wurden in das Wasser abgegeben. Die Tauchtiefen waren beschränkt (reiner Sauerstoff zeigt ab einer Tiefe von ca. 10 Metern toxische Wirkungen - ein Fakt, den man damals auch nicht kannte), aber der Apparat ermöglichte relativ lange Tauchzeiten von bis zu 3 Stunden. 1880 wird dieses Gerät von dem berühmten englischen Taucher Alexander Lambert verwendet, als er eine Klappe in einem gefluteten Tunnel versiegeln sollte. Diese Klappe befand sich in 18m Tiefe und 300 Meter weit im Tunnel.

 



Grafik 3:.Die "Aerophore", wie sie in 1865 von Rouquayrol und Denayrouse patentiert wurde (Historical Diving Society)



1878: Der Franzose Paul Bert veröffentlicht "La Pression Barometrique", eine 1000seitige Arbeit, die sich mit den physiologischen Auswirkungen von Druckveränderungen befasst. Er erklärt, dass die Ursache der Dekompressionskrankheit die Gasbalsen des Sticksoffs im Körper sind und empfiehlt einen allmählichen Aufstieg als eine Möglichkeit, dieses Problem zu vermeiden. Weiterhin erkannte er, dass die Symptome durch eine Rekompression vermindert werden können. Bert stellt die Verbindung zwischen Boyles Beobachtungen einer Viper (siehe oben) im 17. Jhd. und den Symptomen der Presslufttaucher im 19. Jhd. her.

1908: 1906 wird John Scott Haldane, ein berühmter schottischer Physiologe, von der britischen Regierung gebeten, auf dem Gebiet der Vermeidung von Dekompressionskrankheiten zu forschen. Zwei Jahre später veröffentlichen Haldane, Arthur E. Boycott und Guybon C. Damant ihr bahnbrechendes Werk: "Die Verhütung der Dekompressionskrankheit" (Orig.: "The Prevention of Compressed Air Illness"). Diese, an Ziegen durchgeführten hyperbaren Experimente, waren die Grundlage für die Dekompressionsstopps beim Auftauchen. Auf dieser Abhandlung basierende Austauchtabellen wurden bald von der Royal Navy und dann auch von der U.S. Navy benutzt. Somit bewahrten sie unzählige Taucher vor einem Dekompressionsunfall.

1912: Die amerikanische Marine prüft die Tabellen, die von Boykott, Damant und Haldane veröffentlicht wurden.

1917: Das amerikanische Bureau of Construction & Repair führt als erstes den Mark V Taucherhelm ein. Angeschlossen an einen Tiefseeanzug und einen Versorgungsschlauch wurde er zu dem Arbeitsgerät der nächsten Jahrzehnte. "Er wurde praktisch für alle Bergungsarbeiten auch während des 2. Weltkrieges eingesetzt (...) und erst 1980 als Standartausrüstung der U.S. Navy vom Nachfolgemodell MK 12 abgelöst" (U.S. Navy Diving Manual). Nur wenige Veränderungen wurden im Laufe der Jahre vorgenommen und so unterschied sich das letzte Modell nur leicht von der Version aus dem Jahre 1917.

20er Jahre: In den USA begann man mit Forschungen bezüglich des Einsatzes von Helium-Sauerstoff Mischungen für das Tieftauchen. Zu Beginn das 2. Weltkrieges hatte man dadurch eine Monopolstellung auf diesem Gebiet.

1924: Erste experimentelle Tauchgänge mit Helium-Sauerstoff wurden von der U.S. Navy und dem Bureau of Mines durchgeführt.

1930: William Beebe, ein Tauchpionier und Meeresbiologe taucht in einer runden Bathysphäre auf 435 m ab. Diese wird an einem Stahlkabel vom Mutterschiff gehalten. Über diesen Tauchgang schreibt Beebe später: "...In diesem Augenblick (435 m) übermannte mich, bedingt durch die ganze Situation, eine gewaltige Welle der Emotionen. Die Erkenntnis, dass dies zu dem Zeitpunkt fast übermenschlich, ja kosmisch war. Unser Mutterschiff schaukelt hoch oben leicht im gleissenden Sonnenlicht mitten im Ozean. Wie ein seidener Faden führt das Verbindungskabel zu einer Sphäre in die Tiefe, in der luftdicht verschlossen zwei menschliche Wesen sitzen und in die abgrundtiefe Dunkelheit starren. Wir baumelten mitten im Wasser, isoliert wie ein verlorener Planet im äußeren Weltraum."

30er Jahre: Guy Gilpatric, ein ehemaliger amerikanischer Pilot, der im südlichen Frankreich wohnt, benutzt als erster Gummimasken mit eingesetzten Gläsern zum Schnorcheln. Seit Mitte der 30er Jahre sind dann Maske, Flossen und Schorchel allgemein gebräuchlich. Flossen wurden 1933 von dem Franzosen Louis de Corlieu zum Patent angemeldet (er nannte sie "Schwimmpropeller") und später dann weltweit von einem amerikanischen Unternehmer (Owen Churchill; siehe 1940) verbreitet. Die moderne Maske (schließt im Unterschied zu einfachen Schwimmbrillen Augen und Nase ein) entwickelte sich aus den Ideen verschiedener Leute. Dazu gehören z.B. der Russe Alec Kramarenko und die Franzose Yves Le Prieur und Maxime Forjot. 1934 berichtet Gilpatric von seinen Erlebnissen im Mittelmeer für die Saturday Evening Post und 1938 veröffentlicht er sein Buch "The Compleat Goggler" - das erste über das Sporttauchen und die Unterwasserjagd. Unter den Lesern diese Buches war auch ein Leutnant der französischen Marine namens Jacques Cousteau.

1933: Der erste Tauchsportclub wird in Kalifornien gegründet und nannte sich "The Bottom Scratchers". Ein Jahr später fand sich in Frankreich eine weitere Gruppe von Amateurtauchern zusammen und gründete den "Club des Sous-l'Eau" in Paris. Vordergründiges Interesse dieser und ähnlicher Vereine galt dem Speerfischen bzw. Harpunieren.

1933: Yves Le Prieur, ein Kapitän der französischen Marine modifiziert die Erfindung von Rouquayrol und Denayrouse. Er kombiniert ein Ventil mit einer Hochdruckpressluftflasche (100 bar) und dies gab dem Taucher vollständige Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit von Schläuchen zur Oberfläche. Der Apparat enthielt aber keinen Regler. Der Benutzer erhält frische Luft indem er einen Hahn öffnet, während die ausgeatmete Luft über den Maskenrand ins Wasser entweicht. (Ende der 30er Jahre benutzte auch Costeau dieses Gerät. Aber wie er in "The Silent World" schreibt, erlaubte das kontinuierliche entnehmen von Luft nur kurze Tauchgänge.) Ab 1935 wird dieses Tauchgerät von Le Prieur auch von der französischen Marine genutzt.

1934: Am 15. August tauchen William Beebe und Otis Barton auf 923 m in einer Bathysphäre nahe den Bermudas ab. Diese Rekordtiefe blieb für die nächsten 14 Jahre unüberboten.

1936: Le Prieur gründet den ersten Club der Welt für das Tauchen mit Tauchgeräten, den "Club of Divers and Underwater Life".

1938: Edgar End und Max Nohl machen den ersten geplanten Sättigungstauchgang und verbringen 27 Stunden bei einer Tiefe von 31 Metern in der Druckkammer eines Krankenhauses von Milwaukee. Die Dekompressionsphase dauerte 5 Stunden und einer der beiden (Nohl) bekam die Dekompressionskrankheit.

1939: Die erste vollständig erfolgreiche Rettung der Mannschaft aus einem gesunkenen U-Boot wurde durchgeführt. Am 23. Mai sank die USS Squalus, ein neues 95 Meter Unterseeboot, während eines Testtauchgangs im Nordatlantik auf 73 m Tiefe. 26 Männer ertranken sofort in den gefluteten hinteren Sektionen. In den vorderen Bereichen befand sich noch genug Luft, so dass die restliche 33köpfige Besatzung (einschließlich des Kapitäns) mehrere Tage überleben konnte. In wenigen Stunden wurde die größte U-Boot-Rettung dieser Zeit gestartet. Bis Mitternacht vom 25. Mai konnten alle 33 Männer mit einer neuartigen Taucherglocke, der McCann-Ericson-Kammer gerettet werden. Die Kammer dockte über einer der Ausstiegsluken an dem gesunkenen U-Boot an. Als dann die Luken der Rettungskapsel und die des U-Bootes geöffnet wurden konnten die Männer bei einem Druck von einer Atmosphäre die Glocke betreten. Vier mal wurde dies wiederholt um alle Männer zu retten. Auch das U-Boot wird später geborgen und wiederhergestellt. Es trat dann als USS Sailfish in den 2. Weltkrieg ein.

 



Grafik 4: Ein Teil der McCann-Erickson Rettungskammer. (U.S. Diving Manual)



1940: Erstes Produktionsjahr von Owen Churchills Schwimmflossen. Anfangs wurden nur 946 Paare verkauft, aber später steigerte sich die Produktion drastisch und Tausende werden an die Alliierten veräußert.

1941-1944: Während des zweiten Weltkriegs benutzten italienische Taucher geschlossene Kreislaufgeräte, um Minen an Schiffen der britischen Marine und an Handelsschiffen anzubringen. Dabei operierten Sie von Mini-U-Booten aus. Später bedienten sich die Briten dieser Technologie, um das deutsche Schlachtschiff Tirpitz zu versenken.

1942-43: Jacques-Yves Cousteau (ein französischer Marineleutnant) und Emile Gagnan (Ingenieur von Air Liquide, einer Pariser Erdgas-Gesellschaft) arbeiten zusammen mit dem Ziel, einen Atemregler zu entwickeln, der schon bei leichtem Einatmen automatisch Pressluft liefert. (Bis zu der Zeit lieferten alle anderen Geräte die Luft noch ununterbrochen oder es musste ständig ein Ventil geöffnet und wieder geschlossen werden. Aus unbekannten Gründen wurde das Prinzip des von Rouquayrol und Denayrouse im 19. Jhd. entwickelten bedarfsgesteuerten Reglers nie weiter verfolgt). Costeau und Gagnan versahen ihren Regler mit Schläuchen und einem Mundstück und befestigten ihn an zwei Pressluftflaschen. Im Januar 1943 wird diese Entwicklung von Costeau in der kalten Marne (Fluss bei Paris) getestet. Nach einer Veränderung (Ein- uns Ausatemventil wurden auf die selbe Höhe gebracht) patentierten sie den "Aqua Lung"...

Der Gagnan-Cousteau Regler veränderte das Tauchen grundlegend. Der einfache Aufbau und die solide Konstruktion machten ihn zu einem zuverlässigen und preiswerten Atemregler für das Sporttauchen. Die begonnene Produktion des Reglers bei Air Liquide konnte die Nachfrage kaum decken. Mitbewerber erkannten das Potential dieser Technik und brachten gleiche, oder leicht modifizierte Geräte auf den Markt... Diese Erfindung war eine technische Revolution. Wie die portugiesischen, spanischen und chinesischen Forscher aus dem 15. Jhd., die ihr Wissen über die Welt verdoppelten, trugen auch Gagnan und Costeau dazu bei, einen großen Teil der Erde der Wissenschaft zu öffnen. Sie schufen für Wissenschaftler, Ingenieure und Sportler die Möglichkeit zur umfangreichen Erforschung der Welt unterhalb der Wasseroberfläche.

Sommer und Herbst 1943: Cousteau und zwei enge Freunde, Frederic Dumas und Philippe Tailliez, machten über 500 Tauchgänge mit der Aqualunge und erhöhten dabei allmählich die erreichten Tauchtiefen. Im Oktober taucht Dumas während eines sorgfältig geplanten Tauchgangs auf 64 Meter ab und spürt "l'ivresse des grandes profondeurs" - das Verlocken der großen Tiefen.

1946: Cousteau's Aqua Lunge wird kommerziell in Frankreich vermarktet. (In Großbritannien ab 1950, Kanada ab 1951 und USA ab 1952).

1947: Im August macht Dumas einen Rekordtauchgang mit dem Aqua Lung auf 94 m im Mittelmeer.

1948: Otis Barton erreicht in einer modifizierten Bathysphäre eine Tiefe von 1372 Meter, vor der Küste von Kalifornien.

1951: Die erste Ausgabe einers Tauchermagazins erscheint in Dezember.

50er Jahre: Der Tauchsport verändert sich allmählich vom Schorcheln hin zum Tauchen mit einem Tauchgerät. Tauchsportgeschäfte werden eröffnet.

1953: "The Silent World" wird veröffentlicht. Von Jacques Cousteau mit der Hilfe von Frederic Dumas auf Englisch geschrieben, beschreibt das Buch die Entwicklung und Erprobung der Cousteau-Gagnan Aqua Lunge.

1950: Trotz des technischen Erfolgs der Aqalunge wurden bis dahin nur 10 Geräte in die UAS exportiert. Der Importeur sagte Costeau, "dass der Markt gesättigt sei".

50er Jahre: Der berühmte Schweizer Ballonfahrer August Picard richtet seine Aufmerksamkeit auf die Tiefsee. Mit seinem Sohn Jacques entwickelt er ein neues Gefährt, den Bathyscaph. Dieser war völlig unabhängig von der Oberfläche und sollte tiefer tauchen können als eine Bathysphäre. Am 15. Februar 1954 bricht so ein Bathyscaph den 1948 von Barton aufgestellten Rekord und erreicht vor der Küste von ehem. französisch Westafrika mit den Fahrern George S. Houot und Pierre-Henri Willm eine Tiefe von 4050 Metern.

1957: Die erste Folge von "Sea Hunt" mit Lloyd Bridges als Mike Hunt wird im Fernsehen ausgestrahlt. Dies veranlasst tausende Zuschauer mit dem Tauchsport zu beginnen.

1960: Am 23. Januar erreichen Jacques Picard und der Marineleutnant Don Walsh die Rekordtiefe von 10.918 Metern in einem von Picard entworfenen und in der Schweiz gebauten Bathyscaphen, der "Trieste". Dieser Tauchgang wird im Mariannengraben, 250 Meilen südwestlich von Guam, im Pazifik durchgeführt, bei einem Wasserdruck von ca. 1100 bar und einer Temperatur von 3°C. Picard beobachtet etwas, das er später als "Plattfisch an der tiefsten Stelle der Erde" bezeichnet. Er konnte aber kein Exemplar mitbringen. Die "Trieste" verließ die Oberfläche um 8:22 Uhr vormittags, erreichte die Maximaltiefe um 13:10 Uhr und ist um 16:30 Uhr wieder zurück. Niemand wird je tiefer Tauchen (es sei denn, Ozeanographen entdecken noch eine tiefere Stelle als den Mariannengraben).

60er Jahre: Als die Unfallzahlen der Taucher steigen werden die ersten Organisationen gegründet um Taucher auszubilden und zu zertifizieren. (z.B. NAUI 1960, PADI 1966...)

1962: Anfang 1962 werden mehrere Experimente mit Unterwasser-Stationen durchgeführt. Menschen verlassen diese Stationen mit Tauchgeräten für ihre Forschungen und kommen dann zum Schlafen, Essen und Entspannen wieder zurück. Diese Lebensräume werden von der Oberfläche mit Luft versorgt. Das erste Experiment dieser Art, "Conshelf One", wurde im September 1962 durchgeführt. Unter den wachsamen Augen von Jacques Cousteau und seinem Team, verbrachten Albert Falco und Claude Wesley 7 Tage in einer Station, die sie "Diogenes" nannten, nahe Marseille in 10 m Wassertiefe. "Diogenes ist eine gewaltige Aqualunge, in die sich Falco und Wesley zum Aufwärmen, Essen und Schlafen zurückzogen. Sie ist wie die Luftblase, die von einer Wasserspinne mit nach unten genommen wird, um länger tauchen zu können. Die 5 Stunden ausserhalb waren für unsere Männer wichtiger als die 19 Stunden in der Station." (Cousteau 1963)

1963-1965: 1963 leben acht Taucher in der "Conshelf Two" für einen Monat im Roten Meer. Weitere Stationen dieser Periode waren: Sealab I (1964), Sealab II (1965) und Conshelf Three (1965) in dem der ehemalige Astronaut Scott Carpenter und andere einen Monat in 60m Tiefe vor Südfrankreich verbrachten.

1967: PADI bildet im erten Jahr des Bestehens 3226 Taucher aus

1968: Am 14. Oktober tauchen John J. Gruener und R. Neal Watson vor den Bahamas mit Pressluft auf 133 m. Dieser Rekord wird erst 1990 gebrochen.

70er Jahre: Wichtige Entwicklungen in der Tauchtechnik und für die Tauchsicherheit werden eigeführt:
Ein Tauchschein (Zertifikat) ist erforderlich, um Flaschen füllen zu lassen oder Ausrüstung auszuleihen. Die Ventile mit Reservewarneinrichtung werden allmählich von Flaschenventilen ohne Reserve abgelöst, da man Finimeter benutzten konnte. Tarierhilfen und Einschlauchregler werden fester Bestandteil der Tauchausrüstung (vorher wurden Zweischlauch - Regler eingesetzt).

1980: DAN (Divers Alert Network) wird als gemeinnützige Organisation für Tauchsicherheit an der Duke University geründet

1983: Der erste kommerziell verfügbare Tauchcomputer, der "Orca Edge", wird eingeführt. Im nächsten Jahrzehnt werden diverse Modelle entwickelt und sie gehören bald zur Standartausrüstung für Sporttaucher.

1985: Ein U.S.-französisches Team unter Leitung von Robert Ballard findet mit einer vom Mutterschiff ferngesteuerten Kamera das Wrack der "Titanic". Das in 2 Teile zerbrochene Schiff liegt in 3660 m Tiefe ca. 400 Meilen nordöstlich von New York. Am 15. April rammte die Titanic auf ihrer Jungefernfahrt einen Eisberg und sank innerhalb von 3 Stunden. Sie war das größte Schiff dieser Zeit. 1522 Passagiere und Crew-Mitglieder kamen dabei ums Leben. Seit 1985 bergen sowohl die USA als auch Frankreich Teile und Gegenstände des Wracks.

90er Jahre: Allein den USA werden jährlich ca. 500.000 neue Taucher ausgebildet, neue Tauchmagazine kommen auf den Markt, Tauchcomputer werden weit verbreitet, Tauchtourismus wird zu einem großen Wirtschaftszweig... Das technisch orientierte Tauchen (technical diving) verbreitet sich - Amateure, die fortschrittliche Technologien nutzen (Mischgase, Vollgesichtsmasken, Kommunikation, Scooter u.s.w.)


Faszination Tauchen

 

Was ist so faszinierend am Tauchen? Was bringt Menschen dazu, längere Zeit unter  Wasser zu verweilen?

So alt wie die Menschheit ist der Traum, tief ins Meer zu tauchen. Die Liebe zum Abenteuer, die Lust am Unbekannten, die Suche nach ungesehener  Schönheit, all dies lockt seit Jahrhunderten hungrige
Seelen an die Gestade der Meere und in unbekannte Tiefen. Unzählige Sagen und Mythen erzählen vom Reich  Neptuns.

Meistens ist es die Suche nach den Schätzen des Ozeans, die den Taucher in die  Tiefe zieht, doch während des schwerelosen Gleitens oder Schwebens in fremdem Lebensraum wird aus rational geplanten Tauchgängen oft auch eine emotionale Entdeckungsreise zum eigenen Ich.

Allerdings reichen persönliche Wünsche und physische Fähigkeiten allein für den Aufenthalt unter Wasser nicht aus.  Schnell hat man festgestellt, dass Wasser ein dem Menschen feindlich gesinntes Element ist. Dennoch haben sie es geschafft sich heute auch diesen Teil der Welt untertan zu machen.


Was ist Tauchen heute?

Der Tauchsport hat in den letzten Jahren eine ständig wachsende Zahl von begeisterten Anhängern zu verzeichnen. Dieser Prozess bewirkt, dass es heute kaum mehr eine Küste gibt, an der nicht Sporttaucher unter Wasser gehen. Das hohe Erfolgserlebnis, das uns das Eindringen in die Unterwasserwelt vermitteln  kann, hängt wie bei kaum einer anderen Sportart von der technischen Ausrüstung ab. Erst durch die Fortschritte auf dem Tauchgerätesektor wurde dieser Sport überhaupt ermöglicht.

Damals wie heute liegt die Faszination des Tauchens vorrangig im Erlebnis des Schwebens in einer Welt der Stille. Die Möglichkeit sich frei im dreidimensionalen Raum zu bewegen, berührt mit Sicherheit einen Urwunsch des Menschen, das Fliegenkönnen.

·         Tauchen verbindet Menschen unterschiedlichster Naturen miteinander.

·         Taucher sind eine Gemeinschaft. Sie sprechen sich mit Du an.

·         Taucher achten und schützen die Natur.

·         Tauchen ist kein Hochleistungssport, aber um Tauchen zu können solltest Du körperlich und geistig fit sein.


Taucharten

Taucharten · Autonomes Tauchen · Apnoe oder Freitauchen

Apnoe-Tauchen wird auch Freitauchen genannt und ist die ursprünglichste Art des Tauchens. Bei dieser Technik verwendet der Taucher kein Atemgerät und versorgt sich auch nicht mit Luft von der Wasseroberfläche. Solange er unter Wasser ist, hält er seinen Atem an. Apnoe-Tauchen wird in sechs Hauptkategorien geteilt (die verschiedenen Varianten von jeder nicht eingeschlossen), die sich sehr voneinander unterscheiden und unterschiedliche Techniken und körperliche Anforderungen haben.

 

Statisches Apnoe / Zeittauchen


Statisches Apnoe oder Zeittauchen ist ein typischer Schwimmbad-Wettbewerb. Es wird die maximale Tauchzeit ermittelt, die man mit einem Atemzug Unterwasser bleiben kann. Dabei ist es nicht erforderlich, vollständig abzutauchen. Auf der Oberfläche liegend, mit dem Gesicht im Wasser, ist die bevorzugte Haltung.

 
Dynamisches Apnoe / Streckentauchen


Dynamisches Apnoe oder Streckentauchen ist ein typischer Schwimmbad-Wettbewerb. Der Taucher versucht mit einem Atemzug eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Die Tiefe spielt dabei keine Rolle. Es gibt eine Variante mit und eine ohne Flossen.

 
Freies Apnoe / Apnoe Libre


Beim freien Apnoe darf kein zusätzlicher Ballast für den Abstieg verwendet werden. Jedoch ist es erlaubt, sich am Seil hinab, und beim Rückweg hinauf zu ziehen. Auf Flossen muss gänzlich verzichtet werden. Nur die Kraft der Arme ist ausschlaggebend. In dieser Disziplin werden nur selten Wettbewerbe ausgeführt.

 
Tieftauchen mit konstantem Gewicht


Der Taucher muss die größtmögliche Tiefe nur mit Flossen und einem befestigten Gewicht erreichen. Der Taucher muss mit demselben Gewicht zurückkommen, das er am Anfang benutzt hat - es darf also nicht in der Tiefe zurückbleiben. Daher neigen viele Taucher dazu, ein sehr kleines Gewicht zu benutzen, was den Abstieg - besonders auf den ersten paar Metern - schwieriger macht.

In dieser Kategorie müssen die Tiefe und ihre verschiedenen Konsequenzen in Betracht gezogen werden, die den Schwierigkeitsgrad steigen lassen. Während der ersten 20 Meter wird eine enorme Menge Luft verwendet, um abzusteigen. Das Aufsteigen zur Oberfläche ist auch wieder herausfordernd, weil es schwierig ist, den richtigen Grad des Auftriebs zu finden.

Aus diesen und anderen Gründen wird Apnoe mit konstantem Gewicht als die schwierigste Tauchart bezeichnet. Als Führung dient ein Seil, an das eine Plakette angebracht ist, die der Taucher als  Beweis der erreichten Tiefe mit nach oben bringen muss. Das Seil darf jedoch nicht dazu benutzt werden, um sich hinab oder herauf zu ziehen. Nur beim Entfernen der Plakette darf das Seil berührt werden.

 
Tieftauchen mit variablem Gewicht


Das Gewicht von maximal 30 kg bringt den Athlet ohne große Kraftanstrengung an das Ziel und bleibt dort zurück. Der Rückweg zur Oberfläche muss aus eigener Kraft bewältigt werden. Es ist erlaubt, sich mit den Armen am Seil zu ziehen oder mit Hilfe der Flossen nach oben zu schwimmen. Apnoe mit variablem Gewicht verlangt vom Athleten viel Erfahrung, da der Abstieg relativ mühelos ist, aber darauf der Kräfte zehrende Rückweg folgt.

 
No limits


Diese Art des Tauchens ist ohne Zweifel die sensationellste, gefährlichste und umstrittenste Variante des Apnoe-Tauchens. Wie der Name " No limits" schon sagt, gibt es hier keine Grenzen. Das Gewicht des Tauchschlittens, das den Taucher hinabzieht, darf frei gewählt werden. Zum Aufstieg an die Oberfläche wird ein Ballon benutzt, an dem sich der Taucher festhält. Körperliche Kraftanstrengung fällt nahezu weg, die Tauchtiefen werden von der Fähigkeit, den Wasserdruck auszugleichen, limitiert.


Wegen der enormen Tiefen, die erreicht werden, ist es die wohl spektakulärste und bekannteste Art des Freitauchens. Der Aufwand, solche Versuche zu organisieren ist beträchtlich und das Risiko eines Unfalls ist weit höher als bei den anderen Disziplinen. Deshalb haben die verschiedenen Organisationen, die das Apnoe-Tauchen organisieren und fördern, "No limits" nicht offiziell anerkannt, sondern es als experimentelle Tätigkeit erklärt.

 

Taucharten · Autonomes Tauchen · Scuba-Tauchen

Die Tauchausrüstung bestimmt die Luftmenge und so die Zeitspanne, die man unter Wasser bleiben kann. SCUBA ist die Abkürzung für "Self Contained Underwater Breathing Apparatus". Scuba-Tauchen ist die Tätigkeit, in eine Wassermasse einzutauchen und dabei ein geschlossenes Atemgerät zu benutzen, wie es 1925 von Le Prieur erfunden und durch Cousteau in den 30er Jahren bedeutend verbessert wurde.

 

Taucharten · Autonomes Tauchen · Nitrox-Tauchen

Das Tauchen mit Gasmischung ist eine Methode, bei der zum Atmen andere Mittel als die herkömmliche Pressluft verwendet werden. Von allen verfügbaren Möglichkeiten ist Nitrox das Gasgemisch mit der größten Akzeptanz unter Tauchern. Die verschiedenen Nitrox-Mischungen werden auch als Enriched Air Nitrox (EAN) bezeichnet, was soviel heißt wie "mit Sauerstoff angereicherte Luft". Dieser Begriff wurde von der amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) geprägt.

Nitrox ist ein Gemisch aus den Gasen Stickstoff und Sauerstoff, im Englischen NITRogen und OXygen, daher der Name NITROX. Wir alle kennen Nitrox, da es das ist was wir täglich atmen: Luft. Aber Luft ist nur eines von vielen möglichen Nitroxgemischen, nämlich eines aus annähernd 21% Sauerstoff und 79% Stickstoff. Nitrox oder EANx sind Begriffe, die gewöhnlich benutzt werden, wenn es um Sauerstoff-Stickstoff-Gemische geht, die mehr Sauerstoff enthalten als normale Luft, also mehr als 21%. Es gibt zwei Standardgemische: Nitrox I (oder EAN32), mit 32% Sauerstoff und 68% Stickstoff, und Nitrox II (oder EAN36), mit 36% Sauerstoff und 64% Stickstoff.


Der Hauptvorteil des Tauchens mit angereicherter Luft ist die Herabsetzung des Stickstoffes im eingeatmeten Gas. Denn durch den während des Tauchens vom Körper aufgenommenen Stickstoff kann es zur Dekompressionskrankheit kommen. Die Verringerung der Stickstoffmenge, die der Taucher einatmet, reduziert dieses Risiko.

Durch die Verwendung von Nitrox können die Tauchzeiten verlängert werden. Weil eine geringere Stickstoffmenge vom Körper aufgenommen wird, wird beim Auftauchen auch weniger Zeit für die Abgabe des Stickstoffes gebraucht (= kürzere Dekompressionszeiten). Weniger Stickstoffaufnahme bewirkt also, dass der Taucher eine größere Zeit am Grund bleiben kann. Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung von Nitrox ist die geringere Müdigkeit nach dem Tauchgang (verglichen mit ähnlichen Tauchgängen bei Pressluft-Benutzung).

Mit Rücksicht darauf, dass Sauerstoff mit einem Partialdruck von etwa 2 bar giftig ist, kann das Nitrox-Tauchen (bei dem eine größere Menge Sauerstoff benutzt wird als bei Pressluft), in bestimmten Tiefen gefährlich sein. Diese Gefahr kann jedoch ausgeschlossen werden, indem man die Maximaltiefe beachtet, die für das jeweilige Nitroxgemisch angegeben ist.

Eine andere Gefahr, die mit Nitrox verbunden ist und ebenso mit der größeren Sauerstoffkonzentration zu tun hat, besteht darin, dass es eine brennbare Substanz ist. Aus diesem Grund müssen die benutzten Zylinder und Ventile regelmäßig von fachkundigen Personen gesäubert und überprüft werden.

 

Taucharten · Freizeittauchen

Freizeittauchen ist definiert als Tauchen mit autonomen Tauchgerät, das zum Zweck der Erholung ausgeübt wird (im Gegensatz zum Tauchen aus kommerziellen Zwecken). Es gibt verschiedene Arten des Freizeittauchens, beispielsweise Unterwasserjagd, Unterwasserfotografie, Orientierungstauchen, Sammeln von Arten usw.

 

Taucherkrankheiten

Medizin und Gesundheit · Vorbeugung

Einleitung

Wie bei allen Tätigkeiten, bei denen Gefahren bestehen, erfordert das Tauchen, dass man vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen ergreift. Jeder Taucher sollte einen Lehrgang über die Verhinderung von Tauchunfällen und die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen besuchen.

Sicherheits- und Präventionsplan


Einen Unfall-Verhinderungsplan zu haben ist genauso wichtig wie die Auswahl des Tauchortes oder der Auswahl der Ausrüstung, die benutzt wird.

Es ist ratsam, auf das Wetter und die meteorologischen Bedingungen zu achten, die Telefonnummern und die Adressen der medizinischen Bereitschaftsdienste zu notieren und auch die Standorte der nahe gelegenen Druckkammern zu überprüfen.

Es ist auch wichtig, Aspekte des Tauchens selbst zu betrachten: Tiefe, Zeit, Höhe, Wassertemperatur und die Erfahrung der Personen, die am Tauchen teilnehmen.

Eine der wirkungsvollsten Arten, Gefahrensituationen zu verhindern, ist das Buddy-System. Dieses System ist der Eckstein der Tauchsicherheit, besonders wenn der Taucher ein Anfänger ist. Die Tauchpartner übernehmen gegenseitige Verantwortung. Jeder sichert seinem Tauchpartner Unterstützung und Hilfe zu. Dafür müssen sich beide Taucher mit dem Tauchen und der Tauchausrüstung auskennen.

 

Notfallplan

Dieser Plan wird verwendet, wenn während des Tauchens etwas schiefgegangen ist und es notwendig wird, in einer schnellen und praktischen Weise zu handeln. Der Notfallplan muss die Schritte umfassen, die zu befolgen sind, welche Ausrüstung benutzt werden soll und die Verantwortlichkeit von jedem der Teilnehmer, um eine Überschneidung der verschiedenen Unterstützungsaufgaben zu vermeiden.

Unter den Schritten in diesem Plan sind die, die sich auf den verletzten Taucher beziehen - ob es Erste Hilfe und andere sofort durchzuführende Tätigkeiten sind, eine schnelle Auswertung der einfachsten und sichersten Weise, einen verletzten Tauchers zu einem medizinischen Unterstützungszentrum zu transportieren. Der Plan umfasst auch Schritte, die sich auf die Informationen beziehen, die dem Arzt gegeben werden müssen: Tiefe und Tauchzeit des Opfers, was die Symptome des Opfers sind usw. Die Verhinderung von Unfällen ist einfacher, wenn man einen überprüften Sicherheits- und Präventionsplan hat.

 
Druckkammern


Die Hyperbare Medizin oder Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) reproduziert die Bedingungen, die ein Taucher auf einem Tauchgang vorfinden würde, wenn der Körper den ganzen Druck trägt, der durch das Wasser ausgeübt wird. Um diese Bedingungen an Land herzustellen, ist spezielle Ausrüstung erforderlich: ein Raum, wohin der Patient hingestellt werden kann, um entweder liegend oder sitzend reinen Sauerstoff bei Hochdruck zu atmen. Die Zeitmenge, die im Raum verbracht werden muss, die Druckregulierung und die Zahl der erforderlichen Sitzungen schwankt von einer Person zu anderen und hängt vom jeweiligen Unfall ab.

 

Ohrentzündung

Dauerkontakt mit Wasser, wie er beim Tauchen auftritt, macht das Epithel des äußeren Ohrkanals anfälliger für Infektion durch Pilze und das Bakterien, die Ohrschmerzen, Entzündungen des Gehörganges und auch Absonderung von Eiter verursachen.

Um das zu vermeiden, ist es empfehlenswert, gleich nach dem Tauchen das Wasser aus dem Ohr zu entfernen (z.B. durch zur Seite Neigen des Kopfes) und die Restfeuchtigkeit mit einem zusammengedrehten Papiertaschentuch aus dem Gehörgang aufzusaugen. Im Fall einer Ohrentzündung ist eine ärztliche Behandlung sowie der vorläufige Verzicht auf Tauchaktivitäten nötig, da es sonst - aufgrund der Unmöglichkeit des Druckausgleichs - zu einem Trommelfellriss kommen kann.

 
Barotraumen des Ohres

Barotraumen sind Erkrankungen bzw. Verletzungen, die aufgrund von Druckunterschieden zustande kommen. Beim Abtauchen ohne Druckausgleich drückt der Wasserdruck das Trommelfell nach innen und erzeugt einen stechenden Schmerz. Erfolgt kein Druckausgleich, muss bei weiterem Abtauchen mit einem Trommelfellriss gerechnet werden.

Druckausgleich kann man leicht durch Zuhalten der Nase und gleichzeitigem Ausatmen herbeiführen. Dabei steigt der Druck im Innenohr und drückt das Trommelfell in seine ursprüngliche Position zurück, so dass der Schmerz nachlässt.

 
Trommelfellriss

Durch ein Barotrauma im Ohr, ein Eindrücken des Trommelfells (kommt das während Abstiegs vor, wenn Gas in einem Raum zusammengepresst wird) oder eine unbehandelte Infektion kann ein Trommelfellriss verursacht werden.

Symptome umfassen starken Schmerz und Benommenheit und/oder Übelkeit. In diesen Fällen ist es ratsam, alle Tauchaktivitäten zu unterbrechen und sofort einen Arzt aufzusuchen.

 

Sauerstoffvergiftung

Ab einem gewissen Druck wird Sauerstoff (O2) für Menschen giftig. Der maximale Druck für reinen Sauerstoff ist 1,7 Atmosphären (= bar) und 2 bar in einem Gasgemisch. Wenn diese Grenzen erreicht sind, kommt es zur Vergiftung.  

Der minimale Partialdruck des Sauerstoffes ist etwa 0,1 bis 0,17 bar. Das kann der Fall sein, wenn die Luftzufuhr unterbrochen wird oder wenn die Prozentsätze des Sauerstoffes in der Verbindung sehr gering sind.

Die Symptome von einem Taucher, der an Sauerstoffvergiftung leidet, umfassen Sehstörungen, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, Benommenheit, Schwindelgefühl und Krampfanfälle. In Extremfällen kommt es zum Tod.

Die Behandlung einer Sauerstoffvergiftung hängt vom Grad der Vergiftung ab, jedoch ist es ratsam, den Taucher in einen Raum mit niedrigem Sauerstoffgehalt zu legen. Wenn sich beim Tauchen Symptome zeigen, ist es empfehlenswert, die Tiefe konstant zu halten, bis die Zuckungen aufhören, und dann einen allmählichen Aufstieg folgen zu lassen.

 

Kohlenmonoxidvergiftung

Diese Vergiftung kann auftreten, wenn das Tauchgerät mit kohlenmonoxidhaltiger Luft gefüllt wurde. Das kann der Fall sein, wenn Auspuffgase des (mit einem Verbrennungsmotor angetriebenen) Kompressors oder Luft von einer stark befahrenen Straße über den Luftschlauch angesaugt werden.

Kohlenmonoxid (CO) hat eine mehr als 100mal stärkere Bindungsfähigkeit an Hämoglobin als Sauerstoff. Das Kohlenmonoxid löst sich im Hämoglobin des Blutes und bewirkt, dass das Hämoglobin keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Eine Kohlenmonoxidvergiftung äußert sich in folgenden Symptomen: rote oder irritierte Haut, Benommenheit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und Bewusstlosigkeit.

Es ist ratsam, das Tauchen zu beenden, langsam aufzusteigen und dabei zwischendrin Pausen zu machen, den Taucher in einem Raum mit guter Belüftung und wenig Sauerstoff zu legen und so bald wie möglich einen Arzt zu konsultieren.


Kohlendioxidvergiftung

Kohlendioxidvergiftung tritt aus verschiedenen Gründen auf. Einer von ihnen ist eine unzulängliche Ventilation bei "offenen" Tauchgeräten, ein anderer ist die kontrollierte Atmung, die beim Apnoe-Tauchen angewendet wird, oder der Taucher verringert seine Luftzufuhr aus psychologischen Gründen aufgrund der Luftmenge im Tank (Stress-Faktor), ohne es zu begreifen.

Bei einem Taucher, der unter Kohlendioxidvergiftung leidet, zeigen sich Symptome wie Kopfschmerzen, Atemschwierigkeiten, Bewusstseinstrübung und bläuliche Haut.

Der Taucher erlangt seine Gelassenheit einfach wieder, indem er auftaucht und es dem Körper ermöglicht, den CO2-Überfluss des Blutes zu beseitigen. Meistens reicht dazu Frischluftzufuhr, nur bei Bewusstlosigkeit ist Sauerstoffbeatmung erforderlich. Wenn die Vergiftung durch fehlerhafte Ausrüstung verursacht wurde, muss das Atemgerät ersetzt werden.

 
Stickstoffvergiftung

Stickstoff (N) ist ein Hauptbestandteil der Luft und stellt das größte Hindernis beim Abtauchen und beim Unter-Wasser-Bleiben dar.

Neunundsiebzig Prozent unserer Atemluft besteht aus Stickstoff. Die Körpergewebe haben die Fähigkeit, dieses Gas aufzunehmen und es dann zu beseitigen.

Die Menge des Gases, die aufgesogen oder beseitigt wird und kein Teil einer chemischen Kombination ist, ist abhängig von den Unterschieden des Partialdrucks des Gases, das sich innerhalb und außerhalb des Gewebes befindet. Je größer die Druckunterschiede des Gases außerhalb des Gewebes, desto größer die Menge des Gases, die in das Gewebe eindringt.

Die Narkose durch Stickstoff fängt nach 15 bis 18 Metern an, Effekte zu zeigen, aber ist erst wahrnehmbar, wenn der Stickstoff einen Partialdruck von 3,2 bar erreicht, was bei 30 Metern der Fall ist.

Symptome von Stickstoffvergiftung schließen Übelkeit, Schläfrigkeit, Panik, Halluzinationen und Euphorie mit ein. Um diese Symptome zu bekämpfen, müssen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden: nicht die Tiefengrenze von 30 Metern überschreiten, die empfohlenen Beschränkungen in den Dekompressionstabellen beachten, mit einer Geschwindigkeit von 9 Metern oder weniger aufsteigen und vor dem Auftauchen an die Oberfläche einen Sicherheitsstop einlegen.

 

Medizin und Gesundheit · Dekompressionskrankheit

Beim Tauchen nimmt der Körper mehr Stickstoff auf als an Land. Das kommt daher, dass die Löslichkeit des Gases mit zunehmendem Partialdruck steigt, wodurch sich der Stickstoff mit der Tauchtiefe (dem Druck) und der Tauchdauer (der Zeit) im Gewebe ansammelt. Beim Auftauchen müssen die Gewebe entsättigt werden. Der gelöste Stickstoff wird über das Blut zur Lunge zurücktransportiert und dort als Gas abgeatmet. Atmet der Taucher beim Aufsteigen zu wenig aus oder steigt schneller auf, als er seine Gewebe entsättigen kann, bildet der Stickstoff Mikroblasen, die die Dekompressionskrankheit (DCS) auslösen können.

Dekompressionsunfälle können aus verschiedenen Gründen auftreten, beispielsweise durch Nichtbeachten von Tauchtabellen, der Dekompressionsstops (die das Gewebe von Stickstoff befreien sollen) oder der maximalen Aufstiegsgeschwindigkeit.

Symptome der Dekompressionskrankheit zeigen sich kurz oder innerhalb von 24 Stunden nach dem Tauchen. Sie werden üblicherweise in drei Gruppen eingeteilt:

·         Typ I: Dies sind milde Symptome, die nur Schmerzen verursachen. Sie sind nicht lebensbedrohlich. Dazu gehören Muskel- und Gelenkschmerzen ("Bends") sowie Hautjucken ("Taucherflöhe").

·         Typ II: Dies sind ziemlich ernste Symptome. Es handelt sich um neurologische Störungen, wie zu Beispiel Seh- und Hörstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Müdigkeit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit.

·         Typ III: Dies sind sehr ernste Symptome, die durch Gasblasen im Rückenmark verursacht werden. Die Störungen treten meistens innerhalb weniger Minuten auf. Oft treten Symptome einer Querschnittslähmung auf. Schädigungen im Gehirn können sich in Halluzinationen, Erblinden und Erinnerungsverlust äußern. Tödliche Ausgänge sind möglich.

Wann auch immer ein Zeichen der Dekompressionskrankheit entdeckt wird, soll der Taucher so bald wie möglich behandelt werden. Der Gebrauch von Dekompressionskammern wird immer gegenüber der Rekompression im Wasser bevorzugt.

Beim Transportieren des Patients muss dieser die Beine hochlegen, damit das Gehirn mit Sauerstoff versorgt wird. Im Fall einer Bewusstlosigkeit ist es ratsam, ihn auf seine linke Seite zu legen, um eine Einatmung von Erbrochenem zu vermeiden.

Rekompression im Wasser wird als ein letzter Ausweg betrachtet, der nur verwendet wird, wenn es keine Druckkammer in der Nähe des Tauchgebiets gibt und keine Möglichkeit besteht, innerhalb von 12 Stunden ein Hyperbares Zentrum aufzusuchen.

 

Medizin und Gesundheit · Traumatische Gasembolie (TGE)

Einleitung

Als traumatische Gasembolie werden drei Krankheiten bezeichnet, die durch die Abweichung oder Ausdehnung der während des Tauchens eingeatmeten Luft verursacht werden.

Pneumothorax


Der Pneumothorax ist eine Ansammlung von Luft im Pleuraspalt, also zwischen den beiden Schichten des Lungenfells. Dadurch kommt es zu einem teilweisen oder kompletten Kollaps eines Lungenflügels, d.h. eine Lungenhälfte fällt in sich zusammen.

Einige der Symptome sind scharfer Brustschmerz, Atemnot und blasse Haut. Wenn der Fall von Pneumothorax ein einfacher mit wenigen Komplikationen ist, kann er durch Sauerstoffgabe behandelt werden. In ernsteren Fällen ist die Einführung einer Röhre erforderlich, die die Luft absaugt und die Lunge aufbläst. Dringende ärztliche Behandlung ist von höchster Wichtigkeit. In den meisten Fällen wird dem Taucher empfohlen, sechs Monate bis zum nächsten Tauchgang zu warten.

Mediastinalemphysem

Das Mediastinalemphysem wird durch die Ausdehnung der Luft im Gewebe verursacht, das das Herz, die Hauptblutgefäße und die Lungenbläschen umgibt. In diesem Fall bricht die Luft nicht das Lungengewebe, sondern eher die Bronchien. Es entsteht eine Luftansammlung im Mittelfellraum (zwischen Herz und Lunge).

Die allgemeinen Symptome schließen gemäßigte bis starke Schmerzen unter dem Brustbein ein (es fühlt sich an, als ob etwas nach unten drückt), die intensiver werden, wenn der Patient tief atmet oder schluckt. Es gibt Fälle, in denen Veränderungen der Stimme und Schmerzen in Schulter, Rücken und Nacken gefühlt werden können. Es ist ratsam, dem Patienten 100% Sauerstoff zuzuführen und ihn in eine Druckkammer zu bringen.

Hautemphysem

Das Hautemphysem wird durch das Abweichen der Luft vom Mittelfellraum in das Unterhautfettgewebe, besonders im Hals-Nackenbereich, verursacht. Es formen sich Luftblasen unter der Haut. In leichten Fällen ist dieses Emphysem für den Taucher kaum wahrnehmbar. Es kann eine leichte Schwellung im Nacken geben, bei Berührung der Haut machen sich die Luftblasen über ein Knistern bemerkbar und es kann zu einer Änderung im Sprachrhythmus kommen. Eine Versorgung des Patienten mit 100% Sauerstoff ist in allen Fällen empfohlen, ebenso eine Rekompression in schweren Fällen.

Außer den oben erwähnten Ursachen ist eine andere Ursache einer traumatischen Gasembolie, dass der Taucher seinen Atem während des Aufstiegs anhält.

Als eine allgemeine Regel ist es ratsam, dass ein Taucher, der eine TGE gehabt und Druckluft geatmet hat und das Bewusstsein innerhalb von zehn Minuten nach dem Erreichen der Wasseroberfläche verliert, zur Rekompression in eine Druckkammer gebracht wird.

 

Medizin und Gesundheit · Thermische Probleme

Einleitung

Thermische Probleme entstehen, wenn der Unterschied zwischen der Wassertemperatur und dem Körper des Tauchers so hoch ist, dass der Körper Hitze gewinnt (Hyperthermie) oder Wärme verliert (Hypothermie).

Hyperthermie

Hyperthermie hat verschiedene Ursachen. Es kann mit der Temperatur des Wasser am Tauchort zusammenhängen (besonders, wenn diese 28ºC überschreiten), mit Überhitzung des Körpers durch den Tauchanzug oder einer Dehydrierung des Taucherkörpers. Die Hauptsymptome schließen Muskelschwäche, Unwohlsein, Konzentrationsmangel, Ermüdung, Übelkeit und Muskelkrämpfe ein.  

Der Taucher sollte abgekühlt und zu einem frischen, schattigen Platz mitgenommen werden. In ernsten Fällen besteht die Behandlung des Opfers mit einer Wolke Wassernebel (25-30 º C). Kaltes Wasser oder Eis sollten nie am Körper direkt angewendet werden; statt dessen ist es ratsam, Handtücher mit Eis an Hals, Unterarm und Leiste anzuwenden.

Der Taucher muss mindestens ein Liter Flüssigkeit (ohne Alkohol) für jedes verlorene Kilo aufnehmen, um den Wassermangel auszugleichen.

Hypothermie

Hypothermie wird durch das Tauchen in sehr kalten Gewässern. Die klassischen Symptome umfassen un kontrollierte Muskelbewegungen, unwillkürliche Kontraktionen, mangelnde Muskelkoordination, Abnahme der Herz- und Atemtätigkeit und in einigen Fällen Bewusstlosigkeit.  

In diesem Fall ist Flüssigkeitszufuhr mit nicht-alkoholischen Getränken empfehlenswert,wie auch ein heißes Bad mit einer Temperatur von 38º bis 44ºC und den Taucher mit trockenen Decken oder Kleidern zu wärmen.

 

Medizin und Gesundheit · Flachwasser- Blackout und Asthma


Flachwasser-Blackout

Die meisten Arten von Unfällen beim Freitauchen (Apnoe) werden durch Sauerstoffmangel im Gewebe verursacht. Beim sogenannten Flachwasser-Blackout handelt es sich um einen plötzlichen Verlust des Bewusstseins, der während des Aufstiegs innerhalb von zehn Metern unter der Wasseroberfläche auftritt. Wenn das häufig vorkommt, kann langfristig eine irreversible Beschädigung des Gehirngewebes verursacht werden.

Vor einem Apnoe-Tauchgang verursacht der Freitaucher Hyperventilation, um den Partialdruck des Kohlendioxyds im Organismus zu reduzieren, wessen Konzentration den natürlichen Atemreiz aktiviert. Während der Apnoe setzen sich - obwohl die freiwillige Form der Atmung unterbrochen wird - die restlichen körperlichen Prozesse, zum Beispiel die Aufnahme des Stickstoffes durch die Gewebe, fort, so dass der Taucher unter einem Dekompressionsangriff leiden kann.

Während Aufstiegs neigt der Sauerstoff dazu, sich in den Lungen zu verbreiten, und verursacht plötzlich Sauerstoffmangel im Gehirn, der zur Bewusstlosigkeit und schließlich - wenn der Taucher nicht gerettet wird - zum Tod durch Ertrinken führt.

Es wird empfohlen, niemals alleine, sondern mit einem Partner zu tauchen und sich mit dem Warten an der Wasseroberfläche abzuwechseln. Selbst wenn man durch Hyperventilation zwischen 40 und 60% länger ohne Atemgerät tauchen kann, sollte es mit Vorsicht getan werden, da es Benommenheit und Muskelkrämpfe in Armen und Beinen verursachen kann. Es wird empfohlen, vor dem Tauchen nicht mehr als viermal tief durchzuatmen.


Asthma


Asthma ist eine chronische Krankheit des Atmungssystems, bei der die Luftwege empfindlich und - bei der asthmatischen Bronchitis - wegen verschiedenartiger Ursachen entzündet sind, weswegen sie weniger Luft durchlassen.

Es gibt gewisse Umstände, die nicht selbst Asthma verursachen aber einen Asthmaanfall auslösen können. Dies sind die sogenannten auslösenden Faktoren: Kälte, Feuchtigkeit, Sport, Tabakrauch, Infektion in den Atemwegen, intensive Gefühle und Drogen.

Es gibt nichts, was einen Asthmatiker vom Tauchen abhält, jedoch wird eine Extragefahr aufgeworfen. Ein Taucher mit Asthma kann unter Asthmaanfällen unterhalb der Wasserlinie, Panikanfällen und sogar einem Barotrauma der Lunge leiden.

Tauchern mit Asthma wird empfohlen, Regler mit speziellen Modifizierungen zu benutzen, die die Luft im Tank befeuchten und sich vor dem Tauchen von einem Arzt beraten zu lassen.

 

Tauchausbildung

Tauchausbildung: PADI

PADI steht für " Professional Association of Diving Instructors" und ist der größte Verband für die Ausbildung von Tauchern. In einem PADI-Kurs erlernen Kursteilnehmer grundlegende Tauchbegriffe durch unabhängiges Lernen und werden dann von Ausbildern in der Förderung ihrer Entwicklung geführt. Das Hauptziel ist, Kursteilnehmer zu befähigen, so schnell wie möglich das Wasser zu betreten und ihnen die notwendige Anleitung zu geben, damit sie Vertrauen als Taucher gewinnen.

Alle PADI-Programme, von Anfänger- bis hin zu Ausbilder-Niveaus, folgen strengen Qualitätsstandards, welche beständige Qualität in allen Lernstufen ermöglichen.


Unter den durch Ausbilder der PADI-Methode angebotenen Anfänger-Kursen sind der Bubblemaker-Kurs, der für Kinder zwischen acht und neun Jahren gedacht ist; der Seal-Team-Kurs, in dem grundlegende Prinzipien des sicheren Tauchens gelehrt werden und der Discover-Scuba-Kurs, in dem die Kursteilnehmer unter der Beaufsichtigung des PADI- Ausbilders in einem Swimming-Pool oder unter Bedingungen, die denen in Pools ähnlich sind, tauchen.

Die Scuba-Diver-Kurse sind für diejenigen vorgesehen, die sich bereits im Tauchen versucht haben. Dieser Kurs schließt ein Unterprogramm des Zertifikates mit ein und ist eine Qualifikation vor dem ersten Level, ideal für Urlauber oder für alle, die nur ein paar Male pro Jahr tauchen wollen.

Die Kursteilnehmer, die das Unterprogramm des Open-Water-Diver-Kurses absolvieren, genießen die Möglichkeit des Tauchens mit einem Partner - unabhängig davon, ob sie professionelle Taucher sind oder nicht.

Die PADI Fortgeschrittenen-Kurse umfassen PADI Adventures in Diving, PADI Specialty Diver and PADI Rescue Diver. Diese Kurse erlauben den Teilnehmern, spezifische zusätzliche Fähigkeiten zu erwerben, im Wasser Vertrauen zu gewinnen, ihr Verstehen der Unterwasserwelt zu erweitern und an Orten zu tauchen, wo sich nur Taucher mit fortgeschrittener Ausbildung qualifizieren.                   

 

Tauchausbildung: SSI

Was die SSI auszeichnet, ist die Suche nach Qualität, wenn es um die Ausbildungszentren geht, denen sie ihre Zertifikate gibt. Die SSI ist die einzige Ausbildungsorganisation, die einen Anschluss des Tauchlehrers an einen Shop zwingend fordert. Auf diese Weise will die SSI sicherstellen, dass der einzelne Tauchlehrer stets auf dem neuesten Stand der Technik ist. Ihre Ausbildungsmethode wird "Comfort Through Repetition" genannt. Dabei werden die Grundfertigkeiten so oft wie möglich auf verschiedenste Art und Weise wiederholt, so dass man beim Tauchen gar nicht mehr darüber nachdenken muss, da sie automatisch ausgeführt werden. So ist es möglich, beim Tauchen zu entspannen.

Die SSl hat verschiedenartige Programme für das Anfänger-Niveau entwickelt, die an die verschiedenen Bedürfnissen angepasst sind, je nachdem, ob das Endziel Rifftauchen, Wracktauchen, Tiefseetauchen oder irgendeine andere Art des Tauchens ist. Die Ausbildung kann mit einem der folgenden Anfänger-Programmen beginnen: Probetauchen im Try Scuba-Programm oder vielleicht im Open Water Diver-Programm den Tauchschein erwerben. Der Schnorchel-Kurs ist für diejenigen gedacht, die fürs Scuba-Tauchen keine Zeit haben oder nicht daran interessiert sind. Mit dem Scuba-Skills-Update-Kurs kann man seine Tauchkenntnisse auffrischen.

Die Mittelstufen- und Fortgeschrittenen-Kurse erlauben Tauchern, das notwendige Wissen und die Fähigkeiten zu erwerben, fachkundige Taucher in spezifischen Varianten des Tauchens zu werden, wie zum Beispiel im Rettungstauchen, Tiefseetauchen, Bootstauchen, Schiffswracktauchen, Orientierungstauchen, Nachttauchen und vielen mehr. Diese verschiedenen Spezialgebiete führen den Taucher in eine neue Welt voller Tauchmöglichkeiten ein.  

 

   SSI          
 

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