Tauchen
Definition
Tauchen ist die Tätigkeit des Menschen, sich im Meer, einem See, einem Fluss
oder einer anderen Wassermasse zu militärischen, wissenschaftlichen,
kommerziellen oder entspannenden Zwecken unterhalb der Wasseroberfläche zu
bewegen.
Was es einzigartig macht
Die Unterwasserwelt zu entdecken, bedeutet, sich in einer Umgebung zu bewegen,
an die wir nicht von Natur aus angepasst sind. Deswegen sollten wir immer die
Naturgesetze respektieren, die diese Umgebung regieren.
Beitrag zur Wissenschaft
Im Laufe der Geschichte hat das Tauchen Beiträge zur Wissenschaft, Geologie,
Archäologie, Geschichte und zur Forschung im Allgemeinen geleistet. Außerdem ist
es zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. Forschung, Fotografie und
Videografie sprechen von der Erhaltung und dem Schutz der Flora und Fauna der
Unterwasserwelt sowie von Aspekten, die ihnen nützen können.
Vorteile des Tauchens
• Tauchen ist eine Sportart, die alle Hauptmuskelgruppen des Körpers trainiert.
• Tauchen erhöht die Lungenkapazität und verbessert dadurch die Atmung, es
trainiert die psychomotorischen Fähigkeiten etc.
• Es verbessert die Wechselwirkung des Menschen mit der Wasserwelt und trägt so
zur Entspannung und Friedlichkeit des Individuums bei.
Voraussetzungen, um das Tauchen zu erlernen
Um zu tauchen, ist es wichtig, zu bedenken, wie wichtig geistige Stärke und
Kontrolle über den Körper ist, um ein zufrieden stellendes Maß an Entspannung zu
erreichen.
Es ist auch wichtig, sich regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen,
speziell:
- Herz
- Lunge
- Ohren und
- das Atmungssystem im Allgemeinen.
Diese Art der Tätigkeit erfordert einen guten körperlichen Zustand, der dem
Taucher erlaubt:
- angemessen zu schwimmen
- einem Tauchpartner im Notfall zu helfen und
- sich einer unvorhergesehenen Situation schnell anzupassen.
Tauchen
Als Tauchen wird im allgemeinen das Eindringen eines Körpers in eine
Flüssigkeit
bezeichnet. Häufig ist damit das Tauchen von Menschen unter Wasser gemeint. Im
Gegensatz zum
Schwimmen
und
Schnorcheln
ist beim Tauchen der gesamte Körper unter der Wasseroberfläche. Dadurch verlässt
der Mensch seine vertraute Umgebung.

Sporttauchen
Das
Sporttauchen
oder auch Hobby-Tauchen hat sich in viele verschiedene Unterbereiche aufgeteilt.
Die Unterschiede lassen sich dabei einerseits an der Art und dem Umfang der
verwendeten Ausrüstung und andererseits an dem beim Tauchen verfolgten Ziel
festmachen.
Apnoetauchen
Apnoetauchen
ist Tauchen mit angehaltenem Atem ohne Atemluftversorgung. In der Regel
verzichtet der Taucher bis auf Maske, Flossen und Anzug auch auf Ausrüstung.
Gerätetauchen

Tauchen
Beim
Gerätetauchen
verwendet der Taucher eine spezielle
Tauchausrüstung,
um mit Umgebungsschwierigkeiten zurecht zu kommen. Diese variiert je nach der
angestrebten Aufenthaltsdauer, dem dabei verfolgten Zweck und den
Umweltbedingungen. Die Luftversorgung erfolgt dabei über ein
Drucklufttauchgerät
oder
Rebreather.
Zusätzlich trägt der Gerätetaucher die
ABC-Ausrüstung,
Taucheranzug,
Tarierjacket
und
Bleigewichte.
Technisches Tauchen
Beim
technischen Tauchen
(Tec-Diving) verwendet der Taucher Ausrüstungen oder Ausrüstungsteile,
die über das beim normalen Sporttauchen übliche Niveau hinausgehen, zum Beispiel
Rebreather,
Vollgesichtsmasken,
redundante Systeme,
Backplate
mit
Harness
etc. Die Grenze zum normalen Gerätetauchen sind fließend. Jedoch können
technische Taucher ihre Ziele weiter stecken als durchschnittliche Sporttaucher.
Beim Freizeittauchen wird in der Regel Pressluft (gereinigte, komprimierte „Oberflächenluft“)
verwendet und zumeist nicht, wie manche meinen, reiner
Sauerstoff.
In vielen Bereichen des Tec-Diving geht das
Tauchprofil
über das des normalen Sporttauchens hinaus. Dabei taucht der ausgebildete
Tec-Diver in größere Tiefen hinab, als es dem Durchschnittstaucher möglich ist.
Dazu verwendet er unter anderem andere Atemgasgemische. In der Regel werden von
Tec-Divern bei einem einzigen tiefen Tauchgang mehrere Atemgase verwendet, da
diese bei verschiedenen Tiefen verschiedene Vor-und Nachteile mit sich bringen.
Das hat zur Folge, das manche Taucher mit bis zu sieben Flaschen gleichzeitig
unter Wasser gehen.
Technisches Tauchen erfordert aus zahlreichen Gründen, eine spezielle Ausbildung
sowie spezielle Ausrüstung.
Ziele des Sporttauchens
Im Gegensatz zum Berufstaucher begibt sich der Sporttaucher unter Wasser, um die
Welt der Meere, Seen und Flüsse zu betrachten und zu erkunden. Ein Erlebnis
eigener Art ist ferner die Schwerelosigkeit unter Wasser. Schließlich bringt das
Buddy-System
es mit sich, dass Sporttauchen nicht als Wettkampf- sondern als Partnersport
betrieben wird. Gleichwohl stellen unterschiedliche Bedingungen besondere
Anforderungen an Mensch und Technik, denen mit besonderen Kenntnissen und
Ausrüstungen zu begegnen ist.
Formen des Sporttauchens:
Als
Eistauchen
bezeichnet man das Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke. Besondere
Gefahren liegen hier vor allem in den Auswirkungen der niedrigen
Wassertemperatur auf Taucher und Gerät sowie in der fast völligen Unmöglichkeit,
die Einstiegsöffnung ohne Führungsleine wiederzufinden.
Historisches Tauchen
In letzter Zeit beginnt auch unter Sporttauchern das Interesse an alter
Tauchtechnik zu wachsen. Insbesondere
Helmtauchgeräte,
wie sie zwischen 1900 und 1950 den Stand der Technik darstellten, aber zusehends
aus der Berufstaucherei verschwinden, finden hier neue Beachtung. Im Vordergrund
steht hier das Erlebnis des Umgangs mit alter Technik, vergleichbar mit der
Liebhaberei alter Autos.
Höhlentauchen
Viele Höhlen sind ganz oder teilweise mit Wasser gefüllt. Es bildet einen
besonderen Reiz, diese Höhlen tauchend zu erkunden. Damit verbunden sind jedoch
Gefahren eigener Art, insbesondere, Enge, Dunkelheit und die Gefahr, die
Orientierung zu verlieren. Da der
Höhlentaucher
in der Regel keine Möglichkeit hat, in Gefahrensituationen kurzfristig
aufzutauchen, muss er über ein besonders hohes Maß an Selbstkontrolle verfügen
und auch in technischer Hinsicht vorsorgen. Hierzu dient vor allem ein erheblich
größerer Luftvorrat und die Verwendung einer Führungsleine.
Orientierungstauchen
Beim
Orientierungstauchen
geht es um schnelles und genaues Tauchen. Diese Wettkampfsportart vereint
Elemente des Orientierungslaufes und des Flossenschwimmens.
Unterwasserfotografie/Unterwasservideografie
Mit speziellen Kameras oder Gehäusen ist es möglich, unter Wasser
Foto-
und
Videoaufnahmen
zu machen. Dieses findet nicht nur im professionellen Bereich Anwendung, sondern
auch im Tauchsport.

Wracktauchen
Schiffswracks
stellen besondere Anziehungspunkte für Taucher dar, einerseits aus Interesse am
versunkenen Schiff selbst, außerdem wegen der oft bemerkenswerten Tier- und
Pflanzenwelt. Das
Wracktauchen
hat jedoch ebenfalls eigene Gefahren, namentlich besondere
Strömungsverhältnisse, hängengebliebene Fischernetze, hervorstehende scharfe
Kanten und, sofern man in das Wrack eindringt, die Gefahr des Hängen- oder
Steckenbleibens sowie der Orientierungsverlust.
Umwelt- bzw. Denkmalschutz
Die in den 1950er Jahren beginnende Verbreitung des Tauchsports zog zunächst
erhebliche Umweltprobleme nach sich. Insbesondere der Umstand, dass Tauchgeräte
bedenkenlos, dafür aber mit großem Erfolg bei der Unterwasserjagd und der
Bergung von Altertümern eingesetzt wurden, führte zu erheblichen Schäden in der
küstennahen Tier- und Pflanzenwelt sowie zur unwiederbringlichen Zerstörung von
archäologischen Fundstätten. Daher haben in den Folgejahren einerseits die
staatlichen Behörden mehr oder weniger strenge Schutzvorschriften erlassen oder
sogar bestimmte Bereiche für das Tauchen gänzlich gesperrt. Andererseits liegt
die Erhaltung einer intakten Umwelt und Fundstätten auch im Interesse der
Taucher, da ihre Betrachtung einen besonderen Reiz bei dieser Sportart ausmacht.
Entsprechend entwickelten die Tauchorganisationen Verhaltenskodizes und
spezielle Kurse, die zu umwelt- und denkmalgerechtem Tauchen befähigen sollen.
Dies verhindert zum einen, dass Sporttauchern Gesetzesverstöße unterlaufen, die
mit teilweise drastischen Strafen belegt sind. Zum anderen machen sie das
Tauchen zu einer Sportart, welche umweltverträglich ist und es ermöglicht,
ungeahnte Einblicke in die Unterwasserwelt oder in die Kulturgeschichte zu
erhalten.
Umsichtige Sporttaucher können für die Entdeckung archäologischer Fundstätten
zuweilen sogar ausgesprochen wertvoll sein, sofern sie nichts verändern und die
zuständigen
Denkmalschutzbehörden
benachrichtigen. Auch beteiligen sich Tauchsportvereine vielfach, wenn es gilt,
Gewässer von hineingeworfenen Abfällen zu reinigen.
Zum Schutz von Wracks und Unterwasserruinen wurde 2001 die UNESCO Konvention
zum Schutz des Unterwasserkulturerbes geschaffen. Sie regelt die Erhaltung
archäologischer Fundstätten vor Ort, das Bedürfnis einer Erlaubnis zum Eingriff
in Wracks und die Bergung von Gegenständen und das Verbot ihrer kommerziellen
Ausbeutung. Deutschland ist derzeit noch nicht Mitglied der Konvention, da -
unbegründete- Bedenken gegen die Regelungen gewisser Hoheitsrechte auf See
bestehen.
Tauchen mit Handicap
Auch Menschen mit
Behinderung
haben mittlerweile vielseitige Möglichkeiten am
Sporttauchen
teilzuhaben. Das
Behindertentauchen
ist vor allem in therapeutischem Sinne für
körperlich behinderte
Menschen
gedacht. In letzter Zeit entwickeln sich zunehmend auch Angebote für
geistig behinderte
Menschen
und pädagogische Ansätze für
verhaltensauffällige
Kinder und Jugendliche. Gerade in diesen Bereichen findet eine konsequente
wissenschaftliche Auseinandersetzung statt, die sich nicht mehr nur mit der
Sportart an sich auseinandersetzt, sondern auch psychologische, pädagogische und
sogar psychiatrische Fragen angeht. Emotionspsychologische und
erlebnispädagogische Untersuchungen zeigen mittlerweile erstaunliche Erfolge und
erlauben Rückschlüsse für Menschen mit
psychischer bzw.
seelischer Behinderung
oder einer
Lernbehinderung.
Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung kommt es zu einem
bemerkenswerten ehrenamtlichen Engagement in diesem Bereich des Tauchsports.
Einen wesentlichen Beitrag dazu haben die interessanten Erkenntnisse aus der
Tauchpsychologie
geleistet.
Berufstauchen
Das Ausführen gewerblicher Arbeiten unter Wasser ist die Aufgabe der
Berufstaucher.
Das Tätigkeitsspektrum ist sehr vielfältig, beispielsweise
·
Bauarbeiten, insbesondere Errichtung, Instandhaltung und Abbruch von
Wasserbauwerken sowie Bauarbeiten an Land im Grundwasserbereich
·
Überprüfungsarbeiten an Wasserbauwerken, Schiffen, Wasserstraßen, Wracks,
Brunnen, Klärwerken etc.
·
Bergungsarbeiten
·
Rettungsarbeiten
·
Aufgaben bei Polizei und Landesverteidigung
Entsprechend breit gestreut ist das Spektrum der Stellen, die Taucher vorhalten
oder beauftragen:
Rettungstaucher
Rettungskräfte wie
Feuerwehr
(Feuerwehrtaucher),
DLRG,
Wasserwacht
und
Katastrophenschutz
(Rettungstauchen)
Öffentlicher Dienst
bei
Zoll,
Polizei
und
Bundeswasserstraßenverwaltung
Bundeswehr
bei der
Bundeswehr
sowohl beim
Heer
als auch bei der
Marine
zum Beispiel als
Minentaucher,
Kampfschwimmer
und
Pioniertaucher
Forschung
bei
wissenschaftlichen
Instituten
und
ozeanografischen
Forschungseinrichtungen
als
Forschungstaucher/Unterwasserarchäologe
Industrie
als Industrietaucher im
Tiefbau,
Anlagenbau
oder als
Offshore-Taucher
(zum Beispiel in der
Ölindustrie)
Gewerbe
gewerbliche Taucher- und Bergungsbetriebe
Den Berufstauchern zuzurechnen sind auch die Tauchlehrer, die sich mit der
Ausbildung von Sporttauchern befassen. Schließlich verdienen auch die
ortskundigen Führer („Guides“) an Tauchbasen ihren Lebensunterhalt damit,
tauchende Touristen zu den Sehenswürdigkeiten unter Wasser zu führen.
Gefahren und ihre Abwehr
Spezifische Gefahren des Tauchens
Statistisch gesehen ist Tauchen sicherer als Schwimmen und sicherer als viele
Sportarten außerhalb des Wassers. Jede Sportart hat jedoch ihre speziellen
Gefahren und potenzielle Risiken, daher ist es notwendig, Tauchkurse zu
besuchen.
Beispiele solcher Risiken sind:
·
mögliche technische Probleme wie das
Vereisen
von Ventilen,
·
unkontrollierter Luftverlust durch Beschädigung des Luftversorgungssystems,
·
Barotraumen
durch mangelhaften Druckausgleich bis hin zur
·
Dekompressionserkrankung
beim zu schnellem Auftauchen (Dekompression).
Für Sport- und Berufstaucher gelten besondere Verhaltensregeln und klar
definierte Sicherheitsstandards, die unbedingt eingehalten werden müssen. Diese
ergeben sich aus der
Tauchtheorie
und
Tauchphysik.
Wie beim Autofahren ist es wichtig, diese Regeln zu beachten und den gesunden
Menschenverstand zu nutzen.
Mit den körperlichen Problemen und Gefahren beim Tauchen befasst sich die
Tauchmedizin.
Sicherheits- und Verhaltensregeln
Um Tauchunfälle und Taucherkrankheiten zu vermeiden, sind verschiedene
Sicherheits- und Verhaltensregeln einzuhalten. Sie gelten für alle Taucher, ob
zivil, militärisch oder im Rettungsdienst. Hier die wichtigsten 14:
·
Tauche nie allein
und melde Dich ab und an (informiere andere über Deinen Tauchgang)
·
Verwende bei schwierigen Bedingungen eine Sicherung (Sicherungsleine,
Buddyleine)
·
Erhöhe
die Sicherheit durch
Redundanz
der Geräte (Reserveautomat, Oktopus etc.)
·
Gewinne
durch regelmäßiges Training Sicherheit im Umgang mit Deiner Ausrüstung,
überprüfe diese regelmäßig.
·
Tauche
stets auf der konservativen Seite und gehe niemals an Deine Grenzen oder die
Grenzen Deiner Ausrüstung.
·
Informiere Dich über die lokale Rettungskette und Rettungsmittel (Druckkammer,
Taucherarzt) sowie Wetter, Tauchrevier und Besonderheiten
·
Plane
Deinen Tauchgang, halte Dich an die Planung und greife die (Luft-)Reserve nur im
Notfall an.
·
Tauche
nicht, wenn Du dich krank oder unwohl fühlst oder bestimmte Medikamente
einnimmst.
·
Rauche
niemals unmittelbar vor einem Tauchgang.
·
Fliege
nicht innerhalb von 24 Stunden nach einem Tauchgang, bei Deko-Tauchgängen nicht
innerhalb von 36 Stunden, bei Deko-Unfällen nur nach Freigabe eines
Taucherarztes.
·
Trinke
mindestens 24 Stunden vor dem Tauchen keinen Alkohol, nimm niemals Drogen.
·
Entgifte Deinen Körper vor dem Tauchen, trinke viel, stelle ein isotonisches
Gleichgewicht her.
·
verzichte vor dem Tauchen auf schwer verdauliche und blähende Nahrungsmittel.
·
Lass
Dich regelmäßig von einem Taucherarzt durchchecken.
Geschichte des Tauchens
Die
Geschichte des
Tauchens
beginnt nachweislich bereits ca. 4500 v. Chr. Der Abenteuerer
Alexander der Große
soll in seinen jungen Jahren Tauchversuche im Mittelmeer gemacht haben.
Aristoteles
und
Plinius der Ältere
erwähnen ebenfalls Taucher. Ende des 18. Jahrhunderts wurde begonnen mit
sperrigen
Helmen
zu tauchen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts demonstrierte der Tauchpionier
Yves Le Prieur
wie helmloses Tauchen möglich ist.
Die Geburtsstunde des heute praktizierten Sporttauchens begann in den
50er/60er
Jahren. Zu dieser Zeit ging der Tauchsport immer mehr vom Freitauchen
(Luftanhalten bzw.
Apnoe)
zum Gerätetauchen über und die ersten Tauchorganisationen wurden gegründet.
Tauchorganisationen
Tauchorganisationen
sind
Vereine
(Clubs
oder
Verbände)
für
Sport-
und
Berufstaucher.
Die meisten Organisationen bieten
Tauchausbildungen
für Anfänger und Weiterbildungen für Fortgeschrittene und Trainer (Instruktoren)
an. Die Ausbildung wird durch ein
Brevet
nachgewiesen.
Viele Organisationen sind nationale Tauchverbände. Oft betreiben Sie ein Netz
von Tauchbasen auf der ganzen Welt und bieten zudem noch Tauchreisen an. Viele
Tauchorganisationen sind in der Regel kommerziell ausgerichtet.
Geschichte
Einleitung
Von Anfang an ist der Mensch neugierig gewesen, zu entdecken, was in den Tiefen
des Meeres verborgen ist. Viele und mannigfaltige Erfindungen sind während der
Jahrhunderte verwendet worden, um zu versuchen, das Meer zu erforschen - aber
erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Sport populär geworden.
Vorgeschichtliche und alte Zeiten
Es gibt Hinweise, dass in vorgeschichtlichen Zeiten Unterwassertauchen in die
Praxis umgesetzt wurde, um die großen Muschel-Ablagerungen zu erreichen (viele
davon sind weit unter der Oberfläche des Meeres) die in der Ostsee und an der
Küste Portugals gefunden worden sind. Das beweist, dass der Mensch, obwohl er
bereit war, auf Ebbe zu warten um sie zu sammeln, gezwungen wurde, zu den
Plätzen zu tauchen, wo sie begraben wurden. Auch die polynesischen Stämme
engagierten sich seit vorgeschichtlicher Zeit im Tauchen. Diese Stämme benutzten
eine primitive aber praktische Art der Unterwasserschutzbrille, gemacht aus
einem Holzrahmen, der ein transparentes Blatt des Schildkröten-Panzers hielt.
Unter den Völkern der alten Zeiten werden die ersten Nachrichten von Tauchpraxis
168 vor Christus datiert, als Taucher gewohnt waren, den Schatz von dem Palast
wieder zu erlangen, den Perseus, der letzte König von Mazedonien (Griechenland),
in das Meer geworfen hat. In den "Problemen" von Aristoteles werden zwei Arten
von Tauchgeräten erwähnt. Eines davon ist das "lebeta", ein Vorgänger der
Tauchglocke, bestehend aus einem großen metallischen Raum, der umgekehrt ins
Wasser gestellt wird, und der eine Abgabe der Luft in einer Kapazität erlaubt,
im Inneren eingesperrt zu werden. Ein oder mehrere Taucher platzieren sich im
Inneren und verlassen die Glocke für kurze Zeiträume, um zu tauchen. Die andere
Vorrichtung, die erwähnt wird, besteht aus einem Atmungsschlauch, der dem
heutzutage gebräuchlichen Schnorchel sehr ähnlich ist.
Mittelalter und Renaissance
Obwohl das
Mittelalter wenig mit dem Meer zu tun hatte, gibt es in diesem Zeitalter ein
wenig Seetätigkeit, so dass wir den außerordentlichen Taucher Nicholas (bekannt
als "der Fisch") finden, dessen Unterwassertapferkeit von Friedrich Schiller in
seiner Ballade "Der Taucher" und auch als ein Charakter namens "Peje Nicolao" in
"Quixote" von Cervantes, unsterblich gemacht wurde.
In der Renaissance entwarf das vielseitige Genie Leonardo da Vinci mehrere
Tauchvorrichtungen. Die erste bestand aus einer einfachen Röhre, ähnlich dem
gegenwärtigen Schnorchel. Die andere Tauchvorrichtung war ein Sturzhelm mit
Schutzbrille und einem Atmungsschlauch in einer Art der Haube mit Spitzen, die
als eine natürliche Verteidigungseinheit gegen mögliche Fleischfresser diente.
Ein anderer Typ bestand aus einem großen Luftkanister, der über der Brust des
Tauchers platziert wurde und mit einer Maske verbunden war, die einen Teil des
Gesichtes bedeckte. Das vollkommenste Design besteht aus einem kompletten
Tauchanzug, durch andere Autoren klassifiziert als "Ausrüstung, die alle
Lebensnotwendigkeiten und spezielle Anforderungen abdeckt, die ein Mensch unter
Wasser haben konnte".
Moderne
In der Mitte
des 18. Jahrhunderts kamen Entdeckungen und Erfindungen an die Oberfläche, die
es erlaubten, tiefer abzutauchen und länger unten zu bleiben. In der Moderne
stießen Tauchglocken auf große Akzeptanz - so zum Beispiel Jean Barrié´s "Patache"
(1940) oder die Tauchglocke von Halley (1960), die eine Luftzufuhr von der
Oberfläche hatte.
Die Entwicklung der Glocke ist Augustus Siebe zu verdanken, der von Einigen der
"Vater des modernen Tauchens" genannt wird. Er verringerte die Glockengröße
solange, bis es ein Sturzhelm geworden war, der Luft von einer Pumpe auf der
Wasseroberfläche empfing. 1837 fügte er einen Anzug hinzu, der den Körper des
Tauchers trocken hielt und den er "gepanzerter Tauchanzug" nannte. So entstand
die klassische Tauchausrüstung, wie es sie, mit nur einigen geringfügigen
Veränderungen, noch heute gibt.
1860 schlossen sich ein Offizier der französischen Marinesoldaten, Auguste
Denayrouze, und ein Bergbauingenieur, Benedict Rouguayrol, zusammen, um einen
leichteres Gerät zu bauen, als den gepanzerten Tauchanzug. Das Gerät bestand aus
einem metallenem Kanister, der mit Hilfe eines Reglers den Luftdruck ausgleichen
konnte, und einem Schlauch, der Luft von der Oberfläche lieferte. Der Taucher
konnte die Verbindung lösen und einige Minuten lediglich mit dem luftgefüllten
Tank auf dem Rücken tauchen. Dieses Gerät wurde "Aerophere" genannt.
Henry Fleuss entwickelte eine Tauchausrüstung, die mit einem Sauerstoffanteil
von 50 - 60% arbeitete. Das erste Tauchen damit fand im Jahr 1879 statt und
dauerte eine Stunde. Fleuss war vom Potenzial seiner Ausrüstung so überzeugt,
dass er Siebe Gorman und Company - eine der etabliertesten und ältesten
Tauchergesellschaften - dazu bringen konnte, seine Tauchausrüstung herzustellen.
20. Jahrhundert
In den 30er
Jahren wurden viele der für die Entwicklung des modernen Tauchens wesentlichen
Elemente entwickelt. Diese schließen Flossen (1935), Schnorchel (1938) und die
Gesichtsmaske, die Augen und Nase bedeckt (1938), ein. 1933 ließ der
französischer Forscher Le Prier den Tauchanzug patentieren, der dem Taucher mehr
Freiheit gab, weil er eine Flasche mit Pressluft (150 bar Druck) enthielt und
somit von der Wasseroberfläche unabhängig war. Die Gesichtsmaske stellte eine
klarere Sicht bereit. Jedoch hatte dieses erste autonome Tauchgerät kein
Verbrauchskontrollsystem und schränkte folglich die Freiheit des Tauchers noch
in einem beträchtlichen Umfang ein.
1943 machte sich eine Mannschaft bestehend aus Jacques-Yves Cousteau (ein
französischer Marineleutnant), Emile Gagnan (ein Ingenieur) und ein junger
Athlet namens Frédéric Dumas auf und testeten ein Gerät im Meer vor der Blauen
Küste, die die Erfindung werden sollte, von der viele Generationen geträumt
hatten. Es beinhaltete einen geschlossenen Apparat, dessen Haupteigenschaft ein
Atemregler war, der den Luftdruck dem Umgebungsdruck und die zur Verfügung
gestellte Luftmenge automatisch der Atemtätigkeit des Tauchers anpasste. Die
Luft wurde in einer Pressluftflasche mitgeführt.
Dieses System gab Tauchern die Chance, mit einem annehmbaren Atmungssystem in
Tiefen hinabzusteigen, die die Menschheit sich bis dahin nie vorgestellt hat.
Der Apparat ist aber nur ein Teil der Erfindung, da Cousteau Gummiflossen und
eine Maske benutzte, die Augen und Nase und bedeckte und den natürlichen
Auftrieb des menschlichen Körpers mit einem Gürtel ausglich, der Bleikügelchen
enthielt.
Seit dieser Zeit hat es der Fortschritt im Verstehen der Physiologie und der
Technik, die es Menschen erlaubt, gasartige Verbindungen zu atmen, den Tauchern
ermöglicht, bis in Tiefen von 400 Metern hinabzusteigen.
Geschichte des Tauchens
Die Geschichte des
Tauchens
begann schon vor 6500 Jahren. Die Zivilisation war vom Anbeginn der Geschichte
eng an das Wasser der Flüsse, Seen und vor allen Dingen Meere gebunden. Die
Gewässer sind seit Urzeiten Nahrungsgrundlage vieler Menschen und dienten als
Transportwege. So ist es nicht verwunderlich, dass schon vor langer Zeit
versucht wurde, die Bereiche unter der Wasseroberfläche zu erkunden.
Frühzeit und Antike – Die Anfänge
Archäologische Funde beweisen, dass schon 4.500 v. Chr.
Apnoetaucher
in Ostasien, Indien und im Arabischen Meer nach Perlen, Perlmutt, Schwämmen und
Korallen tauchten. In der japanischen
Präfektur Mie
tauchen bis zum heutigen Tag die so genannten Amah („Meerfrauen“) ohne
Schnorchel und Pressluftgerät nach wertvollen und schmackhaften Awabi-Muscheln
und halten eine Jahrtausende alte Tradition am Leben. In Europa gab es erste
Anzeichen für das professionelle Tauchen ab ca. 2.500 v. Chr. Griechische
Schwammtaucher ernteten die Tiere in großen Mengen. 2.000 Jahre später tauchte
der Grieche Scyllias nach versunkenen Schiffen, um wertvolle Ladung zu
bergen. Dem Mythos nach soll er dabei einen umgedrehten Kessel als Luftreservoir
genutzt haben. Sollte dies wahr sein, wäre er der erste
Gerätetaucher
der Geschichte.
Um 450 v. Chr. zur Zeit der
Perserkriege
erscheinen erste Berichte über griechische Marinekampftaucher. Sie sollten sich
unbemerkt den feindlichen Schiffen nähern und diese anbohren. Über hundert Jahre
später beschrieb
Aristoteles
das Prinzip der
Tauchglocke.
Er berichtete von griechischen Schwammtauchern, die dieses Tauchgerät
verwendeten. Es wird behauptet, dass
Alexander der Große
in seiner Jugend einen Tauchversuch in der neuartigen Konstruktion gemacht
hätte. Diese Erfindung geriet wie so viele Errungenschaft der
Antike
später wieder in Vergessenheit.
Um 250 v. Chr. entdeckte
Archimedes
die für den Schiffbau und das Tauchen wichtigen Gesetze des
Auftriebes.
Er erkannte, dass die Auftriebskraft eines Körpers in einem Medium genau so
gross ist, wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums. Heute nennt
man dieses Gesetz
Archimedisches
Prinzip
und es gehört zu den wichtigsten physikalischen Prinzipien, die ein Taucher
kennen, verstehen und vor allen Dingen kontrollieren muss.
Um 60 n. Chr. berichtete der römische Feldherr, Politiker und Gelehrte
Plinius der Ältere
von Kampftauchern. Er war Präfekt der römischen Flotte und ließ die Taucher mit
Schnorcheln
ausstatten.
Vereinzelte weitere Berichte über den Einsatz von Tauchern existieren. So sollen
z.B. im Jahre 194 im Zuge einer Belagerung in einem der zu dieser Zeit häufigen
römischen Bürgerkriege oströmische Kampftaucher einige weströmische Galeeren
erobert haben.
Mittelalter – 1.000 Jahre Stillstand
Nach der Antike fiel über Europa die finstere barbarische Nacht des
Mittelalters.
Große Teile des Wissens der Antike gingen verloren. Andere wurden in
Byzanz
bewahrt und später von der jungen Kultur des aufstrebenden Islam für die
Menschheit erhalten. Die Erfindung der Tauchglocke gehörte zu dem Teil des
Erbes, der vorerst verloren ging.
Die wissensfeindliche und prüde weströmische Kirche verteufelte sogar das
Schwimmen. So kam es, dass zu Zeiten eines
Christoph Kolumbus
wagemutige europäische Seeleute zwar immer weiter hinaus auf den Ozean segelten,
aber im Allgemeinen nicht schwimmen, geschweige denn tauchen konnten.
Im von Bürgerkriegen zerütteten Japan entwickelte die Kriegerkaste der
Ninja
neue Schwimmtechniken und beschäftigte sich auch mit dem Tauchen.
Neuzeit – Wissenschaft und Technik auf dem Vormarsch
Renaissance – Rückbesinnung und erste neue Ideen

Tauchglocke aus dem 16. Jahrhundert
Das Ende des europäischen Mittelalters wurde durch den
Fall Konstantinopels
im Jahre 1453 und die
Entdeckung der neuen
Seewege
durch Portugiesen und Spanier eingeleitet. Wichtige Erfindungen wie der moderne
Buchdruck leiteten ein neues Zeitalter der geistigen Freiheit und des
wissenschaftlichen Forscherdranges ein. Die alten Schriften der Antike wurden
wieder studiert und vieles Wissen der Vorzeit neuentdeckt.
Leonardo da Vinci,
einer der schöpferischsten Denker der
Renaissance,
entwarf um 1500 einen schweinsledernen Tauchanzug mit einer Lederkappe und
handtellergroßen Glaslinsen als Maske. Zur Luftversorgung plante er einen
Blasebalg mit 2 Schläuchen. Das Tauchgerät war für einen militärischen Einsatz
gegen die gefürchtete
osmanische
Flotte gedacht. Ein Nachbau aus dem Jahre 2003 bewies die grundsätzliche
Funktionsfähigkeit der Konstruktion.
1521 versuchte der erste Weltumsegler
Ferdinand Magellan
auf hoher See die Tiefe zu loten. Er ließ ein 700m langes Seil ab und fand
keinen Grund. Daraus zog er den Schluss, dass das Meer unendlich tief sei.
1538 wurde in Toledo eine offene Tauchglocke ohne Luftversorgung vorgeführt und
somit das damals 1800 Jahre alte Prinzip neuerfunden.
17. und 18. Jahrhundert - Ursprünge der modernen Tauchtechnik
Diese 2 Jahrhunderte sind durch grundsätzliche Entdeckungen in vielen Bereichen
der Wissenschaft und nachhaltige gesellschaftliche Umwälzungen geprägt.
Insbesondere die Geografie, die Mathematik und die Physik erreichten ein
Erkenntnisniveau, dass in vielen Fragen bis heute nicht übertroffen ist Die
gesellschaftlichen Umwälzungen waren für die Entwicklung des Tauchens nicht
weniger bedeutsam. Die
Glorreiche
Revolution
in England hatte die Entwicklung der modernen Industriegesellschaft zur Folge.
Weitere radikalere Revolutionen folgten später in
Frankreich
und den
USA.
Die rasante wirtschaftliche Entwicklung und die neuen Erkenntnisse der
Wissenschaft ergaben die Möglichkeit, Maschinen zu bauen und führten zur
sogenannten
Ersten
Industriellen Revolution
die eine grundlegende Voraussetzung für das Tauchen mit technischen Hilfsmitteln
war.

Magdeburger
Halbkugeln
Um 1650 gelangen dem Magdeburger Multitalent
Otto von Guericke
entscheidende Entdeckungen und Erfindungen, die im Zusammenhang mit der Luft,
ihrem Gewicht und dem Druck standen. Er erfand unter anderem das Barometer, die
Kolbenluftpumpe und das Luftdruckgewehr. Seine teilweise spektakulären und
öffentlichen Versuche bewiesen zum einen, dass Luft überhaupt Gewicht besitzt
und zeigten die Existenz und enorme Wirkung des Luftdruckes, einer bis dahin
unbekannten physikalischen Größe. Die Gesetze des Druckes sind für das Tauchen
von enormer Bedeutung und jeder Taucher muss sie kennen und verstehen. Guerickes
Barometer ist ein Gerät zur Messung des
Luftdruckes
und dient der Wettervorhersage. Zu jeder modernen Tauchausrüstung gehören 2
Druckmessgeräte. Der
Tiefenmesser
misst die Tauchtiefe indirekt über den
Wasserdruck.
Das
Finimeter
zeigt den aktuellen Flaschendruck – also die Menge der verbleibenden Pressluft –
an.
Der englische Physiker
Robert Boyle
beschrieb 1662 den Zusammenhang zwischen Druck und Volumen eines Gases. 1676
gelangte unabhängig von ihm sein französischer Kollege
Edme Mariotte
zu denselben Erkenntnissen. Das
Gesetz von
Boyle-Mariotte
besagt, dass das Produkt aus Druck und Volumen einer festgelegten Stoffmenge von
Gas konstant ist. Das bedeutet, dass bei steigendem Druck eine Gasblase an
Volumen verliert und sich bei fallendem Druck ausdehnt. Dieser physikalische
Zusammenhang ist die vielleicht bedeutsamste theoretische Erkenntnis für die
Entwicklung des Tauchens. Die wichtigsten Probleme des Tauchens wie
Druckausgleich der organischen Hohlräume oder Auftriebskontrolle können nur
verstanden und kontrolliert werden, wenn man das „Gesetz von Boyle-Mariotte“
beachtet.
1670 entdeckte Robert Boyle, dass Gase sich unter Druck in Flüssigkeiten lösen
und bei Druckabfall Blasen bilden. Dieses Verhalten ist für die Erklärung der
Taucherkrankheit
von grundlegender Bedeutung.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entdeckte der französische Physiker
Guillaume Amontons
den Zusammenhang zwischen Druck und Temperatur eines Gases bei vorgeschriebenem
Volumen. In der Literatur wird dieses physikalische Prinzip als
Zweites Gesetz von
Gay-Lussac
bezeichnet und besagt, dass Druck und Temperatur eines Gases bei konstantem
Volumen direkt proportional sind. Das bedeutet, das bei steigender Temperatur
auch der Druck steigt und umgekehrt. Dieser Zusammenhang ist für moderne
Tauchtechnik sehr wichtig. Im Rückschluss bedeutet dieses Gesetz, dass fallende
Drücke zur Abkühlung führen. Eine technisch problematische Herausforderung der
Luftversorgung eines Gerätetauchers ist der Abbau des extremen Hochdruckes der
Pressluftflasche auf atembares Druckniveau. Das ausströmende Gas verliert an
Druck und kühlt ab, was zu Vereisungen von Ventilen und Versagen der Luftzufuhr
führen kann.
Im Oktober 1691 zeigte
Edmund Halley
der Öffentlichkeit eine Tauchglocke mit Luftversorgung. Zusätzlich zur Glocke
wurden mit Luft gefüllte Fässer abgelassen. Wenn man diese unterhalb der Glocke
öffnete, konnte die Glocke mit Frischluft befüllt werden. Taucher, die mit Hilfe
von Atemschläuchen mit der Glocke verbunden waren, konnten die komprimierte Luft
atmen. Halley, nach dem übrigens der bekannte
Halleysche Komet
benannt ist, blieb mit dieser Vorrichtung für 1,5h in 15m Tiefe. Später wurden
derartige Glocken mit Ablassventilen ausgestattet, so dass vor dem Nachfüllen
verbrauchte Luft abgelassen werden konnte.
Um 1715 stellte der Brite John Lethbridge seine „Tauchtonne“ (diving
engine) vor. Es handelte sich um einen geschlossenen Panzertauchanzug. Der
Taucher befand sich in einer hölzernen Tonne, aus der Arme und Beine
heraustraten. Die Tonne war mit Lederdichtungen versehen, so dass nur die
Gliedmaßen dem Wasserdruck ausgesetzt waren. Die Luftversorgung erfolgte über
Blasebalge, mit denen die Tonnen vor dem Tauchgang befüllt wurde. Da der
Luftvorrat in der Tonne sehr begrenzt war, waren die Grundzeiten entsprechend
kurz. Nachbauten haben bewiesen, dass das Tauchen mit der „Tauchtonne“ wegen des
fehlenden Druckausgleiches eine sehr schmerzhafte Prozedur war und dass die
Tauchtiefe auf 20m begrenzt blieb. Trotzdem bewährte sich die Tauchtonne bei
Bergungsarbeiten an gesunkenen Schiffen.
1777 beobachtete der schwedische Forscher Scheele, dass Bienen in einem
geschlossenen Behälter länger überlebten, wenn man eine Schüssel mit Kalkwasser
hineinstellte. Das in Kreislaufgeräten genutzte Prinzip der Absorption des
Kohlendioxides
durch Kalk war entdeckt.
1787 beschrieb der französische Physiker
Jacques Alexandre
César Charles
den Zusammenhang zwischen Temperatur- und Volumenänderung eines Gases. 15 Jahre
später im Jahre 1802 gelangte der ebenfalls französische Physiker und Chemiker
Joseph Louis
Gay-Lussac
zu denselben Erkenntnissen. Die Schulbücher taten, wie so oft, dem
ursprünglichen Entdecker unrecht. Der entdeckte Zusammenhang wird in der
Literatur allgemein als das
Erste Gesetz von
Gay-Lussac
bezeichnet. Das physikalische Gesetz besagt, dass Temperatur und Volumen einer
festgelegten Stoffmenge an Gas direkt proportional sind. Das bedeutet, dass bei
steigender Temperatur das Volumen wächst.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war der Maschinenbau in
Großbritannien so weit entwickelt, dass immer leistungsfähigere und mobile
Kompressoren
gebaut werden konnten. Die konstant erzeugte Druckluft wurde genutzt, um
Tauchglocken kontinuierlich mit Frischluft zu versorgen. 1788 konstruierte der
britische Wasserbauingenieur John Smeaton die erste mit Kompressorluft versorgte
Tauchglocke.
Der Kompressor gestattete auch eine weitere Form der Bewegung unter Wasser, die
dem modernen Tauchen schon sehr ähnlich ist. Die Tauchglocken wurden der Art
verkleinert, dass sie nur noch den Kopf bedeckten. Es entstand das
Helmtauchgerät.
Die Luft im Helm hatte bei entsprechender Leistung des Kompressors immer den
Umgebungsdruck des Wassers. Überschüssige Luft trat aus dem Helm unten aus.
Allerdings konnten solche Taucher sich nur aufrecht bewegen, weil bei seitlicher
oder gar Kopflage die Luft komplett aus dem Helm entwich und dieser voll Wasser
lief. Eine weitere Gefahr bestand im sogenannten
Blaukommen.
Bei Ausfall der Luftversorgung wurde der Taucher in den Helm gedrückt, was zu
schweren Verletzungen führte.
Den ersten funktionierenden Helmtauchapparat stellte der aus
Breslau
stammende
Karl Heinrich
Klingert
im Jahre 1797 vor. Er bewies, dass das Gerät prinzipiell einsetzbar ist, indem
er in der
Oder
in 6m Tiefe einen Baumstamm zersägte.
19. Jahrhundert - Die wahren Gefahren der Tiefe werden entdeckt
In diesem Jahrhundert erreichte die „Erste Industrielle Revolution“ bis dahin
unbekannte Dimensionen. Die seit der Renaissance gewonnenen theoretischen
Erkenntnisse wurden für praktische Anwendungen genutzt. Es kam fast jährlich zu
grundlegenden Erfindungen in allen Bereichen des Lebens. Die industrielle
Massenproduktion erlaubte, dass die neuen Produkte auch schnell Verbreitung
fanden und nicht wie einst Leonardo da Vincis Konstruktionen als seltenes
Einzelstück oder purer Entwurf endeten. Natürlich kamen die neuen Erfindungen
und Techniken auch der Entwicklung des Tauchens zugute, und zwar durch eine
gegenseitige Befruchtung. Zum einen erlaubten moderne Technologien wie neuartige
Methoden der Metallurgie oder Metallbearbeitung Fortschritte im Bereich der
Tauchtechnik, wie
Druckluftflaschen,
zum anderen erforderten z.B. neuartige Baumethoden tauchende Bauarbeiter. Der
professionelle und häufige Einsatz von Tauchern wiederum führte zu neuen
Erkenntnissen über das Tauchen selber. Aber auch die Wissenschaft machte
ungeahnte Fortschritte. Die Forscher nutzten die modernen technischen Geräte, um
mit neuen Messmethoden bisher unsichtbare Zusammenhänge zu erkennen.
Insbesondere die Chemie, die Medizin und die Biologie waren Nutznießer dieser
Entwicklung.

Helmtauchausrüstung
Zu Beginn des Jahrhunderts schritt die Weiterwentwicklung der Helmtauchtechnik
weiter voran. Der aus der kleinen Ostseestadt
Barth
stammende Kapitän Peter Kreft führte 1800 einen funktionierenden Helmtauchanzug
in der Ostsee vor. Ab 1819 entwickelte der in England lebende Sachse
August Siebe
den offenen Helmtauchanzug weiter und stellte 1838 den geschlossenen
Helmtauchanzug vor. Der Helm war nun wasserdicht mit dem Anzug verbunden, so
dass er nicht mehr mit Wasser vollaufen konnte. Die von Siebe entwickelte
Konstruktion wurde jahrzehntelang in großen Stückzahlen und verschiedenen
Ländern gebaut und war weit bis in das 20. Jahrhundert hinein im Einsatz. Die
wichtigste Weiterentwicklung war, als 1865 die Franzosen
Rouquayrol
und Denayrouze Tauchgeräte mit Druckluftbehältern ausstatteten. Diese
dienten der Sicherheit für den Fall eines Ausbleibens der externen Luftzufuhr.
Mit Siebes Erfindung erreichte die Tauchtechnik ein neues Niveau.
Gerätetauchgänge waren nun keine seltenen Einzelleistungen weniger Pioniere
mehr.
Berufstaucher
begannen regelmäßig unter Wasser zu arbeiten. Die immer häufigeren Tauchgänge
führten zu immer mehr praktischen Erfahrungen, aus denen bis heute gültige
Regeln folgten. Z.B. wurde schon in den 1830ern vorgeschrieben, dass immer 2
Taucher gemeinsam zu arbeiten haben und für einander verantwortlich sind.
Ab 1840 kam es zu häufigen Einsätzen von
Caissons
(franz.: Kasten). Diese Weiterentwicklung der Tauchglocke wird bis heute
für die Konstruktion von Gebäuden genutzt. Ein druckfester Kasten wurde über den
Grund des zukünftigen Fundamentes gebracht, abgesenkt und anschließend mit
Druckluft das Wasser herausgedrückt. Danach konnten Arbeiter im Caisson am Boden
des Gewässers das Fundament ausschachten und anschließend den Bau errichten. Mit
dieser Methode wurde z.B. die
Brooklyn Bridge
in New York gebaut. Da diese Technik erfolgreich war, wurden und werden weltweit
viele Brücken mit Caissons gebaut. Unzählige Arbeiter mussten unter hohem
Überdruck arbeiten. Die physiologischen Probleme des Druckes waren mangels
praktischer Erfahrung nicht bekannt. Sehr viele Bauarbeiter und auch Helmtaucher
erkrankten nach dem Aufstieg an einer bis dahin unbekannten Krankheit. Tausende
starben. Taucher und Caisson-Arbeiter hatten keine hohe Lebenserwartung. Das
neue rätselhafte und tödliche Phänomen wurde als „Maladie de caisson“,
„Kastenkrankheit“, „Taucherkrankheit“ und später als „Druckluftlähmung“ benannt.
Die Krankheit wird heute als
Dekompressionserkrankung
bezeichnet. Bei normalem Luftdruck ist
Stickstoff
im menschlichen Körper nur in geringem Maße lösbar. Aber bei höherem Druck
reichert sich mehr Stickstoff aus der Atemluft im Blut und Gewebe des Tauchers
an. Bei schnellem Druckabfall perlt er wieder aus wie Kohlendioxid aus einer
geöffneten Sodaflasche. Die winzigen Gasbläschen richten enorme Schäden am
Körper des Tauchers an. 1857 veröffentlichte der deutsche Physiologe
Felix Hoppe-Seyler
seine Theorie der Gasblasenembolie. 1869 folgte Leroy de Mericourt hierzu
mit einer medizinischen Abhandlung. Mericourt erkannte zwar den
Zusammenhang zwischen Tauchtiefe, Tauchzeit und Geschwindigkeit des Aufstieges,
war aber nicht in der Lage, in der Praxis handhabbare Anweisungen zu definieren.
Dieser wichtige Schritt gelang erst 1878, als der französische Physiologe
Paul Bert
erste Regeln für die Dekompression definierte. Die Bertschen Regeln waren für 30
Jahre die Grundlage für Taucharbeiten. Bert erkannte außerdem einen weiteren bis
dahin unbekannten Zusammenhang, der in der Literatur als
Paul-Bert-Effekt
bezeichnet wird. Er beschrieb erstmals die giftige Wirkung von reinem
Sauerstoff
unter Druckbedingungen.
Eine weitere bedeutsame technische Entwicklung des 19. Jahrhunderts war die
Erfindung der
Fotografie
durch
Nièpce
und
Daguerre.
Schon 1856 belichtete der Brite William Thompson die ersten nachweisbaren
Unterwasseraufnahmen.
1873 definierte der niederländischen Physiker
Johannes Diderik van
der Waals
eine Beschreibung der Zusammenhänge zwischen Druck, Temperatur und Volumen
realer Gase, die als
Van-der-Waals-Gleichung
bezeichnet wird. Damit war die Phase grundlegender physikalischer Entdeckungen,
die für das Tauchen von Bedeutung sind, vorerst abgeschlossen.
20. Jahrhundert – Moderne
Das 20. Jahrhundert war geprägt durch Weiterentwicklungen in allen Bereichen der
Wissenschaft und Technik. Die durch das Fließband revolutionierte industrielle
Massenproduktion gestattete die preiswerte Herstellung vieler Produkte. Neue
Werkstoffe drangen bald in alle Lebensbereiche vor. So waren die Kunststoffe die
Voraussetzung für
Taucherflossen,
moderne
Tauchmasken
oder
Thermoanzüge.
Die fallenden Preise und die wachsenden Erkenntnisse über die Tauchmedizin
ermöglichten ab der 2. Hälfte des Jahrhunderts immer mehr Menschen, dem Tauchen
aus reinem Vergnügen nachzugehen. Das Jahrhundert war aber auch ein Zeitalter
barbarisch und industriell geführter Weltkriege und eines weltweiten
Wettrüstens. Neue Waffen wie
U-Boote
wurden entwickelt, was auch neue Entwicklungen im Bereich des Tauchens zur Folge
hatte.
Zu Beginn des neuen Jahrhunderts forschte der Britische Physiologe
John Scott Haldane
im Bereich der Atmung. Er erkannte, dass der Atemreflex ausschließlich vom
Partialdruck
des Kohlendioxides in der
Atemluft
abhängig ist. Im Auftrag der Royal Navy erforschte er wissenschaftlich die
Gesetze der Dekompressionserkrankung und nutzte Ziegen als Versuchstiere. Er
stellte fest, dass magere Ziegen weniger anfällig als fette waren, woraus er den
Schluss zog, dass es unterschiedliche Gewebeklassen gibt, die den Stickstoff
unterschiedlich intensiv aufnehmen. Seine bis zu einer Tiefe von 58 m geltenden
Dekompressionstabellen
waren für die nächsten 25 Jahre Grundlagen des Tauchens. Grundlegende
Erweiterungen gelangen dem Schweizer Mediziner
Albert Bühlmann
in den 1950ern. Teile der Haldaneschen Tabelle haben bis heute ihre Gültigkeit
nicht verloren.
Um 1907 entwickelten die deutsche Firma
Dräger
und die britische Firma Siebe-Gormann
Tauchretter
für U-Boot-Besatzungen. Diese Konstruktionen basierten auf dem Prinzip des
Kreislaufgerätes und retteten in den beiden Weltkriegen vielen
U-Boot-Besatzungen das Leben. 4 Jahre später stellte Dräger einen Helmtauchanzug
ohne externe Luftversorgung vor. Grundlage der Luftversorgung war ebenfalls ein
Kreislaufgerät. Ungelöschter Kalk absorbierte das ausgeatmete Kohlendioxid. 2
Sauerstofflaschen lieferten das Atemgas. Die Konstruktion wurde in den nächsten
Jahren von Dräger kontinuierlich weiterentwickelt. Das Prinzip wird bis heute in
modernen Kreislaufgeräten genutzt, allerdings wird aus Sicherheitsgründen reiner
Sauerstoff nur noch selten verwendet.
Ab 1917 baute die deutsche Firma Neufeldt und Kuhnke die ersten
funktionierenden
Panzertauchanzüge.
Ein Panzertauchanzug ist vergleichbar mit einem U-Boot eine druckfeste
Konstruktion. Der Taucher befindet sich im inneren des Anzuges unter
Normaldruck. Die maximale Tauchtiefe ist nicht durch physiologische Probleme des
menschlichen Körpers, sondern lediglich durch die Druckfestigkeit des Anzuges
vorgegeben. Der erste Anzug von 1917 war für Tauchtiefen von bis zu 170m
ausgelegt. Mit modernen Panzertauchanzügen sind Tiefen unter 600m erreichbar.
1926 entwickelte Dräger seinen Tauchretter zum „Bade-Tauchretter“ weiter.
Freitauchgänge wurden möglich. Erstmals konnten Tauchgeräte zu Sportzwecken
genutzt werden.
Der neuartige Kunststoff
Neopren
wurde 1930 von den US-Amerikanern Collins und
Carothers
im Auftrag des Chemiekonzerns
DuPont
entwickelt. Neopren ist ein aufgeschäumtes Chlor-Kautschuk-Polymer und hat durch
die eingeschlossenen Gasblasen sehr gute Wärmeisolationseigenschaften. Moderne
Tauchanzüge bestehen hauptsächlich aus diesem Material und erlauben einen
längeren Aufenthalt in kälteren Tiefen.
Bisher konnten Taucher nur mit schweren Schuhen aufrecht auf dem Grund laufen.
Im Jahre 1933 konstruiert der Franzose Louis Ce Corlieu
Schwimmflossen.
Er ließ sich die Erfindung in Frankreich und den USA patentieren.
In den 1930ern forschte der US-amerikanische Marine-Offizier Charles Momsen
an Problemen der Dekompression und der
Stickstoffnarkose.
Er testete verschiedene Atemgasgemische und ersetzte das Stickstoff der Atemluft
wegen seiner schädlichen Wirkung teilweise durch das
Inertgas
Helium.
Bis zum heutigen Tage wird bei Tieftauchgängen
Trimix,
eine Mischung aus Stickstoff, Helium und Sauerstoff, eingesetzt.
Ab 1937 begann der österreichische Biologe
Hans Hass
mit der Erforschung des Unterwasserlebens. Er nutzte ein umgebautes
Dräger-Kreislaufgerät. Seine Bücher und insbesondere seine Filme erreichten
weltweit hohe Popularität.
Zwischen 1942/43 entwickelten Georges Commeinhes und Emile Gagnan
auf Anregung des bekannten französischen Meeresforschers
Jacques-Yves Cousteau
die „Aqualung“. Die Aqualung war der erste
Lungenautomat.
Der Lungenautomat ist ein offenes Pressluftgerät, bei dem das Atemgas durch eine
Pressluftflasche geliefert. Der Lungenautomat gibt die Luft genau mit
Umgebungsdruck an den Taucher ab. Die ausgeatmete Luft wird einfach in’s Wasser
abgegeben. Nach einer Anekdote soll der US-amerikanische Handelsvertreter
Cousteaus den US-Markt nach 10 verkauften Einheiten für gesättigt gehalten
haben. Das war ein großer Irrtum! Der Lungenautomat wurde 1955 von Gautier
und Bronnec zum zweistufigen Automaten weiterentwickelt, eine Technik,
die prinzipiell heute noch im Einsatz ist. Die Bezeichung ist „Aqualung“
heutzutage ein eingetragenes Warenzeichen welches for allem im
englischsprachigen Raum für Tauchzubehör steht.
Seit dieser Zeit wurden weltweit Tauchsportvereine gegründet. Der
Verband Deutscher
Sporttaucher(VDST)
wurde 1954 und der Tauschsportverband Österreich(TSVÖ) 1967 gegründet.
1962 erreichte der Schweizer
Hannes Keller
über 300m Tiefe mit einem Lungenautomaten und nach den Theorien von
Albert Bühlmann
optimierten Gasgemischen. Bei dem Rekordversuch fanden zwei Sicherungstaucher
den Tod.
Im folgenden Jahr wurde das „Dekometer“ eingeführt. Es handelte sich um einen
mechanischen Rechner, der aus Tauchzeit und Tiefe die Dekompressionszeit
ermittelte.
Zwischen 1962 und 1970 betrieben Frankreich und die USA erste
Unterwasserstationen zur Erforschung der Langzeiteinwirkung des Druckes auf den
menschlichen Körper. Ebenfalls in den 1960ern wurden an der
State University of
New York
erste frühe Versuche der
Flüssigkeitsatmung
durchgeführt. Als Versuchstiere wurden Mäuse genutzt.
Ab 1968 wurde das aufgrund mehrerer tödlicher Unfälle umstrittene elektronisch
geregelte Kreislaufgerät eingeführt. Ursprünglich wurde mit reiner
Sauerstoffzufuhr gearbeitet. Da reiner Sauerstoff ab 7m Tiefe giftig ist, werden
derartige Geräte inzwischen meist mit Pressluft betrieben und gelten als
zuverlässig. Sogenannte „Elektrolungen“
gehören heute zur Grundausstattung der Kampf- und
Minentaucher
der Bundesmarine. Sie werden wegen der geringen Atemgeräusche gerne von
Tierfotografen genutzt. Aufgrund der hohen Kosten sind Kreislaufgeräte bei
Sporttauchern sehr selten.
Der Hersteller Scubapro stellte 1971 die erste
Tarierweste
vor. Auftriebskontrollwesten gehören heute zur Grundausstattung jedes Tauchers,
und der Umgang mit diesem Gerät gehört zu jeder Grundausbildung.
Zu Beginn der 1980er wurden die ersten zuverlässigen
Tauchcomputer
vorgestellt. Die elektronische Rechentechnik erlaubt, die Stickstoffsättigung
des Körpers präziser zu berechnen. Beim modernen Tauchen werden die klassischen
Tabellen nur noch in der Grundausbildung eingesetzt. So gut wie jeder Taucher
benutzt inzwischen Tauchcomputer.
Sinkende Preise und die Sicherheit moderner Technik führten in den 1990ern zu
einem Boom des
Sporttauchens.
Schätzungen besagten, dass alleine in den USA jährlich 500.000 Gerätetaucher
ausgebildet wurden. Im Jahre 2000 zertifizierte der weltweit größte
Tauchsportverband
PADI
950.000 neue Taucher. 2001 gab es in Deutschland 6.000 Tauchlehrer. 2002 gab es
alleine in den USA geschätzte 8,5 Millionen Menschen, die einen
Tauchschein
besaßen.
Neueste Forschungen - Mögliche Zukunft
Seit 1990 wird u.A. an der
Berliner Charité
intensiv an der
Flüssigkeitsbeatmung
geforscht. Perflurcabone sollen als Atemgasersatz dienen. Inzwischen haben die
Forschungen einen Stand erreicht, dass Patienten mit extremen
Verbrennungsverletzungen der Lunge und Frühgeburten flüssig beatmet werden
können. Wegen der hohen Risiken und Kosten wird diese Therapie nur im Extremfall
genutzt. Für das Tauchen würde diese Technik einen Quantensprung bedeuten.
Flüssigkeiten sind nur schwach kompressibel. Ein flüssig beatmeter Taucher
könnte theoretisch wesentlich tiefer tauchen als heutige Extremrekorde. (1992
erreichten Taucher der französischen Tauchfirma COMEX bei einem
simulierten Tauchgang ein Druckniveau von 701m.)
Seit einigen Jahren testet COMEX auch neuartige Atemgasgemische. Ziel
ist, dass extrem teure Helium durch preiswertere Gase wie
Wasserstoff
zu ersetzen.
Seit Mitte der 1990er wird in Israel an der Gewinnung der im Wasser gelösten
Luft geforscht. Das Wasser wird mit Zentrifugen dekomprimiert. Der fallende
Druck führt zum Aussieden der gelösten Gase. Ziel der Forschung sind elektrische
Kiemen. Allerdings würde die Technik in normal angereichertem Wasser einen
Wasserdurchsatz von über 4000 l/min voraussetzen, um einen durchschnittlich
atmenden Menschen mit ausreichend Atemluft zu versorgen. Die entsprechend
leistungsfähige Filter- und Pumpentechnik ist noch viel zu groß und schwer für
ein tragbares Gerät. Kombinationen mit herkömmlichen Kreislaufgeräten sind aber
schon im Labor getestet worden. Insbesondere die israelische Marine und die
US-Navy interessieren sich für diese neue Technik. Der Vorteil wäre, dass man
auf aufwendige Kompressoren zur Flaschenbefüllung verzichten könnte. Man müsste
lediglich die
Akkumulatoren
aufladen. Dass Akku's relativ schwer sind, würde kein Problem darstellen, da sie
die Bleigewichte und schweren Druckflaschen ersetzen könnten.
Die Geschichte des Tauchens und der Tauchtechnik - von der Antike bis zur
Gegenwart
Die Anfänge des
Tauchens
Schon
jahrhundertelang wird versucht, durch Luft anhalten die Unterwasserwelt zu
erkunden. Indirekter Beweis dafür sind die tausende Jahre alten, z.B. mit
Perlmutt verzierten Artefakte, die an Land gefunden wurden sowie Darstellungen
von Tauchern in alten Zeichnungen. Aus dem alten Griechenland ist bekannt, dass
so nach Schwämmen getaucht wurde. Auch militärische Heldentaten sind
überliefert. Am berühmtesten ist wahrscheinlich die Geschichte von Scyllis
(manchmal auch Scyllias geschrieben; ungefähr 500 v.Chr.), wie sie vom
Historiker Herodotus (5. Jhd. v. Chr.) erzählt und heute in zahlreichen modernen
Texten wiedergegeben wird.
Scyllis befand sich als Häftling an Bord eines Schiffes vom Persischen König
Xerxes I. Als er erfuhr, dass Xerxes eine griechische Flotte angreifen wollte,
ergriff er ein Messer und sprang über Bord. Die Perser konnten ihn nicht im
Wasser entdecken und nahmen deshalb an, dass er ertrunken war. Scyllis aber
tauchte nachts auf und durchtrennte alle Ankerseile der Schiffe von Xerxes'
Flotte. Um unbeobachtet zu bleiben benutzte er ein hohles Schilfrohr wie einen
Schnorchel. Dann schwamm er neun Meilen (15 Kilometer) um sich den Griechen vor
Kap Artemisium anzuschließen.
Der Traum vom Tauchen hat wahrscheinlich schon immer existiert: um zu jagen,
Schätze zu finden, Schiffe zu reparieren (oder sie zu versenken) oder vielleicht
nur um das Meeresleben zu beobachten. Bis Menschen jedoch einen Weg fanden unter
Wasser zu atmen, war jeder "Tauchgang" zwangsläufig sehr kurz.
Wie aber sollte man länger unter Wasser bleiben können? Das Atmen durch ein
hohles Schilfrohr erlaubte es nur ein kleines Stückchen abzutauchen, aber
Röhrchen von mehr als einem halben Meter Länge funktionieren nicht, da das
Einatmen gegen den Wasserdruck ab dieser Tiefe nicht mehr möglich ist. Es wurde
auch versucht, aus einem luftgefüllten Sack unter Wasser zu atmen. Dies
scheiterte jedoch am Problem des erneuten Einatmens der verbrauchten Luft.
Im 16. Jhd. begann man damit Taucherglocken zu benutzen. Dies ist wohl die erste
effektive Methode, um längere Zeit unter Wasser bleiben zu können. Die Glocke
wurde wenige Meter unter der Wasseroberfläche gehalten. Ihr Boden war offen und
im oberen Teil befand sich die durch den Wasserdruck komprimierte Luft. Ein
aufrecht stehender Taucher konnte also atmen. Ausserdem war es möglich, die
Glocke für ein oder zwei Minuten zu verlassen, um Schwämme zu sammeln oder den
Grund zu erforschen. Man kam dann solange immer wieder zur Taucherglocke zurück,
bis die enthaltene Luft nicht mehr atembar war.
In England und Frankreich wurden im 16. Jhd. auch komplette Tauchanzüge aus
Leder bis zu einer Tiefe von 18 Metern benutzt. Mit Hilfe manueller Pumpen
wurden diese Anzüge von der Oberfläche aus mit Luft versorgt. Bald entwickelte
man Helme aus Metall, um einem noch größeren Wasserdruck standhalten zu können.
Und die Taucher gingen tiefer. Um 1830 waren diese Systeme soweit
perfektioniert, dass umfangreiche Bergungsarbeiten möglich wurden. Mit Beginn
des 19. Jhd. wurde die Erforschung der Meere sowohl durch wissenschftliche und
auch durch technologische Erkenntnisse stark beschleunigt. Insbesondere Paul
Bert und John Scott Haldane aus Frankreich bzw. Schottland sind als treibende
Kräfte hervorzuheben. Ihre Studien haben geholfen die Auswirkungen des
Wasserdrucks auf den menschlichen Körper zu erklären und sichere Grenzen für das
Presslufttauchen zu definieren. Auch technische Fortschritte im Bereich der
Pressluftpumpen, Kohlendioxid absorbierender Mittel und Atemregler machten es
den Menschen seit dieser Zeit möglich, für längere Zeit unter Wasser zu bleiben.
Die verschiedenen
Arten des Tauchens
Der Wunsch die Meere zu erforschen hat vier verschiedene Methoden des Tauchens
hervorgebracht, wobei das Tauchgerät wie wir es heute kennen und nutzen die
späteste Entwicklung ist.
a.
Durch Luft anhalten (Apnoe,
Schnorcheln):
Diese früheste Form des Tauchens wird auch heute noch als Sport und zu
kommerziellen Zwecken betrieben. Die luftgefüllten Hohlräume des Apnoe-Tauchers
(z.B. Lunge) werden durch den steigenden Wasserdruck beim Abtauchen stark
komprimiert. Diese Tauchgänge werden limitiert durch die persönliche
Atemanhaltefähigkeit und durch das Risiko des Ertrinkens wegen Hypoxie.
Normalerweise liegen die Zeiten bei einer Minute oder weniger.
b.
Tauchgänge in
Druckkabinen mit athmosphärischem Druck
Die dicken Wände dieser Gefährte widerstehen dem Wasserdruck. Dadurch kann innen
ein Kabinendruck entsprechend Meeresspiegelhöhe (eine Atmosphäre; 1 bar)
aufrecht erhalten werden. Dies verhindert die negativen Einflüsse des steigenden
Umgebungsdrucks auf die Insassen.
Beispiele für solche Geräte sind:
o
Die
Bathysphäre, ein "hohler Stahlball" ohne eigenen Antrieb, der an einem Kabel vom
Mutterschiff herabgelassen wird
o
Der
Bathyscaph mit eigener Tarierungskontrolle - dadurch wird kein Kabel für den Ab-
und Aufstieg gebraucht
o
Unterseeboote die in der Lage sind, grosse Distanzen in jede Richtung durch
einen eigenen Antrieb zurückzulegen
All diese Geräte brauchen ein System das sowohl frische Atemluft bereitstellt
(normalerweise durch das Hinzufügen von Sauerstoff zur bestehenden Luft) und
ausserdem das ausgeatmete Kohlendioxid aufnimmt (z.B. durch Atemkalk,
Lithiumhydroxid oder ähnliche Verbindungen, welche CO2 absorbieren).
Eine moderne Weiterentwicklung dieser Technik ist der unabhängige, gepanzerte
Tauchanzug. Er ist beweglich und in der Lage, dem Umgebungsdruck in der Tiefe zu
widerstehen. Der Taucher wird in ihm zu einem kleinen U-Boot und kann
stundenlang in einer Tiefe von mehreren hundert Metern arbeiten.
c.
Tauchgänge mit
Pressluftversorgung von der Oberfläche:
Die Frischluftversorgung befindet sich getrennt vom Taucher an der Oberfläche.
Luft wird über eine lange Nabelschnur geliefert, die in ihrer einfachsten Form
in einem Mundstück beim Taucher endet. Bei besseren Systemen führt der Schlauch
in den Tauchanzug oder in größere Räume, in denen sich das Personal aufhält.
Geräte dieser Art sind z.B. sogenannte Senkkästen (werden bei Brücken- oder
Tunnelarbeiten eingesetzt), Unterwasserstationen, Tauchglocken und
Helmtauchgeräte. Bei all diesen Geräten atmet der Taucher Luft unter einem
Druck, der dem Umgebungsdruck des Wasser entspricht. Dadurch sind hier bei einem
zu schnellen Aufstieg Probleme mit der Dekompression (Bends, Luftembolie u.s.w.)
möglich. Besondere Hightech - Gasmischungen wie Wasserstoff-Stickstoff,
Helium-Sauerstoff (Heliox) und Helium-Stickstoff-Sauerstoff (Trimix) werden
dabei benutzt um tiefer tauchen zu können als mit Pressluft.
d.
Tauchen mit Pressluft
oder anderen Gasgemischen, die vom Taucher mitgeführt werden (scuba diving):
Hier gibt es zwei Arten von Tauchgeräten: sogenannte Geräte mit offenem und
geschlossenem Kreislauf. Bei offenen Geräten wird die ausgeatmete Luft komplett
über den Atemregler in das Wasser abgegeben. Dies ist die technische Variante,
die von den meisten Sporttauchern genutzt wird. Bei geschlossenen
Kreislaufsystemen wird die ausgeatmete Luft wieder eingeatmet, nachdem
Kohlendioxid entfernt und Sauerstoff zugeführt wurde. Diese Geräte waren weit
verbreitet, schon bevor das Presslufttauchgerät eingeführt wurde. Dies
insbesondere von Militärtauchern, welche diese Geräte benutzten, um im Wasser
nicht anhand der aufsteigenden Luftblasen erkannt zu werden. Auch mit diesen
Tauchgeräten setzen sich die Taucher der Gefahr aus, beim Auftauchen ohne
korrekte Dekompression eventuell Probleme zu bekommen. Helium-Sauerstoff und
andere Mischungen können benutzt werden um tiefer zu gehen, als dies mit
einfacher Pressluft möglich wäre.
Einige wichtige Ereignisse in der Geschichte des Tauchens / Chronologie
Der Rest dieses Kapitels ist eine Chronologie, die einige wichtige Ereignisse in
der Geschichte dieser vier verschiedenen Arten des Tauchens auflistet. Das
Hauptaugenmerk liegt dabei auf den von Sporttauchern nutzbaren Geräten.
Verschiedene Legenden ranken sich um die Geschichte des Tauchens. Diese
Chronologie beinhaltet ausgewählte Erfindungen, Entdeckungen und persönliche
Leistungen, die von Historikern als Tatsachen angesehen werden. In Klammern
hinter der jeweiligen Jahreszahl wird die Art des Tauchens genannt, für die das
jeweilige Ereignis relevant gewesen ist (wobei neue Erkenntnisse in der
Tauchphysik bzw. Tauchmedizin für alle Arten des Presslufttauchens wichtig
sind).
Die vier Varianten des Tauchens sind:
a. Tauchen durch
Anhalten der Luft (Apnoe)
b. Tauchen in
Druckkabinen mit atmosphärischem Druck (U-Boote)
c. Tauchen mit
Luft oder einem anderen Gas, das von der Oberfläche geliefert wird
(Oberflächenversorgung)
d. Tauchen mit
Pressluft oder einem anderen Gas, das in einem Druckgasbehälter vom Taucher
mitgeführt wird (Tauchgerät)
500 v.Chr.:
Scyllis demonstriert die Benutzung eines Schnorchels und vollbrachte eine
militärische Heldentat (siehe oben).
1530: Die Tauchglocke wird erfunden
1650: Von Guericke entwickelt die erste wirksame Luftpumpe. Damit ist es
Robert Boyle möglich, Experimente an Tieren durchzuführen (Dekompression).
1667: Robert Boyle, englischer Physiker und Urheber von Boyle 's Gesetz,
beobachtet eine Gasblase im Auge einer Viper, die durch einen simulierten
Tauchgang entstand. Er schreibt: "Ich habe eine sehr offensichtliche Blase im
Auge einer Viper gesehen, die sich von einer Seite zur anderen bewegte.
Gleichzeitig machte das Tier keinen guten Eindruck." Dies ist die erste bekannte
Aufzeichnung einer Dekompressionskrankheit oder "Bends".
1690: Edmund Halley (ein Komet wurde nach ihm benannt) ließ eine
Taucherglocke patentieren, die über eine Leitung mit luftgefüllten Fässern
verbunden war. Sowohl die Glocke, als auch die Fässer wurden in die Tiefe
hinabgelassen, wobei sich die Taucher in der Glocke befanden. Tauchgänge von
über 18 Metern für 90 Minuten werden damit gemacht. Es wurde bewiesen, dass
Tauchglocken praktikable Geräte sind.
1715: Der Engländer John Lethbridge baut einen "Tauchapparat" - ein
Zylinder aus Eichenholz, der von der Oberfläche mit Pressluft versorgt wird. In
diesem Gerät konnte ein Taucher für 30 Minuten in 18m Tiefe bleiben und die Arme
ausstrecken, um Unterwasserarbeiten durchzuführen. Dabei wurde eine Art
Handschuh aus gefettetem Leder benutzt, um Wasser aus dem Zylinder fernzuhalten.
Dieser "Tauchapparat" soll mehrere Jahre erfolgreich benutzt worden sein.

Grafik 1: Halley 's Tauchglocke, spätes 17. Jahrhundert. Beschwerte Fässer mit
Luft erneuern die Atmosphäre der Glocke (U.S. Navy Diving Manual)
1776: Erster bekannter Angriff eines U-Bootes - Die amerikanische
"Turtle" gegen die HMS Eagle, im Hafen von New York
1788: Der Amerikaner John Smeaton verfeinert das Prinzip der
Taucherglocke. Er benutzt nun eine handbetriebene Pumpe, um Frischluft in die
Glocke zu bringen. Ein Richtungsventil verhindert das Zurückströmen der Luft aus
der Glocke durch den Schlauch, wenn man aufhört zu pumpen. 1790 wird Smeatons
Glocke im Hafen von Ramsgate (England) bei Bergungsarbeiten benutzt. 10 Jahre
später findet man diese Technik in allen großen Häfen.
1823: Charles Anthony Deane, ein englischer Erfinder, läßt seinen
"Rauchhelm" für die Brandbekämpfung patentieren. Wenige Jahre später wird dieser
auch zum Tauchen benutzt. Der Helm wird über den Kopf eines Tauchers gestülpt
und dort mit Gewichten festgehalten. Die Luftversorgung erfolgt über einen
Schlauch von der Oberfläche. 1828 vermarkten Charles und sein Bruder John Deane
diesen Helm zusammen mit einem "Tauchanzug". Der Anzug wird nicht wasserdicht am
Helm befestigt, sondern nur mit Gurten "angebunden". Der Taucher kann sich nicht
nach vorn Überbeugen ohne das Ertrinken zu riskieren. Aber auch so wurde dieses
System erfolgreich für Unterwasserarbeiten benutzt. So z.B. bei der Bergung von
Kanonen von der "Royal George" von 1834-35 (siehe auch 1839).
1825: "Das erste praktikable Tauchgerät" wurde von dem Engländer William
James erfunden. Es handelt sich dabei um eine Art zylindrisches Luftreservoir,
welches vom Taucher um den Rumpf getragen wird. Es arbeitete mit einem Druck von
30 bar. Unklar ist aber, ob dieses Gerät je zum Tauchen benutzt wurde. Auch
andere Erfinder arbeiteten zu dieser Zeit an Unterwasser - Atemgeräten (Orig.:
scuba - self contained underwater breathing apparatus).
1837: Der in Deutschland geborene und in England lebende Erfinder August
Siebe verbindet den Taucherhelm der Gebrüder Deane (siehe 1823) wasserdicht mit
einem luftgefüllten Gummianzug. Dieser geschlossene Tauchanzug ist mit einer
Pumpe an der Wasseroberfläche verbunden. Es wird der erste wirklich effektive
Standartanzug und er ist der Prototyp der auch noch heute eingesetzten
Helmtauchgeräte. In seinem Nachruf wird Siebe als der Urvater des Tauchens
bezeichnet.

Grafik 2: Siebes früher Tauchanzug (U.S. Navy Diving Manual)
1839: Siebes Tauchanzug wird während der Bergung des britischen
Kriegsschiffes HMS Royal George benutzt. Das Schiff sank 1783 mit 108 Kanonen an
Bord auf 20 Meter Wassertiefe bei Spithead. Das erprobte Helmtauchgerät von
Siebe wird nun auch zum Standart für die königlichen Ingenieure. Während dieser
Bergungsaktion, welche bis 1843 dauerte, berichteten Taucher erstmals von
Problemen mit Rheumatismus und Kälte. Zweifellos wurden damals auch die Symptome
der Dekompressionskrankheit beschrieben. Bei dieser Bergungsaktion wurde
erstmals die Anwendung des Partnersystems eingeführt.
1843: Als Ergebnis der Erfahrungen, die man bei der Bergung der HMS Royal
George gewann, wurde die erste Tauchschule durch die Royal Navy gegründet.
1865: Die Franzosen Benoit Rouquayrol und Auguste Denayrouse, ein
Bergbauingenieur und ein Marineleutnant patentieren einen Apparat für das Atmen
unter Wasser. Es bestand aus einem Stahlbehälter für Pressluft (ca. 17 - 24 bar)
auf dem Rücken des Tauchers, welcher über eine Anordnung von Ventilen mit einem
Mundstück verbunden war. Dieses, auch "Aerophore" genannte Gerät, lieferte nur
dann Luft, wenn der Taucher eingeatmet hat. Dies geschah u.a. über eine
Steuermembrane, die auch den Umgebungsdruck berücksichtigte - also praktisch der
erste Atemregler. Der Taucher war über einen Schlauch mit der Oberfläche
verbunden, durch den frische Luft in seinen Niederdrucktank gefördert wurde. Es
war aber auch möglich das Halteseil zu lösen und nur mit dem Tank auf dem Rücken
kurzzeitig frei zu tauchen. Die "Aerophore" ist der Vorläufer der modernen
Tauchausrüstung. Der Apparat wird von der französischen und anderen Marinen für
mehrere Jahre benutzt und ist auch aus Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter
dem Meer" bekannt.
1873: Der Chirurg Dr. Andrew H. Smith beschreibt in seinem formellen
Bericht an die New York Bridge Company, wie beim Brückenbau eingesetzte Arbeiter
nach Verlassen der verwendeten Senkkästen Symptome der Dekompressionskrankheit (Bends)
bekamen. (Bends war ein weit verbreitetes Problem für die Arbeiter. Davon war
auch der Chefingenieur Washington Roebling betroffen. Er bekam eine schwere,
aber nicht tödliche Dekompressionskrankheit, unter der er fortan ständig zu
leiden hatte.) Während Smith seinen Bericht schrieb, in dem er den Einsatz von
Rekompressionskammern für künftige Projekte empfahl, wurde die Brücke
fertiggestellt. In Smith's Bericht wurde die wahre Ursache der Dekokrankheit,
die Stickstoffbläschen, noch nicht erwähnt.
1876: Der englische Händler und Seefahrer Henry A. Fleuss entwickelte das
erste Tauchgerät, das mit reinem Sauerstoff, anstelle von Pressluft betrieben
wurde. Dieser Prototyp eines geschlossenen Kreislaufgerätes ist auch der
Vorläufer der modernern Geräte, wie sie heute z.B. von Militärtauchern benutzt
werden. Das ausgeatmete Kohlendioxid wird bei diesem Gerät von einem Seil
aufgenommen, das vorher in ätzender Pottasche eingeweicht wurde. So konnte die
Luft wieder eingeatmet werden und keine Blasen wurden in das Wasser abgegeben.
Die Tauchtiefen waren beschränkt (reiner Sauerstoff zeigt ab einer Tiefe von ca.
10 Metern toxische Wirkungen - ein Fakt, den man damals auch nicht kannte), aber
der Apparat ermöglichte relativ lange Tauchzeiten von bis zu 3 Stunden. 1880
wird dieses Gerät von dem berühmten englischen Taucher Alexander Lambert
verwendet, als er eine Klappe in einem gefluteten Tunnel versiegeln sollte.
Diese Klappe befand sich in 18m Tiefe und 300 Meter weit im Tunnel.

Grafik 3:.Die "Aerophore", wie sie in 1865 von Rouquayrol und Denayrouse
patentiert wurde (Historical Diving Society)
1878: Der Franzose Paul Bert veröffentlicht "La Pression Barometrique",
eine 1000seitige Arbeit, die sich mit den physiologischen Auswirkungen von
Druckveränderungen befasst. Er erklärt, dass die Ursache der
Dekompressionskrankheit die Gasbalsen des Sticksoffs im Körper sind und
empfiehlt einen allmählichen Aufstieg als eine Möglichkeit, dieses Problem zu
vermeiden. Weiterhin erkannte er, dass die Symptome durch eine Rekompression
vermindert werden können. Bert stellt die Verbindung zwischen Boyles
Beobachtungen einer Viper (siehe oben) im 17. Jhd. und den Symptomen der
Presslufttaucher im 19. Jhd. her.
1908: 1906 wird John Scott Haldane, ein berühmter schottischer
Physiologe, von der britischen Regierung gebeten, auf dem Gebiet der Vermeidung
von Dekompressionskrankheiten zu forschen. Zwei Jahre später veröffentlichen
Haldane, Arthur E. Boycott und Guybon C. Damant ihr bahnbrechendes Werk: "Die
Verhütung der Dekompressionskrankheit" (Orig.: "The Prevention of Compressed Air
Illness"). Diese, an Ziegen durchgeführten hyperbaren Experimente, waren die
Grundlage für die Dekompressionsstopps beim Auftauchen. Auf dieser Abhandlung
basierende Austauchtabellen wurden bald von der Royal Navy und dann auch von der
U.S. Navy benutzt. Somit bewahrten sie unzählige Taucher vor einem
Dekompressionsunfall.
1912: Die amerikanische Marine prüft die Tabellen, die von Boykott,
Damant und Haldane veröffentlicht wurden.
1917: Das amerikanische Bureau of Construction & Repair führt als erstes
den Mark V Taucherhelm ein. Angeschlossen an einen Tiefseeanzug und einen
Versorgungsschlauch wurde er zu dem Arbeitsgerät der nächsten Jahrzehnte. "Er
wurde praktisch für alle Bergungsarbeiten auch während des 2. Weltkrieges
eingesetzt (...) und erst 1980 als Standartausrüstung der U.S. Navy vom
Nachfolgemodell MK 12 abgelöst" (U.S. Navy Diving Manual). Nur wenige
Veränderungen wurden im Laufe der Jahre vorgenommen und so unterschied sich das
letzte Modell nur leicht von der Version aus dem Jahre 1917.
20er Jahre: In den USA begann man mit Forschungen bezüglich des Einsatzes
von Helium-Sauerstoff Mischungen für das Tieftauchen. Zu Beginn das 2.
Weltkrieges hatte man dadurch eine Monopolstellung auf diesem Gebiet.
1924: Erste experimentelle Tauchgänge mit Helium-Sauerstoff wurden von
der U.S. Navy und dem Bureau of Mines durchgeführt.
1930: William Beebe, ein Tauchpionier und Meeresbiologe taucht in einer
runden Bathysphäre auf 435 m ab. Diese wird an einem Stahlkabel vom Mutterschiff
gehalten. Über diesen Tauchgang schreibt Beebe später: "...In diesem
Augenblick (435 m) übermannte mich, bedingt durch die ganze Situation, eine
gewaltige Welle der Emotionen. Die Erkenntnis, dass dies zu dem Zeitpunkt fast
übermenschlich, ja kosmisch war. Unser Mutterschiff schaukelt hoch oben leicht
im gleissenden Sonnenlicht mitten im Ozean. Wie ein seidener Faden führt das
Verbindungskabel zu einer Sphäre in die Tiefe, in der luftdicht verschlossen
zwei menschliche Wesen sitzen und in die abgrundtiefe Dunkelheit starren. Wir
baumelten mitten im Wasser, isoliert wie ein verlorener Planet im äußeren
Weltraum."
30er Jahre: Guy Gilpatric, ein ehemaliger amerikanischer Pilot, der im
südlichen Frankreich wohnt, benutzt als erster Gummimasken mit eingesetzten
Gläsern zum Schnorcheln. Seit Mitte der 30er Jahre sind dann Maske, Flossen und
Schorchel allgemein gebräuchlich. Flossen wurden 1933 von dem Franzosen Louis de
Corlieu zum Patent angemeldet (er nannte sie "Schwimmpropeller") und später dann
weltweit von einem amerikanischen Unternehmer (Owen Churchill; siehe 1940)
verbreitet. Die moderne Maske (schließt im Unterschied zu einfachen
Schwimmbrillen Augen und Nase ein) entwickelte sich aus den Ideen verschiedener
Leute. Dazu gehören z.B. der Russe Alec Kramarenko und die Franzose Yves Le
Prieur und Maxime Forjot. 1934 berichtet Gilpatric von seinen Erlebnissen im
Mittelmeer für die Saturday Evening Post und 1938 veröffentlicht er sein Buch "The
Compleat Goggler" - das erste über das Sporttauchen und die Unterwasserjagd.
Unter den Lesern diese Buches war auch ein Leutnant der französischen Marine
namens Jacques Cousteau.
1933: Der erste Tauchsportclub wird in Kalifornien gegründet und nannte
sich "The Bottom Scratchers". Ein Jahr später fand sich in Frankreich eine
weitere Gruppe von Amateurtauchern zusammen und gründete den "Club des
Sous-l'Eau" in Paris. Vordergründiges Interesse dieser und ähnlicher Vereine
galt dem Speerfischen bzw. Harpunieren.
1933: Yves Le Prieur, ein Kapitän der französischen Marine modifiziert
die Erfindung von Rouquayrol und Denayrouse. Er kombiniert ein Ventil mit einer
Hochdruckpressluftflasche (100 bar) und dies gab dem Taucher vollständige
Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit von Schläuchen zur Oberfläche. Der Apparat
enthielt aber keinen Regler. Der Benutzer erhält frische Luft indem er einen
Hahn öffnet, während die ausgeatmete Luft über den Maskenrand ins Wasser
entweicht. (Ende der 30er Jahre benutzte auch Costeau dieses Gerät. Aber wie er
in "The Silent World" schreibt, erlaubte das kontinuierliche entnehmen von Luft
nur kurze Tauchgänge.) Ab 1935 wird dieses Tauchgerät von Le Prieur auch von der
französischen Marine genutzt.
1934: Am 15. August tauchen William Beebe und Otis Barton auf 923 m in
einer Bathysphäre nahe den Bermudas ab. Diese Rekordtiefe blieb für die nächsten
14 Jahre unüberboten.
1936: Le Prieur gründet den ersten Club der Welt für das Tauchen mit
Tauchgeräten, den "Club of Divers and Underwater Life".
1938: Edgar End und Max Nohl machen den ersten geplanten
Sättigungstauchgang und verbringen 27 Stunden bei einer Tiefe von 31 Metern in
der Druckkammer eines Krankenhauses von Milwaukee. Die Dekompressionsphase
dauerte 5 Stunden und einer der beiden (Nohl) bekam die Dekompressionskrankheit.
1939: Die erste vollständig erfolgreiche Rettung der Mannschaft aus einem
gesunkenen U-Boot wurde durchgeführt. Am 23. Mai sank die USS Squalus, ein neues
95 Meter Unterseeboot, während eines Testtauchgangs im Nordatlantik auf 73 m
Tiefe. 26 Männer ertranken sofort in den gefluteten hinteren Sektionen. In den
vorderen Bereichen befand sich noch genug Luft, so dass die restliche 33köpfige
Besatzung (einschließlich des Kapitäns) mehrere Tage überleben konnte. In
wenigen Stunden wurde die größte U-Boot-Rettung dieser Zeit gestartet. Bis
Mitternacht vom 25. Mai konnten alle 33 Männer mit einer neuartigen
Taucherglocke, der McCann-Ericson-Kammer gerettet werden. Die Kammer dockte über
einer der Ausstiegsluken an dem gesunkenen U-Boot an. Als dann die Luken der
Rettungskapsel und die des U-Bootes geöffnet wurden konnten die Männer bei einem
Druck von einer Atmosphäre die Glocke betreten. Vier mal wurde dies wiederholt
um alle Männer zu retten. Auch das U-Boot wird später geborgen und
wiederhergestellt. Es trat dann als USS Sailfish in den 2. Weltkrieg ein.

Grafik 4: Ein Teil der McCann-Erickson Rettungskammer. (U.S. Diving Manual)
1940: Erstes Produktionsjahr von Owen Churchills Schwimmflossen. Anfangs
wurden nur 946 Paare verkauft, aber später steigerte sich die Produktion
drastisch und Tausende werden an die Alliierten veräußert.
1941-1944: Während des zweiten Weltkriegs benutzten italienische Taucher
geschlossene Kreislaufgeräte, um Minen an Schiffen der britischen Marine und an
Handelsschiffen anzubringen. Dabei operierten Sie von Mini-U-Booten aus. Später
bedienten sich die Briten dieser Technologie, um das deutsche Schlachtschiff
Tirpitz zu versenken.
1942-43: Jacques-Yves Cousteau (ein französischer Marineleutnant) und
Emile Gagnan (Ingenieur von Air Liquide, einer Pariser Erdgas-Gesellschaft)
arbeiten zusammen mit dem Ziel, einen Atemregler zu entwickeln, der schon bei
leichtem Einatmen automatisch Pressluft liefert. (Bis zu der Zeit lieferten alle
anderen Geräte die Luft noch ununterbrochen oder es musste ständig ein Ventil
geöffnet und wieder geschlossen werden. Aus unbekannten Gründen wurde das
Prinzip des von Rouquayrol und Denayrouse im 19. Jhd. entwickelten
bedarfsgesteuerten Reglers nie weiter verfolgt). Costeau und Gagnan versahen
ihren Regler mit Schläuchen und einem Mundstück und befestigten ihn an zwei
Pressluftflaschen. Im Januar 1943 wird diese Entwicklung von Costeau in der
kalten Marne (Fluss bei Paris) getestet. Nach einer Veränderung (Ein- uns
Ausatemventil wurden auf die selbe Höhe gebracht) patentierten sie den "Aqua
Lung"...
Der Gagnan-Cousteau Regler veränderte das Tauchen grundlegend. Der einfache
Aufbau und die solide Konstruktion machten ihn zu einem zuverlässigen und
preiswerten Atemregler für das Sporttauchen. Die begonnene Produktion des
Reglers bei Air Liquide konnte die Nachfrage kaum decken. Mitbewerber erkannten
das Potential dieser Technik und brachten gleiche, oder leicht modifizierte
Geräte auf den Markt... Diese Erfindung war eine technische Revolution. Wie die
portugiesischen, spanischen und chinesischen Forscher aus dem 15. Jhd., die ihr
Wissen über die Welt verdoppelten, trugen auch Gagnan und Costeau dazu bei,
einen großen Teil der Erde der Wissenschaft zu öffnen. Sie schufen für
Wissenschaftler, Ingenieure und Sportler die Möglichkeit zur umfangreichen
Erforschung der Welt unterhalb der Wasseroberfläche.
Sommer und Herbst 1943: Cousteau und zwei enge Freunde, Frederic Dumas
und Philippe Tailliez, machten über 500 Tauchgänge mit der Aqualunge und
erhöhten dabei allmählich die erreichten Tauchtiefen. Im Oktober taucht Dumas
während eines sorgfältig geplanten Tauchgangs auf 64 Meter ab und spürt "l'ivresse
des grandes profondeurs" - das Verlocken der großen Tiefen.
1946: Cousteau's Aqua Lunge wird kommerziell in Frankreich vermarktet.
(In Großbritannien ab 1950, Kanada ab 1951 und USA ab 1952).
1947: Im August macht Dumas einen Rekordtauchgang mit dem Aqua Lung auf
94 m im Mittelmeer.
1948: Otis Barton erreicht in einer modifizierten Bathysphäre eine Tiefe
von 1372 Meter, vor der Küste von Kalifornien.
1951: Die erste Ausgabe einers Tauchermagazins erscheint in Dezember.
50er Jahre: Der Tauchsport verändert sich allmählich vom Schorcheln hin
zum Tauchen mit einem Tauchgerät. Tauchsportgeschäfte werden eröffnet.
1953: "The Silent World" wird veröffentlicht. Von Jacques Cousteau mit
der Hilfe von Frederic Dumas auf Englisch geschrieben, beschreibt das Buch die
Entwicklung und Erprobung der Cousteau-Gagnan Aqua Lunge.
1950: Trotz des technischen Erfolgs der Aqalunge wurden bis dahin nur 10
Geräte in die UAS exportiert. Der Importeur sagte Costeau, "dass der Markt
gesättigt sei".
50er Jahre: Der berühmte Schweizer Ballonfahrer August Picard richtet
seine Aufmerksamkeit auf die Tiefsee. Mit seinem Sohn Jacques entwickelt er ein
neues Gefährt, den Bathyscaph. Dieser war völlig unabhängig von der Oberfläche
und sollte tiefer tauchen können als eine Bathysphäre. Am 15. Februar 1954
bricht so ein Bathyscaph den 1948 von Barton aufgestellten Rekord und erreicht
vor der Küste von ehem. französisch Westafrika mit den Fahrern George S. Houot
und Pierre-Henri Willm eine Tiefe von 4050 Metern.
1957: Die erste Folge von "Sea Hunt" mit Lloyd Bridges als Mike Hunt wird
im Fernsehen ausgestrahlt. Dies veranlasst tausende Zuschauer mit dem Tauchsport
zu beginnen.
1960: Am 23. Januar erreichen Jacques Picard und der Marineleutnant Don
Walsh die Rekordtiefe von 10.918 Metern in einem von Picard entworfenen und in
der Schweiz gebauten Bathyscaphen, der "Trieste". Dieser Tauchgang wird im
Mariannengraben, 250 Meilen südwestlich von Guam, im Pazifik durchgeführt, bei
einem Wasserdruck von ca. 1100 bar und einer Temperatur von 3°C. Picard
beobachtet etwas, das er später als "Plattfisch an der tiefsten Stelle der Erde"
bezeichnet. Er konnte aber kein Exemplar mitbringen. Die "Trieste" verließ die
Oberfläche um 8:22 Uhr vormittags, erreichte die Maximaltiefe um 13:10 Uhr und
ist um 16:30 Uhr wieder zurück. Niemand wird je tiefer Tauchen (es sei denn,
Ozeanographen entdecken noch eine tiefere Stelle als den Mariannengraben).
60er Jahre: Als die Unfallzahlen der Taucher steigen werden die ersten
Organisationen gegründet um Taucher auszubilden und zu zertifizieren. (z.B. NAUI
1960, PADI 1966...)
1962: Anfang 1962 werden mehrere Experimente mit Unterwasser-Stationen
durchgeführt. Menschen verlassen diese Stationen mit Tauchgeräten für ihre
Forschungen und kommen dann zum Schlafen, Essen und Entspannen wieder zurück.
Diese Lebensräume werden von der Oberfläche mit Luft versorgt. Das erste
Experiment dieser Art, "Conshelf One", wurde im September 1962 durchgeführt.
Unter den wachsamen Augen von Jacques Cousteau und seinem Team, verbrachten
Albert Falco und Claude Wesley 7 Tage in einer Station, die sie "Diogenes"
nannten, nahe Marseille in 10 m Wassertiefe. "Diogenes ist eine gewaltige
Aqualunge, in die sich Falco und Wesley zum Aufwärmen, Essen und Schlafen
zurückzogen. Sie ist wie die Luftblase, die von einer Wasserspinne mit nach
unten genommen wird, um länger tauchen zu können. Die 5 Stunden ausserhalb waren
für unsere Männer wichtiger als die 19 Stunden in der Station." (Cousteau 1963)
1963-1965: 1963 leben acht Taucher in der "Conshelf Two" für einen Monat
im Roten Meer. Weitere Stationen dieser Periode waren: Sealab I (1964), Sealab
II (1965) und Conshelf Three (1965) in dem der ehemalige Astronaut Scott
Carpenter und andere einen Monat in 60m Tiefe vor Südfrankreich verbrachten.
1967: PADI bildet im erten Jahr des Bestehens 3226 Taucher aus
1968: Am 14. Oktober tauchen John J. Gruener und R. Neal Watson vor den
Bahamas mit Pressluft auf 133 m. Dieser Rekord wird erst 1990 gebrochen.
70er Jahre: Wichtige Entwicklungen in der Tauchtechnik und für die
Tauchsicherheit werden eigeführt:
Ein Tauchschein (Zertifikat) ist erforderlich, um Flaschen füllen zu lassen oder
Ausrüstung auszuleihen. Die Ventile mit Reservewarneinrichtung werden allmählich
von Flaschenventilen ohne Reserve abgelöst, da man Finimeter benutzten konnte.
Tarierhilfen und Einschlauchregler werden fester Bestandteil der Tauchausrüstung
(vorher wurden Zweischlauch - Regler eingesetzt).
1980: DAN (Divers Alert Network) wird als gemeinnützige Organisation für
Tauchsicherheit an der Duke University geründet
1983: Der erste kommerziell verfügbare Tauchcomputer, der "Orca Edge",
wird eingeführt. Im nächsten Jahrzehnt werden diverse Modelle entwickelt und sie
gehören bald zur Standartausrüstung für Sporttaucher.
1985: Ein U.S.-französisches Team unter Leitung von Robert Ballard findet
mit einer vom Mutterschiff ferngesteuerten Kamera das Wrack der "Titanic". Das
in 2 Teile zerbrochene Schiff liegt in 3660 m Tiefe ca. 400 Meilen nordöstlich
von New York. Am 15. April rammte die Titanic auf ihrer Jungefernfahrt einen
Eisberg und sank innerhalb von 3 Stunden. Sie war das größte Schiff dieser Zeit.
1522 Passagiere und Crew-Mitglieder kamen dabei ums Leben. Seit 1985 bergen
sowohl die USA als auch Frankreich Teile und Gegenstände des Wracks.
90er Jahre: Allein den USA werden jährlich ca. 500.000 neue Taucher
ausgebildet, neue Tauchmagazine kommen auf den Markt, Tauchcomputer werden weit
verbreitet, Tauchtourismus wird zu einem großen Wirtschaftszweig... Das
technisch orientierte Tauchen (technical diving) verbreitet sich - Amateure, die
fortschrittliche Technologien nutzen (Mischgase, Vollgesichtsmasken,
Kommunikation, Scooter u.s.w.)
Faszination Tauchen
Was ist so
faszinierend am Tauchen? Was bringt Menschen dazu, längere Zeit unter Wasser zu
verweilen?
So alt wie die Menschheit ist der Traum, tief ins Meer zu tauchen. Die Liebe zum
Abenteuer, die Lust am Unbekannten, die Suche nach ungesehener Schönheit, all
dies lockt seit Jahrhunderten hungrige
Seelen an die Gestade der Meere und in unbekannte Tiefen. Unzählige Sagen und
Mythen erzählen vom Reich Neptuns.
Meistens ist es die Suche nach den Schätzen des Ozeans, die den Taucher in die
Tiefe zieht, doch während des schwerelosen Gleitens oder Schwebens in fremdem
Lebensraum wird aus rational geplanten Tauchgängen oft auch eine emotionale
Entdeckungsreise zum eigenen Ich.
Allerdings reichen persönliche Wünsche und physische Fähigkeiten allein für den
Aufenthalt unter Wasser nicht aus. Schnell hat man festgestellt, dass Wasser
ein dem Menschen feindlich gesinntes Element ist. Dennoch haben sie es geschafft
sich heute auch diesen Teil der Welt untertan zu machen.
Was ist
Tauchen heute?
Der Tauchsport hat in den letzten Jahren eine ständig wachsende Zahl von
begeisterten Anhängern zu verzeichnen. Dieser Prozess bewirkt, dass es heute
kaum mehr eine Küste gibt, an der nicht Sporttaucher unter Wasser gehen. Das
hohe Erfolgserlebnis, das uns das Eindringen in die Unterwasserwelt vermitteln
kann, hängt wie bei kaum einer anderen Sportart von der technischen Ausrüstung
ab. Erst durch die Fortschritte auf dem Tauchgerätesektor wurde dieser Sport
überhaupt ermöglicht.
Damals wie heute liegt die Faszination des Tauchens vorrangig im Erlebnis des
Schwebens in einer Welt der Stille. Die Möglichkeit sich frei im
dreidimensionalen Raum zu bewegen, berührt mit Sicherheit einen Urwunsch des
Menschen, das Fliegenkönnen.
·
Tauchen
verbindet Menschen unterschiedlichster Naturen miteinander.
·
Taucher
sind eine Gemeinschaft. Sie sprechen sich mit Du an.
·
Taucher
achten und schützen die Natur.
·
Tauchen
ist kein Hochleistungssport, aber um Tauchen zu können solltest Du körperlich
und geistig fit sein.
Taucharten
Taucharten · Autonomes Tauchen · Apnoe oder Freitauchen
Apnoe-Tauchen wird auch Freitauchen genannt und ist die ursprünglichste Art des
Tauchens. Bei dieser Technik verwendet der Taucher kein Atemgerät und versorgt
sich auch nicht mit Luft von der Wasseroberfläche. Solange er unter Wasser ist,
hält er seinen Atem an. Apnoe-Tauchen wird in sechs Hauptkategorien geteilt (die
verschiedenen Varianten von jeder nicht eingeschlossen), die sich sehr
voneinander unterscheiden und unterschiedliche Techniken und körperliche
Anforderungen haben.
Statisches Apnoe / Zeittauchen
Statisches
Apnoe oder Zeittauchen ist ein typischer Schwimmbad-Wettbewerb. Es wird die
maximale Tauchzeit ermittelt, die man mit einem Atemzug Unterwasser bleiben
kann. Dabei ist es nicht erforderlich, vollständig abzutauchen. Auf der
Oberfläche liegend, mit dem Gesicht im Wasser, ist die bevorzugte Haltung.
Dynamisches Apnoe / Streckentauchen
Dynamisches
Apnoe oder Streckentauchen ist ein typischer Schwimmbad-Wettbewerb. Der Taucher
versucht mit einem Atemzug eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Die Tiefe
spielt dabei keine Rolle. Es gibt eine Variante mit und eine ohne Flossen.
Freies Apnoe / Apnoe Libre
Beim freien
Apnoe darf kein zusätzlicher Ballast für den Abstieg verwendet werden. Jedoch
ist es erlaubt, sich am Seil hinab, und beim Rückweg hinauf zu ziehen. Auf
Flossen muss gänzlich verzichtet werden. Nur die Kraft der Arme ist
ausschlaggebend. In dieser Disziplin werden nur selten Wettbewerbe ausgeführt.
Tieftauchen mit konstantem Gewicht
Der Taucher
muss die größtmögliche Tiefe nur mit Flossen und einem befestigten Gewicht
erreichen. Der Taucher muss mit demselben Gewicht zurückkommen, das er am Anfang
benutzt hat - es darf also nicht in der Tiefe zurückbleiben. Daher neigen viele
Taucher dazu, ein sehr kleines Gewicht zu benutzen, was den Abstieg - besonders
auf den ersten paar Metern - schwieriger macht.
In dieser Kategorie müssen die Tiefe und ihre verschiedenen Konsequenzen in
Betracht gezogen werden, die den Schwierigkeitsgrad steigen lassen. Während der
ersten 20 Meter wird eine enorme Menge Luft verwendet, um abzusteigen. Das
Aufsteigen zur Oberfläche ist auch wieder herausfordernd, weil es schwierig ist,
den richtigen Grad des Auftriebs zu finden.
Aus diesen und anderen Gründen wird Apnoe mit konstantem Gewicht als die
schwierigste Tauchart bezeichnet. Als Führung dient ein Seil, an das eine
Plakette angebracht ist, die der Taucher als Beweis der erreichten Tiefe mit
nach oben bringen muss. Das Seil darf jedoch nicht dazu benutzt werden, um sich
hinab oder herauf zu ziehen. Nur beim Entfernen der Plakette darf das Seil
berührt werden.
Tieftauchen mit variablem Gewicht
Das Gewicht
von maximal 30 kg bringt den Athlet ohne große Kraftanstrengung an das Ziel und
bleibt dort zurück. Der Rückweg zur Oberfläche muss aus eigener Kraft bewältigt
werden. Es ist erlaubt, sich mit den Armen am Seil zu ziehen oder mit Hilfe der
Flossen nach oben zu schwimmen. Apnoe mit variablem Gewicht verlangt vom
Athleten viel Erfahrung, da der Abstieg relativ mühelos ist, aber darauf der
Kräfte zehrende Rückweg folgt.
No
limits
Diese Art
des Tauchens ist ohne Zweifel die sensationellste, gefährlichste und
umstrittenste Variante des Apnoe-Tauchens. Wie der Name " No limits" schon sagt,
gibt es hier keine Grenzen. Das Gewicht des Tauchschlittens, das den Taucher
hinabzieht, darf frei gewählt werden. Zum Aufstieg an die Oberfläche wird ein
Ballon benutzt, an dem sich der Taucher festhält. Körperliche Kraftanstrengung
fällt nahezu weg, die Tauchtiefen werden von der Fähigkeit, den Wasserdruck
auszugleichen, limitiert.
Wegen der enormen Tiefen, die erreicht werden, ist es die wohl spektakulärste
und bekannteste Art des Freitauchens. Der Aufwand, solche Versuche zu
organisieren ist beträchtlich und das Risiko eines Unfalls ist weit höher als
bei den anderen Disziplinen. Deshalb haben die verschiedenen Organisationen, die
das Apnoe-Tauchen organisieren und fördern, "No limits" nicht offiziell
anerkannt, sondern es als experimentelle Tätigkeit erklärt.
Taucharten · Autonomes Tauchen · Scuba-Tauchen
Die Tauchausrüstung bestimmt die Luftmenge und so die Zeitspanne, die man unter
Wasser bleiben kann. SCUBA ist die Abkürzung für "Self Contained Underwater
Breathing Apparatus". Scuba-Tauchen ist die Tätigkeit, in eine Wassermasse
einzutauchen und dabei ein geschlossenes Atemgerät zu benutzen, wie es 1925 von
Le Prieur erfunden und durch Cousteau in den 30er Jahren bedeutend verbessert
wurde.
Taucharten · Autonomes Tauchen · Nitrox-Tauchen
Das Tauchen mit Gasmischung ist eine Methode, bei der zum Atmen andere Mittel
als die herkömmliche Pressluft verwendet werden. Von allen verfügbaren
Möglichkeiten ist Nitrox das Gasgemisch mit der größten Akzeptanz unter
Tauchern. Die verschiedenen Nitrox-Mischungen werden auch als Enriched Air
Nitrox (EAN) bezeichnet, was soviel heißt wie "mit Sauerstoff angereicherte
Luft". Dieser Begriff wurde von der amerikanischen NOAA (National Oceanic and
Atmospheric Administration) geprägt.
Nitrox ist ein Gemisch aus den Gasen Stickstoff und Sauerstoff, im Englischen
NITRogen und OXygen, daher der Name NITROX. Wir alle kennen Nitrox, da es das
ist was wir täglich atmen: Luft. Aber Luft ist nur eines von vielen möglichen
Nitroxgemischen, nämlich eines aus annähernd 21% Sauerstoff und 79% Stickstoff.
Nitrox oder EANx sind Begriffe, die gewöhnlich benutzt werden, wenn es um
Sauerstoff-Stickstoff-Gemische geht, die mehr Sauerstoff enthalten als normale
Luft, also mehr als 21%. Es gibt zwei Standardgemische: Nitrox I (oder EAN32),
mit 32% Sauerstoff und 68% Stickstoff, und Nitrox II (oder EAN36), mit 36%
Sauerstoff und 64% Stickstoff.
Der Hauptvorteil des Tauchens mit angereicherter Luft ist die Herabsetzung des
Stickstoffes im eingeatmeten Gas. Denn durch den während des Tauchens vom Körper
aufgenommenen Stickstoff kann es zur Dekompressionskrankheit kommen. Die
Verringerung der Stickstoffmenge, die der Taucher einatmet, reduziert dieses
Risiko.
Durch die Verwendung von Nitrox können die Tauchzeiten verlängert werden. Weil
eine geringere Stickstoffmenge vom Körper aufgenommen wird, wird beim Auftauchen
auch weniger Zeit für die Abgabe des Stickstoffes gebraucht (= kürzere
Dekompressionszeiten). Weniger Stickstoffaufnahme bewirkt also, dass der Taucher
eine größere Zeit am Grund bleiben kann. Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung
von Nitrox ist die geringere Müdigkeit nach dem Tauchgang (verglichen mit
ähnlichen Tauchgängen bei Pressluft-Benutzung).
Mit Rücksicht darauf, dass Sauerstoff mit einem Partialdruck von etwa 2 bar
giftig ist, kann das Nitrox-Tauchen (bei dem eine größere Menge Sauerstoff
benutzt wird als bei Pressluft), in bestimmten Tiefen gefährlich sein. Diese
Gefahr kann jedoch ausgeschlossen werden, indem man die Maximaltiefe beachtet,
die für das jeweilige Nitroxgemisch angegeben ist.
Eine andere Gefahr, die mit Nitrox verbunden ist und ebenso mit der größeren
Sauerstoffkonzentration zu tun hat, besteht darin, dass es eine brennbare
Substanz ist. Aus diesem Grund müssen die benutzten Zylinder und Ventile
regelmäßig von fachkundigen Personen gesäubert und überprüft werden.
Taucharten · Freizeittauchen
Freizeittauchen ist definiert als Tauchen mit autonomen Tauchgerät, das zum
Zweck der Erholung ausgeübt wird (im Gegensatz zum Tauchen aus kommerziellen
Zwecken). Es gibt verschiedene Arten des Freizeittauchens, beispielsweise
Unterwasserjagd, Unterwasserfotografie, Orientierungstauchen, Sammeln von Arten
usw.
Taucherkrankheiten
Medizin und Gesundheit · Vorbeugung
Einleitung
Wie bei allen Tätigkeiten, bei denen Gefahren bestehen, erfordert das Tauchen,
dass man vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen ergreift. Jeder Taucher sollte einen
Lehrgang über die Verhinderung von Tauchunfällen und die Anwendung von
Erste-Hilfe-Maßnahmen besuchen.
Sicherheits- und Präventionsplan
Einen
Unfall-Verhinderungsplan zu haben ist genauso wichtig wie die Auswahl des
Tauchortes oder der Auswahl der Ausrüstung, die benutzt wird.
Es ist ratsam, auf das Wetter und die meteorologischen Bedingungen zu achten,
die Telefonnummern und die Adressen der medizinischen Bereitschaftsdienste zu
notieren und auch die Standorte der nahe gelegenen Druckkammern zu überprüfen.
Es ist auch wichtig, Aspekte des Tauchens selbst zu betrachten: Tiefe, Zeit,
Höhe, Wassertemperatur und die Erfahrung der Personen, die am Tauchen
teilnehmen.
Eine der wirkungsvollsten Arten, Gefahrensituationen zu verhindern, ist das
Buddy-System. Dieses System ist der Eckstein der Tauchsicherheit, besonders wenn
der Taucher ein Anfänger ist. Die Tauchpartner übernehmen gegenseitige
Verantwortung. Jeder sichert seinem Tauchpartner Unterstützung und Hilfe zu.
Dafür müssen sich beide Taucher mit dem Tauchen und der Tauchausrüstung
auskennen.
Notfallplan
Dieser Plan wird verwendet, wenn während des Tauchens etwas schiefgegangen ist
und es notwendig wird, in einer schnellen und praktischen Weise zu handeln. Der
Notfallplan muss die Schritte umfassen, die zu befolgen sind, welche Ausrüstung
benutzt werden soll und die Verantwortlichkeit von jedem der Teilnehmer, um eine
Überschneidung der verschiedenen Unterstützungsaufgaben zu vermeiden.
Unter den Schritten in diesem Plan sind die, die sich auf den verletzten Taucher
beziehen - ob es Erste Hilfe und andere sofort durchzuführende Tätigkeiten sind,
eine schnelle Auswertung der einfachsten und sichersten Weise, einen verletzten
Tauchers zu einem medizinischen Unterstützungszentrum zu transportieren. Der
Plan umfasst auch Schritte, die sich auf die Informationen beziehen, die dem
Arzt gegeben werden müssen: Tiefe und Tauchzeit des Opfers, was die Symptome des
Opfers sind usw. Die Verhinderung von Unfällen ist einfacher, wenn man einen
überprüften Sicherheits- und Präventionsplan hat.
Druckkammern
Die Hyperbare
Medizin oder Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) reproduziert die Bedingungen,
die ein Taucher auf einem Tauchgang vorfinden würde, wenn der Körper den ganzen
Druck trägt, der durch das Wasser ausgeübt wird. Um diese Bedingungen an Land
herzustellen, ist spezielle Ausrüstung erforderlich: ein Raum, wohin der Patient
hingestellt werden kann, um entweder liegend oder sitzend reinen Sauerstoff bei
Hochdruck zu atmen. Die Zeitmenge, die im Raum verbracht werden muss, die
Druckregulierung und die Zahl der erforderlichen Sitzungen schwankt von einer
Person zu anderen und hängt vom jeweiligen Unfall ab.
Ohrentzündung
Dauerkontakt mit Wasser, wie er beim Tauchen auftritt, macht das Epithel des
äußeren Ohrkanals anfälliger für Infektion durch Pilze und das Bakterien, die
Ohrschmerzen, Entzündungen des Gehörganges und auch Absonderung von Eiter
verursachen.
Um das zu vermeiden, ist es empfehlenswert, gleich nach dem Tauchen das Wasser
aus dem Ohr zu entfernen (z.B. durch zur Seite Neigen des Kopfes) und die
Restfeuchtigkeit mit einem zusammengedrehten Papiertaschentuch aus dem Gehörgang
aufzusaugen. Im Fall einer Ohrentzündung ist eine ärztliche Behandlung sowie der
vorläufige Verzicht auf Tauchaktivitäten nötig, da es sonst - aufgrund der
Unmöglichkeit des Druckausgleichs - zu einem Trommelfellriss kommen kann.
Barotraumen des Ohres
Barotraumen sind Erkrankungen bzw. Verletzungen, die aufgrund von
Druckunterschieden zustande kommen. Beim Abtauchen ohne Druckausgleich drückt
der Wasserdruck das Trommelfell nach innen und erzeugt einen stechenden Schmerz.
Erfolgt kein Druckausgleich, muss bei weiterem Abtauchen mit einem
Trommelfellriss gerechnet werden.
Druckausgleich kann man leicht durch Zuhalten der Nase und gleichzeitigem
Ausatmen herbeiführen. Dabei steigt der Druck im Innenohr und drückt das
Trommelfell in seine ursprüngliche Position zurück, so dass der Schmerz
nachlässt.
Trommelfellriss
Durch ein Barotrauma im Ohr, ein Eindrücken des Trommelfells (kommt das während
Abstiegs vor, wenn Gas in einem Raum zusammengepresst wird) oder eine
unbehandelte Infektion kann ein Trommelfellriss verursacht werden.
Symptome umfassen starken Schmerz und Benommenheit und/oder Übelkeit. In diesen
Fällen ist es ratsam, alle Tauchaktivitäten zu unterbrechen und sofort einen
Arzt aufzusuchen.
Sauerstoffvergiftung
Ab einem gewissen Druck wird Sauerstoff (O2) für Menschen giftig. Der maximale
Druck für reinen Sauerstoff ist 1,7 Atmosphären (= bar) und 2 bar in einem
Gasgemisch. Wenn diese Grenzen erreicht sind, kommt es zur Vergiftung.
Der minimale Partialdruck des Sauerstoffes ist etwa 0,1 bis 0,17 bar. Das kann
der Fall sein, wenn die Luftzufuhr unterbrochen wird oder wenn die Prozentsätze
des Sauerstoffes in der Verbindung sehr gering sind.
Die Symptome von einem Taucher, der an Sauerstoffvergiftung leidet, umfassen
Sehstörungen, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, Benommenheit, Schwindelgefühl
und Krampfanfälle. In Extremfällen kommt es zum Tod.
Die Behandlung einer Sauerstoffvergiftung hängt vom Grad der Vergiftung ab,
jedoch ist es ratsam, den Taucher in einen Raum mit niedrigem Sauerstoffgehalt
zu legen. Wenn sich beim Tauchen Symptome zeigen, ist es empfehlenswert, die
Tiefe konstant zu halten, bis die Zuckungen aufhören, und dann einen
allmählichen Aufstieg folgen zu lassen.
Kohlenmonoxidvergiftung
Diese Vergiftung kann auftreten, wenn das Tauchgerät mit kohlenmonoxidhaltiger
Luft gefüllt wurde. Das kann der Fall sein, wenn Auspuffgase des (mit einem
Verbrennungsmotor angetriebenen) Kompressors oder Luft von einer stark
befahrenen Straße über den Luftschlauch angesaugt werden.
Kohlenmonoxid (CO) hat eine mehr als 100mal stärkere Bindungsfähigkeit an
Hämoglobin als Sauerstoff. Das Kohlenmonoxid löst sich im Hämoglobin des Blutes
und bewirkt, dass das Hämoglobin keinen Sauerstoff mehr transportieren kann.
Eine Kohlenmonoxidvergiftung äußert sich in folgenden Symptomen: rote oder
irritierte Haut, Benommenheit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und
Bewusstlosigkeit.
Es ist ratsam, das Tauchen zu beenden, langsam aufzusteigen und dabei
zwischendrin Pausen zu machen, den Taucher in einem Raum mit guter Belüftung und
wenig Sauerstoff zu legen und so bald wie möglich einen Arzt zu konsultieren.
Kohlendioxidvergiftung
Kohlendioxidvergiftung tritt aus verschiedenen Gründen auf. Einer von ihnen ist
eine unzulängliche Ventilation bei "offenen" Tauchgeräten, ein anderer ist die
kontrollierte Atmung, die beim Apnoe-Tauchen angewendet wird, oder der Taucher
verringert seine Luftzufuhr aus psychologischen Gründen aufgrund der Luftmenge
im Tank (Stress-Faktor), ohne es zu begreifen.
Bei einem Taucher, der unter Kohlendioxidvergiftung leidet, zeigen sich Symptome
wie Kopfschmerzen, Atemschwierigkeiten, Bewusstseinstrübung und bläuliche Haut.
Der Taucher erlangt seine Gelassenheit einfach wieder, indem er auftaucht und es
dem Körper ermöglicht, den CO2-Überfluss des Blutes zu beseitigen. Meistens
reicht dazu Frischluftzufuhr, nur bei Bewusstlosigkeit ist Sauerstoffbeatmung
erforderlich. Wenn die Vergiftung durch fehlerhafte Ausrüstung verursacht wurde,
muss das Atemgerät ersetzt werden.
Stickstoffvergiftung
Stickstoff (N) ist ein Hauptbestandteil der Luft und stellt das größte Hindernis
beim Abtauchen und beim Unter-Wasser-Bleiben dar.
Neunundsiebzig Prozent unserer Atemluft besteht aus Stickstoff. Die Körpergewebe
haben die Fähigkeit, dieses Gas aufzunehmen und es dann zu beseitigen.
Die Menge des Gases, die aufgesogen oder beseitigt wird und kein Teil einer
chemischen Kombination ist, ist abhängig von den Unterschieden des Partialdrucks
des Gases, das sich innerhalb und außerhalb des Gewebes befindet. Je größer die
Druckunterschiede des Gases außerhalb des Gewebes, desto größer die Menge des
Gases, die in das Gewebe eindringt.
Die Narkose durch Stickstoff fängt nach 15 bis 18 Metern an, Effekte zu zeigen,
aber ist erst wahrnehmbar, wenn der Stickstoff einen Partialdruck von 3,2 bar
erreicht, was bei 30 Metern der Fall ist.
Symptome von Stickstoffvergiftung schließen Übelkeit, Schläfrigkeit, Panik,
Halluzinationen und Euphorie mit ein. Um diese Symptome zu bekämpfen, müssen
Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden: nicht die Tiefengrenze von 30 Metern
überschreiten, die empfohlenen Beschränkungen in den Dekompressionstabellen
beachten, mit einer Geschwindigkeit von 9 Metern oder weniger aufsteigen und vor
dem Auftauchen an die Oberfläche einen Sicherheitsstop einlegen.
Medizin und Gesundheit · Dekompressionskrankheit
Beim Tauchen nimmt der Körper mehr Stickstoff auf als an Land. Das kommt daher,
dass die Löslichkeit des Gases mit zunehmendem Partialdruck steigt, wodurch sich
der Stickstoff mit der Tauchtiefe (dem Druck) und der Tauchdauer (der Zeit) im
Gewebe ansammelt. Beim Auftauchen müssen die Gewebe entsättigt werden. Der
gelöste Stickstoff wird über das Blut zur Lunge zurücktransportiert und dort als
Gas abgeatmet. Atmet der Taucher beim Aufsteigen zu wenig aus oder steigt
schneller auf, als er seine Gewebe entsättigen kann, bildet der Stickstoff
Mikroblasen, die die Dekompressionskrankheit (DCS) auslösen können.
Dekompressionsunfälle können aus verschiedenen Gründen auftreten, beispielsweise
durch Nichtbeachten von Tauchtabellen, der Dekompressionsstops (die das Gewebe
von Stickstoff befreien sollen) oder der maximalen Aufstiegsgeschwindigkeit.
Symptome der Dekompressionskrankheit zeigen sich kurz oder innerhalb von 24
Stunden nach dem Tauchen. Sie werden üblicherweise in drei Gruppen eingeteilt:
·
Typ I:
Dies sind milde Symptome, die nur Schmerzen verursachen. Sie sind nicht
lebensbedrohlich. Dazu gehören Muskel- und Gelenkschmerzen ("Bends") sowie
Hautjucken ("Taucherflöhe").
·
Typ
II: Dies sind ziemlich ernste Symptome. Es handelt sich um neurologische
Störungen, wie zu Beispiel Seh- und Hörstörungen, Gleichgewichtsstörungen,
Müdigkeit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit.
·
Typ
III: Dies sind sehr ernste Symptome, die durch Gasblasen im Rückenmark
verursacht werden. Die Störungen treten meistens innerhalb weniger Minuten auf.
Oft treten Symptome einer Querschnittslähmung auf. Schädigungen im Gehirn können
sich in Halluzinationen, Erblinden und Erinnerungsverlust äußern. Tödliche
Ausgänge sind möglich.
Wann auch immer ein Zeichen der Dekompressionskrankheit entdeckt wird, soll der
Taucher so bald wie möglich behandelt werden. Der Gebrauch von
Dekompressionskammern wird immer gegenüber der Rekompression im Wasser
bevorzugt.
Beim Transportieren des Patients muss dieser die Beine hochlegen, damit das
Gehirn mit Sauerstoff versorgt wird. Im Fall einer Bewusstlosigkeit ist es
ratsam, ihn auf seine linke Seite zu legen, um eine Einatmung von Erbrochenem zu
vermeiden.
Rekompression im Wasser wird als ein letzter Ausweg betrachtet, der nur
verwendet wird, wenn es keine Druckkammer in der Nähe des Tauchgebiets gibt und
keine Möglichkeit besteht, innerhalb von 12 Stunden ein Hyperbares Zentrum
aufzusuchen.
Medizin und Gesundheit · Traumatische Gasembolie (TGE)
Einleitung
Als traumatische Gasembolie werden drei Krankheiten bezeichnet, die durch die
Abweichung oder Ausdehnung der während des Tauchens eingeatmeten Luft verursacht
werden.
Pneumothorax
Der
Pneumothorax ist eine Ansammlung von Luft im Pleuraspalt, also zwischen den
beiden Schichten des Lungenfells. Dadurch kommt es zu einem teilweisen oder
kompletten Kollaps eines Lungenflügels, d.h. eine Lungenhälfte fällt in sich
zusammen.
Einige der Symptome sind scharfer Brustschmerz, Atemnot und blasse Haut. Wenn
der Fall von Pneumothorax ein einfacher mit wenigen Komplikationen ist, kann er
durch Sauerstoffgabe behandelt werden. In ernsteren Fällen ist die Einführung
einer Röhre erforderlich, die die Luft absaugt und die Lunge aufbläst. Dringende
ärztliche Behandlung ist von höchster Wichtigkeit. In den meisten Fällen wird
dem Taucher empfohlen, sechs Monate bis zum nächsten Tauchgang zu warten.
Mediastinalemphysem
Das Mediastinalemphysem wird durch die Ausdehnung der Luft im Gewebe verursacht,
das das Herz, die Hauptblutgefäße und die Lungenbläschen umgibt. In diesem Fall
bricht die Luft nicht das Lungengewebe, sondern eher die Bronchien. Es entsteht
eine Luftansammlung im Mittelfellraum (zwischen Herz und Lunge).
Die allgemeinen Symptome schließen gemäßigte bis starke Schmerzen unter dem
Brustbein ein (es fühlt sich an, als ob etwas nach unten drückt), die intensiver
werden, wenn der Patient tief atmet oder schluckt. Es gibt Fälle, in denen
Veränderungen der Stimme und Schmerzen in Schulter, Rücken und Nacken gefühlt
werden können. Es ist ratsam, dem Patienten 100% Sauerstoff zuzuführen und ihn
in eine Druckkammer zu bringen.
Hautemphysem
Das Hautemphysem wird durch das Abweichen der Luft vom Mittelfellraum in das
Unterhautfettgewebe, besonders im Hals-Nackenbereich, verursacht. Es formen sich
Luftblasen unter der Haut. In leichten Fällen ist dieses Emphysem für den
Taucher kaum wahrnehmbar. Es kann eine leichte Schwellung im Nacken geben, bei
Berührung der Haut machen sich die Luftblasen über ein Knistern bemerkbar und es
kann zu einer Änderung im Sprachrhythmus kommen. Eine Versorgung des Patienten
mit 100% Sauerstoff ist in allen Fällen empfohlen, ebenso eine Rekompression in
schweren Fällen.
Außer den oben erwähnten Ursachen ist eine andere Ursache einer traumatischen
Gasembolie, dass der Taucher seinen Atem während des Aufstiegs anhält.
Als eine allgemeine Regel ist es ratsam, dass ein Taucher, der eine TGE gehabt
und Druckluft geatmet hat und das Bewusstsein innerhalb von zehn Minuten nach
dem Erreichen der Wasseroberfläche verliert, zur Rekompression in eine
Druckkammer gebracht wird.
Medizin und Gesundheit · Thermische Probleme
Einleitung
Thermische Probleme entstehen, wenn der Unterschied zwischen der
Wassertemperatur und dem Körper des Tauchers so hoch ist, dass der Körper Hitze
gewinnt (Hyperthermie) oder Wärme verliert (Hypothermie).
Hyperthermie
Hyperthermie hat verschiedene Ursachen. Es kann mit der Temperatur des Wasser am
Tauchort zusammenhängen (besonders, wenn diese 28ºC überschreiten), mit
Überhitzung des Körpers durch den Tauchanzug oder einer Dehydrierung des
Taucherkörpers. Die Hauptsymptome schließen Muskelschwäche, Unwohlsein,
Konzentrationsmangel, Ermüdung, Übelkeit und Muskelkrämpfe ein.
Der Taucher sollte abgekühlt und zu einem frischen, schattigen Platz mitgenommen
werden. In ernsten Fällen besteht die Behandlung des Opfers mit einer Wolke
Wassernebel (25-30 º C). Kaltes Wasser oder Eis sollten nie am Körper direkt
angewendet werden; statt dessen ist es ratsam, Handtücher mit Eis an Hals,
Unterarm und Leiste anzuwenden.
Der Taucher muss mindestens ein Liter Flüssigkeit (ohne Alkohol) für jedes
verlorene Kilo aufnehmen, um den Wassermangel auszugleichen.
Hypothermie
Hypothermie wird durch das Tauchen in sehr kalten Gewässern. Die klassischen
Symptome umfassen un kontrollierte Muskelbewegungen, unwillkürliche
Kontraktionen, mangelnde Muskelkoordination, Abnahme der Herz- und Atemtätigkeit
und in einigen Fällen Bewusstlosigkeit.
In diesem Fall ist Flüssigkeitszufuhr mit nicht-alkoholischen Getränken
empfehlenswert,wie auch ein heißes Bad mit einer Temperatur von 38º bis 44ºC und
den Taucher mit trockenen Decken oder Kleidern zu wärmen.
Medizin und Gesundheit · Flachwasser- Blackout und Asthma
Flachwasser-Blackout
Die meisten Arten von Unfällen beim Freitauchen (Apnoe) werden durch
Sauerstoffmangel im Gewebe verursacht. Beim sogenannten Flachwasser-Blackout
handelt es sich um einen plötzlichen Verlust des Bewusstseins, der während des
Aufstiegs innerhalb von zehn Metern unter der Wasseroberfläche auftritt. Wenn
das häufig vorkommt, kann langfristig eine irreversible Beschädigung des
Gehirngewebes verursacht werden.
Vor einem Apnoe-Tauchgang verursacht der Freitaucher Hyperventilation, um den
Partialdruck des Kohlendioxyds im Organismus zu reduzieren, wessen Konzentration
den natürlichen Atemreiz aktiviert. Während der Apnoe setzen sich - obwohl die
freiwillige Form der Atmung unterbrochen wird - die restlichen körperlichen
Prozesse, zum Beispiel die Aufnahme des Stickstoffes durch die Gewebe, fort, so
dass der Taucher unter einem Dekompressionsangriff leiden kann.
Während Aufstiegs neigt der Sauerstoff dazu, sich in den Lungen zu verbreiten,
und verursacht plötzlich Sauerstoffmangel im Gehirn, der zur Bewusstlosigkeit
und schließlich - wenn der Taucher nicht gerettet wird - zum Tod durch Ertrinken
führt.
Es wird empfohlen, niemals alleine, sondern mit einem Partner zu tauchen und
sich mit dem Warten an der Wasseroberfläche abzuwechseln. Selbst wenn man durch
Hyperventilation zwischen 40 und 60% länger ohne Atemgerät tauchen kann, sollte
es mit Vorsicht getan werden, da es Benommenheit und Muskelkrämpfe in Armen und
Beinen verursachen kann. Es wird empfohlen, vor dem Tauchen nicht mehr als
viermal tief durchzuatmen.
Asthma
Asthma ist
eine chronische Krankheit des Atmungssystems, bei der die Luftwege empfindlich
und - bei der asthmatischen Bronchitis - wegen verschiedenartiger Ursachen
entzündet sind, weswegen sie weniger Luft durchlassen.
Es gibt gewisse Umstände, die nicht selbst Asthma verursachen aber einen
Asthmaanfall auslösen können. Dies sind die sogenannten auslösenden Faktoren:
Kälte, Feuchtigkeit, Sport, Tabakrauch, Infektion in den Atemwegen, intensive
Gefühle und Drogen.
Es gibt nichts, was einen Asthmatiker vom Tauchen abhält, jedoch wird eine
Extragefahr aufgeworfen. Ein Taucher mit Asthma kann unter Asthmaanfällen
unterhalb der Wasserlinie, Panikanfällen und sogar einem Barotrauma der Lunge
leiden.
Tauchern mit Asthma wird empfohlen, Regler mit speziellen Modifizierungen zu
benutzen, die die Luft im Tank befeuchten und sich vor dem Tauchen von einem
Arzt beraten zu lassen.
Tauchausbildung
Tauchausbildung: PADI
PADI steht für " Professional Association of Diving Instructors" und ist der
größte Verband für die Ausbildung von Tauchern. In einem PADI-Kurs erlernen
Kursteilnehmer grundlegende Tauchbegriffe durch unabhängiges Lernen und werden
dann von Ausbildern in der Förderung ihrer Entwicklung geführt. Das Hauptziel
ist, Kursteilnehmer zu befähigen, so schnell wie möglich das Wasser zu betreten
und ihnen die notwendige Anleitung zu geben, damit sie Vertrauen als Taucher
gewinnen.
Alle PADI-Programme, von Anfänger- bis hin zu Ausbilder-Niveaus, folgen strengen
Qualitätsstandards, welche beständige Qualität in allen Lernstufen ermöglichen.
Unter den durch Ausbilder der PADI-Methode angebotenen Anfänger-Kursen sind der
Bubblemaker-Kurs, der für Kinder zwischen acht und neun Jahren gedacht ist; der
Seal-Team-Kurs, in dem grundlegende Prinzipien des sicheren Tauchens gelehrt
werden und der Discover-Scuba-Kurs, in dem die Kursteilnehmer unter der
Beaufsichtigung des PADI- Ausbilders in einem Swimming-Pool oder unter
Bedingungen, die denen in Pools ähnlich sind, tauchen.
Die Scuba-Diver-Kurse sind für diejenigen vorgesehen, die sich bereits im
Tauchen versucht haben. Dieser Kurs schließt ein Unterprogramm des Zertifikates
mit ein und ist eine Qualifikation vor dem ersten Level, ideal für Urlauber oder
für alle, die nur ein paar Male pro Jahr tauchen wollen.
Die Kursteilnehmer, die das Unterprogramm des Open-Water-Diver-Kurses
absolvieren, genießen die Möglichkeit des Tauchens mit einem Partner -
unabhängig davon, ob sie professionelle Taucher sind oder nicht.
Die PADI Fortgeschrittenen-Kurse umfassen PADI Adventures in Diving, PADI
Specialty Diver and PADI Rescue Diver. Diese Kurse erlauben den Teilnehmern,
spezifische zusätzliche Fähigkeiten zu erwerben, im Wasser Vertrauen zu
gewinnen, ihr Verstehen der Unterwasserwelt zu erweitern und an Orten zu
tauchen, wo sich nur Taucher mit fortgeschrittener Ausbildung qualifizieren.

Tauchausbildung: SSI
Was die SSI auszeichnet, ist die Suche nach Qualität, wenn es um die
Ausbildungszentren geht, denen sie ihre Zertifikate gibt. Die SSI ist die
einzige Ausbildungsorganisation, die einen Anschluss des Tauchlehrers an einen
Shop zwingend fordert. Auf diese Weise will die SSI sicherstellen, dass der
einzelne Tauchlehrer stets auf dem neuesten Stand der Technik ist. Ihre
Ausbildungsmethode wird "Comfort Through Repetition" genannt. Dabei werden die
Grundfertigkeiten so oft wie möglich auf verschiedenste Art und Weise
wiederholt, so dass man beim Tauchen gar nicht mehr darüber nachdenken muss, da
sie automatisch ausgeführt werden. So ist es möglich, beim Tauchen zu
entspannen.
Die SSl hat verschiedenartige Programme für das Anfänger-Niveau entwickelt, die
an die verschiedenen Bedürfnissen angepasst sind, je nachdem, ob das Endziel
Rifftauchen, Wracktauchen, Tiefseetauchen oder irgendeine andere Art des
Tauchens ist. Die Ausbildung kann mit einem der folgenden Anfänger-Programmen
beginnen: Probetauchen im Try Scuba-Programm oder vielleicht im Open Water
Diver-Programm den Tauchschein erwerben. Der Schnorchel-Kurs ist für diejenigen
gedacht, die fürs Scuba-Tauchen keine Zeit haben oder nicht daran interessiert
sind. Mit dem Scuba-Skills-Update-Kurs kann man seine Tauchkenntnisse
auffrischen.
Die Mittelstufen- und Fortgeschrittenen-Kurse erlauben Tauchern, das notwendige
Wissen und die Fähigkeiten zu erwerben, fachkundige Taucher in spezifischen
Varianten des Tauchens zu werden, wie zum Beispiel im Rettungstauchen,
Tiefseetauchen, Bootstauchen, Schiffswracktauchen, Orientierungstauchen,
Nachttauchen und vielen mehr. Diese verschiedenen Spezialgebiete führen den
Taucher in eine neue Welt voller Tauchmöglichkeiten ein.
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