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Karate

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Karate

 

Japanische Kalligrafie „Karatedō“

Karate [kaɺate] (空手, jap. „leere Hand“ bzw. „ohne Waffen in den Händen“) ist eine Kampfkunst, deren Geschichte sich sicher bis ins Okinawa des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt, wo einheimische Traditionen mit chinesischen und japanischen Einflüssen verschmolzen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand sie ihren Weg nach Japan und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von dort über die ganze Welt verbreitet.

Inhaltlich wird Karate durch waffenlose Techniken charakterisiert, vor allem Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfeger. Hebel und Würfe werden manchmal ebenfalls gelehrt, selten werden auch Würgegriffe und Nervenpunkttechniken und die Anwendung von Techniken unter Zuhilfenahme von Kobudōwaffen geübt.

Recht hoher Wert wird meistens auf die körperliche Konditionierung gelegt, die heutzutage insbesondere Beweglichkeit, Schnellkraft und aerobe Belastbarkeit zum Ziel hat. Die eigentliche Abhärtung der Gliedmaßen u. a. mit dem Ziel des Bruchtests (jap. Tamashiwari), also des aus Film und Fernsehen bekannten Zerschlagens von Brettern oder Ziegeln, ist heute weniger populär, wird aber von Einzelnen immer noch enthusiastisch betrieben.

Der traditionellen Etikette (Reishiki) kommt je nach den Gepflogenheiten des Dōjō mehr oder weniger Bedeutung zu, obwohl ein Mindestmaß fast immer beachtet wird. Das moderne Karate-Training ist häufig eher sportlich orientiert. Das heißt, dass dem Wettkampf eine große Bedeutung zukommt. Dadurch leidet unter Umständen auch die Vermittlung effektiver Selbstverteidigungstechniken, die durchaus zum Karate gehören.

 

Geschichte

Name

Karatedō (japanisch = Weg der Leeren Hand) wurde früher meist nur als Karate bezeichnet und ist unter dieser Bezeichnung noch heute am häufigsten geführt. Der Zusatz wird verwendet, um den philosophischen Hintergrund der Kunst und ihre Bedeutung als Lebensweg zu unterstreichen. Bis in die dreißiger Jahre hinein war die Schreibweise 唐手 gebräuchlich, was soviel wie chinesische Hand bedeutet. Das Schriftzeichen bezog sich auf das China der Tang-Dynastie (618 bis 907 n. Chr). Damit waren die chinesischen Ursprünge bereits im Namen der Kampfkunst manifestiert. Aus politischen Gründen (Nationalismus) ging man dann in Japan dazu über, die Schreibung 空手 also leere Hand zu verwenden. Das neue Zeichen wurde wie das alte kara gelesen und war auch von der Bedeutung her in sofern passend, als im Karate meist mit leeren Händen, also ohne Waffen gekämpft wird.

 

Ursprünge

Die Legende erzählt, dass der buddhistische Mönch Daruma Taishi (Bodhidharma) aus Kanchipuram (Südindien) im 6. Jahrhundert das Kloster Shaolin (jap. Shōrinji) erreicht und dort nicht nur den Ch'an (Zen)-Buddhismus begründet, sondern die Mönche auch in körperlichen Übungen unterwiesen habe, damit sie das lange Meditieren aushalten konnten. So sei das Shaolin-Kungfu (korrekt: Shaolin-Quanfa, jap. Kempo/Kenpo) entstanden, aus dem sich dann viele andere chinesische Kampfkunststile (Wushu) entwickelt hätten.

Da Karate um seine chinesischen Wurzeln weiß, betrachtet es sich ebenfalls gerne als Nachfahren jener Tradition (Chan, Bodhidharma, Shaolin), deren Historizität im Dunkel liegt und unter Historikern umstritten ist. Nichtsdestoweniger ziert das Bildnis von Daruma so manches Dōjō.

 

Von China nach Okinawa

Karate in seiner heutigen Form entwickelte sich auf der pazifischen Kette der Ryūkyū-Inseln, insbesondere auf deren Hauptinsel Okinawa. Diese liegt ca. 500 Kilometer südlich der japanischen Hauptinsel Kyūshū zwischen Südchinesischem Meer und Pazifik. Heute ist die Insel Okinawa ein Teil der gleichnamigen Präfektur Japans. Bereits im 14. Jahrhundert unterhielt Okinawa, damals Zentrum des unabhängigen Inselkönigreichs Ryūkyū, rege Handelskontakte zu Japan, China und Korea. Die urbanen Zentren der Insel, Naha, Shuri und Tomari waren damals ein wichtiger Umschlagplatz für Waren und boten damit ein Forum für den kulturellen Austausch mit dem chinesischen Festland. Dadurch gelangten erste Eindrücke chinesischer Kampftechniken des Quanfa/Kempo nach Okinawa, wo sie sich mit dem einheimischen Kampfsystem des Te/De vermischten und sich so zum Tode, Okinawa-Te weiterentwickelten. Te bedeutet wörtlich soviel wie Hand, im übertragenden Sinne auch Technik bzw. Handtechnik. Der ursprüngliche Begriff für Karate, Okinawa-Te, kann daher grob als Handtechnik aus Okinawa übersetzt werden (meint aber natürlich die verschiedenen Techniken als Ganzes).

Die wirtschaftliche Bedeutung der Inseln führte dazu, dass sie ständig von Unruhen und Aufständen heimgesucht wurde. Im Jahre 1416 gelang es schließlich König Sho Shin (auch Sho Hashi) die Inseln zu einigen. Zur Erhaltung des Friedens in der aufständischen Bevölkerung verbot er daraufhin das Tragen jeglicher Waffen. Um die einzelnen Regionen zu kontrollieren verpflichtete er sämtliche Fürsten zum dauerhaften Aufenthalt an seinen Hof in Shuri - eine Kontrollmöglichkeit, die später von den Tokugawa-Shogunen kopiert wurde. Durch das Waffenverbot erfreute sich die waffenlose Kampfkunst des Okinawa-Te erstmals wachsender Beliebtheit und viele ihrer Meister reisten nach China um sich dort durch das Training des chinesischen Chuan-Fa/Quan Fa fortzubilden.

1609 besetzte der japanische Satsuma-Clan die Inselkette und deren Statthalter auf Okinawa, Shimazu, verschärfte das Waffenverbot dahingehend, dass sogar der Besitz jeglicher Waffen, selbst Zeremonienwaffen, unter schwere Strafe gestellt wurde. Dieses Waffenverbot wurde als Katanagari bezeichnet, was soviel wie "Jagd nach Schwertern" bedeutet. Schwerter, Dolche, Messer und jegliche Klingenwerkzeuge wurden systematisch eingesammelt. Dies ging sogar soweit, dass einem Dorf nur ein Küchenmesser zugestanden wurde, das mit einem Seil an den Dorfbrunnen (oder an einer anderen zentralen Stelle) befestigt und streng bewacht wurde. Das verschärfte Waffenverbot sollte Unruhen und bewaffnete Widerstände gegen die neuen Machthaber unterbinden. Jedoch hatten japanische Samurai das Recht der sog. "Schwertprobe", dem zu Folge sie die Schärfe ihrer Schwertklinge an Leichen, Verwundeten oder auch willkürlich an einem Bauern erproben konnten, was auch vorkam. Die Annexion führte somit zu einer gesteigerten Notwendigkeit zur Selbstverteidigung, zumal damals auf dem feudalen Okinawa Polizeiwesen und Rechtsschutz fehlten, die den einzelnen vor solchen Eingriffen schützen könnten. Der Mangel an staatlichen Rechtsschutzinstutionen und die gesteigerte Wehrnotwendigkeit vor Willkürakten der neuen Machthaber begründeten also einen Intensivierungs- und Subtilisierungsprozess des Te (= Kampfsystem) zum Karate (= Kampfkunst).

Ungefähr zwanzig Jahre dauerte es, bis sich die großen Meister des Okinawa-Te zu einem geheimen oppositionellen Bund zusammen schlossen und festlegten, dass Okinawa-Te nur noch im Geheimen an ausgesuchte Personen weitergegeben werden sollte.

Währenddessen entwickelte sich in der bäuerlich geprägten Bevölkerung das Kobudō, das Werkzeuge und Alltagsgegenstände mit seinen speziellen Techniken zu Waffen verwandelte. Dabei gingen spirituelle, mentale und gesundheitliche Aspekte, wie sie im Chuan-Fa gelehrt wurden, verloren. Auf Effizienz ausgelegt, wurden Techniken, die unnötiges Risiko bargen, wie beispielsweise Fußtritte im Kopfbereich, nicht trainiert. So lässt sich in diesem Zusammenhang von einer darwinistischen Auslese der Techniken sprechen. Kobudō und seine aus Alltagsgegenständen und Werkzeugen hergestellten Waffen konnten schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht verboten werden, da sie für die Versorgung der Bevölkerung sowie der Besatzer schlicht notwendig waren. Allerdings war es sehr schwer mit diesen Waffen einem ausgebildeten und gut bewaffneten Krieger im Kampf gegenüberzutreten. Deshalb entwickelte sich in Okinawa-Te und Kobudō, die damals noch eng miteinander verknüpft gelehrt wurden, die Maxime möglichst nicht getroffen zu werden und gleichzeitig die wenigen Gelegenheiten, die sich boten zu nutzen, den Gegner mit einem einzigen Schlag zu töten. Dieses für das Karate spezifische Prinzip heißt Ikken hissatsu. Die darwinistische Auslese von möglichst effizienten Kampftechniken und das Ikken-Hissatsu-Prinzip brachten dem Karate den ungerechtfertigten Ruf ein, ein aggressives Kampfsystem, ja sogar die "Härteste aller Kampfsportarten", zu sein. (siehe dazu weiter unten Film und Medien)

Einige erstaunlich hohe Fußtechniken scheinen einen speziellen Hintergrund zu haben. Wenn ein berittener Krieger in ein Dorf ritt, war es für einen fortgeschrittenen Karateka möglich, im richtigen Augenblick über eine Holzrampe zu laufen und den Ritter vom Pferd zu treten (Yoko Tobi Geri). Die Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Angriff glückte war zwar sehr klein, aber immerhin eine Chance in einem ansonsten wenig aussichtsreichen Kampf.

Die tödliche Wirkung dieser Kampfkunst führte dazu, dass die japanischen Besatzer erneut das Verbot ausdehnten, und das Lehren von Okinawa-Te ebenfalls unter drakonische Strafe stellten. Allerdings wurde es weiterhin im Geheimen unterrichtet. Damit wurde die Kenntnis des Te für lange Zeit auf kleine elitäre Schulen oder einzelne Familien beschränkt, da die Möglichkeit zum Studium der Kampfkünste auf dem chinesischen Festland nur wenigen begüterten Bürgern zur Verfügung stand.

 

Matsumura

Weil die Kunst des Schreibens in der Bevölkerung damals kaum verbreitet war, und man aus Geheimhaltungsgründen dazu gezwungen war, wurden keinerlei schriftliche Aufzeichnungen angefertigt, wie das in chinesischen Kungfu-Stilen manchmal der Fall war (siehe Bubishi). Man verließ sich auf die mündliche Überlieferung und die direkte Weitergabe. Zu diesem Zweck bündelten die Meister die zu lehrenden Kampftechniken in didaktischen zusammenhängenden Einheiten zu festgelegten Abläufen oder Formen. Diese genau vorgegebenen Abläufe werden als Kata bezeichnet. Um dem Geheimhaltungszweck der Okinawa-Te Rechnung zu tragen, mussten diese Abläufe vor Nicht-Eingeweihten der Kampfschule (also vor potenziellen Ausspähern) chiffriert werden. Dabei bediente man sich als Chiffrierungscode den traditionellen Stammestänzen (odori), die den systematischen Aufbau der Kata beeinflussten. So besitzt jede Kata noch bis heute ein strenges Schrittdiagramm (Embusen). Die Effizienz der Chiffrierung der Techniken in Form einer Kata zeigt sich bei der Kata-Demonstration vor Laien: Für den Laien und in den ungeübten Augen des Karate-Anfängers muten die Bewegungen befremdlich oder nichtssagend an. Die eigentliche Bedeutung der Kampfhandlungen erschließt sich einem erst durch intensives Kata-Studium und der "Dechiffrierung" des Kata. Dies erfolgt im Bunkai-Training. Eine Kata ist also ein traditionelles, systematisches Kampfhandlungsprogramm und das hauptsächliche Medium der Tradition des Karate.

Der erste noch namentlich bekannte Meister des Tode war vermutlich Chatan Yara, der etliche Jahre in China lebte und dort die Kampfkunst seines Meisters erlernte. Der Legende nach unterrichtete er wohl „Tode“ Sakugawa, einen Schüler von Peichin Takahara. Auf Sakugawa geht eine Variante der Kata Kushanku, benannt nach einem chinesischen Diplomaten, zurück. Der bekannteste Schüler Sakugawas war „Bushi“ Sokon Matsumura, der später sogar den Herrscher von Okinawa unterrichtete.

 

20. Jahrhundert

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate stets im Geheimen geübt und ausschließlich von Meister zu Schüler weitergegeben. Während der Meiji-Restauration wurde Okinawa im Jahre 1875 offiziell zu einer japanischen Präfektur erklärt. In dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der sich die okinawanische Bevölkerung den japanischen Lebensgewohnheiten anpasste und Japan sich nach jahrhundertelanger Isolierung wieder der Welt öffnete, begann Karate wieder stärker in die Öffentlichkeit zu drängen.

Der Kommissar für Erziehung in der Präfektur Okinawa, Ogawa Shintaro, wurde 1890 während der Musterung junger Männer für den Wehrdienst auf die besonders gute körperliche Verfassung einer Gruppe junger Männer aufmerksam. Diese gaben an, auf der Jinjo Koto Shogakko (Jinjo Koto Grundschule) im Karate unterrichtet zu werden. Daraufhin beauftragte die Lokalregierung den Meister Yasutsune Itosu damit, einen Lehrplan zu erstellen, der unter anderem einfache und grundlegende Kata (Pinan oder Heian) enthielt, aus denen er Taktik und Methodik des Kämpfens weitgehend entfernte und den gesundheitlichen Aspekt wie Haltung, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Atmung, Spannung und Entspannung in den Vordergrund stellte. Karate wurde dann 1902 offiziell Schulsport auf Okinawa. Dieses einschneidende Ereignis in der Entwicklung des Karate markiert den Punkt, an dem das Erlernen und Üben der Kampftechnik nicht mehr länger nur der Selbstverteidigung diente, sondern auch als eine Art Leibesertüchtigung angesehen wurde.

Nach Beginn des Jahres 1900 erfolgte von Okinawa aus eine Auswanderungswelle nach Hawaii. Dadurch kam Karate erstmals in die USA, die Hawaii 1898 annektiert hatten.

 

Anko Itosu

Gichin Funakoshi, ein Schüler der Meister Yasutsune Itosu und Anko Asato, tat sich bei der Reform des Karate besonders hervor: Auf der Grundlage des Shorin-Ryū (auch Shuri-Te nach der Ursprungsstadt) und des Shorei-Ryū (Naha-Te) begann er Karate zu systematisieren. Er verstand es neben der reinen körperlichen Ertüchtigung auch als Mittel zur Charakterbildung.

Neben den genannten drei Meistern war Kanryo Higashionna ein weiterer einflussreicher Reformer. Sein Stil integrierte weiche, ausweichende Defensivtechniken und harte, direkte Kontertechniken. Seine Schüler Chojun Miyagi und Kenwa Mabuni entwickelten auf dieser Basis die eigenen Stilrichtungen Gōjū-Ryū bzw. Shitō-Ryū, die später große Verbreitung finden sollten.

In den Jahren von 1906 bis 1915 bereiste Funakoshi mit einer Auswahl seiner besten Schüler ganz Okinawa und hielt öffentliche Karate-Vorführungen ab. In den darauffolgenden Jahren wurde der damalige Kronprinz und spätere Kaiser Hirohito Zeuge einer solchen Aufführung und lud Funakoshi, der bereits Präsident einer okinawanischen Kampfkunstvereinigung war, ein, bei einer nationalen Budō-Veranstaltung 1922 in Tōkyō sein Karate in einem Vortrag zu präsentieren. Dieser Vortrag erfuhr großes Interesse und Funakoshi wurde eingeladen, seine Kunst im Kōdōkan praktisch vorzuführen. Die begeisterten Zuschauer, allen voran der Begründer des Jūdō, Jigorō Kanō, überredeten Funakoshi am Kodokan zu bleiben und zu lehren. Zwei Jahre später, 1924, gründete Funakoshi sein erstes Dōjō.

Über die Schulen kam Karate auch bald zur sportlichen Ertüchtigung an die Universitäten, wo damals zum Zwecke der militärischen Ausbildung bereits Jūdō und Kendō gelehrt wurden. Diese Entwicklung, die die okinawanischen Meister zur Verbreitung des Karate billigend in Kauf nehmen mussten, führte zur Anerkennung von Karate als „nationale Kampfkunst“ und war damit endgültig japanisiert.

Nach dem Vorbild des bereits im Jūdō etablierten Systems wurde im Laufe der dreißiger Jahre dann der Kimono oder Karate-Gi sowie die hierarchische Einteilung in Schüler- und Meistergrade, erkennbar an Gürtelfarben, im Karate eingeführt; mit der auch politisch motivierten Absicht eine stärkere Gruppenidentität und hierarchische Struktur zu etablieren.

Aufgrund seiner Bemühungen wurde daraufhin Karate an der Shoka-Universität, der Takushoku-Universität, der Waseda-Universität und an der Japanischen Medizinischen Hochschule eingeführt. Das erste offizielle Buch über Karate wurde von Gichin Funakoshi unter dem Namen Ryu Kyu Kempo Karate im Jahre 1922 veröffentlicht. Es folgte 1925 die überarbeitete Version Rentan Goshin Karate Jutsu. Sein Hauptwerk erschien unter dem Titel Karate Do Kyohan 1935 (diese Version wurde 1958 noch einmal um die karatespezifischen Entwicklungen der letzten 25 Jahre erweitert). Sein Hauptwerk erschien unter dem Namen Karate-dō Ichi-ro (Karate-dō – mein Weg), in dem er sein Leben mit Karate schildert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch Funakoshis Beziehungen zum Ausbildungsministerium, Karate als Leibeserziehung, und nicht als kriegerische Kunst eingestuft, was es ermöglichte, Karate auch nach dem Zweiten Weltkrieg zur Zeit der Besatzung in Japan zu lehren.

Über Hawaii sowie die amerikanische Besatzung Japans und insbesondere Okinawas fand Karate im Laufe der fünfziger und sechziger Jahre als Sportart zunächst in den USA und dann auch in Europa eine immer stärkere Verbreitung.

Aus der nach Funakoshi bzw. dessen schriftstellerischen Pseudonym Shōtō benannten Schule Shōtōkan („Haus des Shōtō“) ging die erste international agierende Karate Organisation, die JKA hervor, die noch heute einer der einflussreichsten Karateverbände der Welt ist. Funakoshi und die übrigen alten Meister lehnten die Institutionalisierung und Versportlichung sowie die damit einhergehende Aufspaltung in verschiedene Stilrichtungen gänzlich ab.

1954 gründete Henry Plee in Paris das erste europäische Budō-Dōjō. Ein Deutscher Jūdōka namens Jürgen Seydel kam auf einem Jūdō-Lehrgang in Frankreich erstmals in Kontakt mit Karate beim Meister Murakami, den er begeistert einlud auch in Deutschland zu lehren. Aus den Teilnehmern dieser Lehrgänge entwickelte sich zunächst innerhalb der Jūdō-Verbände eine Unterorganisation, die Karate lehrte und aus der schließlich im Jahre 1961 der erste deutsche Dachverband der Karateka, der Deutsche Karate Bund hervorging.

Den ersten Karateverein in Deutschland gründete schließlich Jürgen Seydel im Jahr 1957 unter dem Namen Budokan Bad Homburg in Bad Homburg. Die größte Ausbreitung des Karate in Deutschland erfuhren die Organisationen in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren in denen der Deutsche Karate Verband (DKV) die Karatetreibenden jeglicher Stilrichtung als Dachorganisation verband.

 

Etikette

Japanischen Sozialvorstellungen zu Folge stehen zwei Menschen niemals auf der selben Stufe. Es gibt daher immer einen Sempai (der "Obere", der "Ältere"), und einen Kohai (der "Untere", der "Jüngere"). Folglich gibt es auch im Karatetraining diese hierarchische Unterscheidung: Neben dem Sensei, dem Lehrer einer Schule, gibt es die Sempai und Kohai. Zur Differenzierung wird auf das Graduierungssystem zurückgegriffen.

Jedes Karatetraining beginnt und endet traditionell mit einer kurzen Meditation (mokusō). Dies soll auch den friedfertigen Zweck der Übungen zum Ausdruck bringen. Die kurze Meditation lässt auf die Tradition des Karate als Weglehre schließen, auch wenn das Training nach modernen sportlichen Gesichtspunkten (so z.B. als Fitness- oder Wettkampftraining), und nicht zwangsläufig als Übung des Weges (im Sinne des klassischen Karate-Do) ausgerichtet sein sollte. Auch beginnt und endet jedes Karatetraining, jede Übung und jede Kata mit einem Gruß. Dadurch wird das erste Prinzip der 20 Regeln von Gichin Funakoshi (Funakoshi Gichin no Karate Do niju jo) zum Ausdruck gebracht: "karate wa rei ni hajimari rei ni owaru koto" – "Karate beginnt und endet mit Respekt!"

Die herausragende Respekterweisung gegenüber dem Meister äußert sich mitunter in kurios anmutenden Regeln. So wird es etwa als unhöflich angesehen, hinter dem Rücken des Meisters zu gehen. Diese wurzelt keineswegs in der Vorstellung, hinterrücks angegriffen zu werden, sondern im Gedanken, dass ein "Vorbei-Schleichen" auf eine mangelhafte Lehrer-Schüler-Beziehung (da mangelnde Würdigung) schließen lässt.

In vielen Dōjōs ist es üblich, vor Betreten und Verlassen der Halle die darin Versammelten mit einer kurzen Verbeugung zu begrüßen, eventuell wird auch der Shōmen des Dōjō mit einer weiteren kurzen Verbeugung beim Betreten und Verlassen gegrüßt.

Danach wird gemeinsam eine rituelle Grußzeremonie (Rei) durchgeführt, in der sich Schüler und Meister voreinander und vor den alten Meistern und Vorfahren (im Geiste, repräsentiert an der Stirnseite, dem Shōmen des Dōjō) verneigen.
Während der Begrüßungszeremonie gelten ungeschriebene Regeln:

 

Die rituelle Begrüßungszeremonie

·         Sobald der Meister oder ein von ihm befugter Sempai den Beginn des Trainings zu erkennen gibt, erfolgt die Aufstellung. Dabei stellen sich Meister und Schüler frontal zueinander auf, und nehmen den Stand Musubi-Dachi ein (Bereitschaftsstellung mit geschlossenen Fersen, die Füße werden 45 Grad nach außen gerichtet). Die Schüler bilden ein nach Gürtelfarben aufsteigend geordnete Reihe, von den Weißgürteln zur Linken bis zu den Schwarzgürteln zur Rechten. Die Reihe richtet sich nach rechts nach den höchst-graduierten Sempai aus. Dabei achten die Schüler darauf, dass ihre Zehen nicht die gedankliche Linie überschreiten, die der Sempai begründet hat; denn dies käme einer Herausforderung des Sempai gleich.

·         Als nächstes steigt der Sempai einen Schritt vor, dreht sich 90° nach links, sodass er die ganze Reihe gut im Blickfeld hat. Dies ist der Platz des Sempai, der von hier aus guten Blickkontakt zu Sensei und Kohai hat.

·         Erst wenn sich der Meister zur Begrüßung hinkniet, machen es Sempai und Kohai nach. Auch hier gilt eine genau vorgeschriebene Vorgehensweise: Man hockt sich hin, sodass die Schenkel ein V bilden, wenn man jetzt hinabblicken würde. Gleichzeitig gleiten die Hände am Oberschenkel entlang bis zu den Knien. Der Rücken ist gerade, der Blick auf den Sensei gerichtet.

·         Nun berührt zuerst das linke Knie den Boden, dann folgt das rechte. Die Hände gleiten nun von den Knien zurück zu den Oberschenkeln. Die nun aufgestellten Füße werden hinabgestellt, sodass der Fußspann den Boden berührt und man bequem auf seinen Unterschenkeln Platz nehmen kann. Richtig ausgeführt, kann man so Stunden verharren. Der Rücken ist gerade, der Blick und die Aufmerksamkeit haftet noch immer am Sensei. Die Oberschenkel und die gedankliche Linie zwischen den beiden Knie begründen ein gleichschenkliches Dreieck. Die Knie sind zwei Fäuste voneinander entfernt.

·         Der Sempai führt nun weiter die Begrüßungsetikette durch. Nach einem Augenblick, in dem er sich der korrekten Haltung der Kohai vergewissert, setzt er das Kommando: "Mokuso!". Daraufhin schließen alle die Augen. Die Meditation beginnt. Höhergraduierte, meditativ erfahrene Sempai nehmen während dieser Meditation manchmal ein Meditationsmudra mit ihren Händen ein.

·         Während der Meditation atmet man tief und fest ein. Man stellt sich den Ki-Fluss im eigenen Körper vor, und stellt sich gedanklich auf das Training ein. Hier löst sich der Karateka gedanklich von der Alltagsroutine, und bereitet sich auf das Karatetraining vor.

·         Hält der Sempai die Zeit der Meditation für angemessen, setzt er die Begrüßung fort. Es gibt keine verbindliche Zeitangabe für die Dauer der Begrüßungsmeditation. Der Sempai spürt, wann er und die Kohai bereit sind, das Training zu beginnen. Der Sempai beendet die Meditation mit dem Kommando: "Mokuso yame!", woraufhin alle die Augen öffnen. Gleich darauf folgt das jeweilige Begrüßungskommando. In der Regel, wenn nur der Sensei anwesend ist, heißt es: "Sensei-ni rei!" Wohnen spezielle Ehrengäste oder Großmeister dem Training bei, wird ihnen zuerst, entsprechend der Rangordnung, Respekt gezollt.

·         Auf das Kommando "Sensei ni rei!" erfolgt die Begrüßung. Sie sieht folgendermaßen aus: Die linke Hand wird zuerst auf den Boden abgesetzt, sodass die Handinnenfläche den Boden berührt. Nun folgt die rechte Hand; sie wird entweder daneben abgesetzt oder leicht über der linken Hand, sodass nur die Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger/Mittelfinger der rechten die Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger/Mittelfinger der linken Hand bedecken. Jetzt wird der Oberkörper gebeugt, dass die Stirn die Finger leicht berührt. Während dieser Verbeugung im Knien sprechen Schüler und Meister den gegenseitigen Gruß: "Ossu!" aus. Es gibt noch die Variante, dass man beim Verbeugen, kurz bevor der Kopf die Hände erreicht, auf halben Wege innehält, den Kopf zum Meister hebt und sich gegenseitig für einen Augenblick ansieht. Nach dem kurzen Blickkontakt wird der Kopf zu den Händen gesenkt und gegrüßt. Diese Variante kommt direkt aus der Tradition des Bushido.

·         Nach der mündlichen Begrüßung ("Ossu!") richtet der Karateka den Oberkörper wieder auf, nimmt also die Haltung während der Meditation wieder ein.

·         Nun steht der Meister als erstes auf, dann der Sempai. Der Sempai gibt nun entweder ein Zeichen oder das Kommando, dass sich auch die Kohai erheben mögen. Das Aufstehen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zum Abknien. Das heißt, das rechte Bein löst sich zuerst vom Boden und wird aufgestellt und im Stehen zum linken Fuß herangezogen, so dass man wieder im "Musubi-Dachi" steht. Die Handflächen liegen auf der Oberschenkelaußenseite.

·         Nun, wo sich alle im "Musubi-Dachi" gegenüberstehen, verbeugt man sich im Stehen und grüßt einander mit: "Ossu!" Der Oberkörper wird dabei in einem Winkel von ca. 30° gebeugt.

·         Nach dieser Verbeugung ist die traditionelle Begrüßung abgeschlossen. Der Meister setzt nun mit dem Training fort.

In manch traditionellen Schulen und Vereinen ist es auch üblich, an der Stelle nach der Begrüßung im Knien und vor dem Aufstehen die Dōjōkun oder die Funakoshi Gichin no Karate Do niju jo von den gelehrigsten Schülern (stellvertretend für alle) rezitieren zu lassen.

Die traditionelle Verabschiedung im Training erfolgt nach dem gleichen Muster wie die Begrüßung.


Wie in allen anderen Dō-Künsten üblich wird im Umgang der strenge Kodex des
Reishiki und das Dōjōkun beachtet.

 

Kleidung

 

Karategi

Jeder Karateka trägt ein Karate-Gi, bestehend aus einer einfachen an der Hüfte geschnürten weißen Hose, Zubon, früher bestehend aus Leinen, heute aus Baumwolle und einer Jacke, Uwagi genannt, aus dem gleichen Material. Gehalten wird die Jacke (meist neben einer leichten Schnürung) durch einen gefärbten Gürtel, dem Obi. Dass Karateka überhaupt uniforme Trainingskleidung trugen, war nicht selbstverständlich. Das Okinawa-Te wurde seit jeher in robuster Alltagskleidung trainiert. Ebenso existierte in der Zeit, da Karate noch eine insulane Kampfkunst war, kein Graduierungssystem. Der Meister wusste vom jeweiligen Fortschritt seines Schülers ohnehin Bescheid. Die Einführung einheitlicher Trainigskleidung und eines Graduierungssystems erfolgte erst nach Funakoshi Gichins Begegnung mit dem Kōdōkan-Gründer Jigorō Kanō, der eben jenes im Jūdō veranlaßte.

Die Einführung einheitlicher Kleidung und eines Graduierungssystems ist nur im sozio-historischen Kontext zu verstehen. Nach der Meiji-Restauration, der Auflösung des Samurai-Standes und der Einführung von Faustfeuerwaffen war die Bedeutung der traditionellen Kriegskünste zurückgegegangen. Mit dem aufkeimenden japanischen Nationalismus gewannen die klassischen Kampfkünste wieder an Bedeutung, die am Verlauf der japanischen Geschichte einen entscheidenden Anteil hatten. Man sah die Kampfkünste als Bestandteil der kulturellen und nationalen Identität an. Die Kampfkünste (so auch das Karate) erhielten den Stempel der nationalistischen Politik jener Zeit. Die Kampfkünste durchliefen eine Militarisierung westlicher Prägung. Aus diesem Blickwinkel sind die einheitliche Kleidung als Uniform, und das Graduierungssystem nach Gürtelfarben als Hierarchie nach militärischen Dienstgraden zu verstehen. Die Aufstellung in einer Reihe gleicht der militarischen Formation. Auch gewisse Stände ähneln militärischen Ständen: So sieht der Stand "Musubi-Dachi" aus wie die Grundstellung bei "Hab Acht!" und der "Shizen-Tai" wie der erleichterte Stand bei "Ruht!".

 

Graduierung

Die Graduierung durch farbige Gürtel wurde wahrscheinlich aus dem Judo übernommen. Jigoro Kano, Gründer des Kodokan Judo, hat dieses System im 19. Jh. erstmalig verwendet. Vorher gab es kein Graduierungssystem nach Gürtelfarben in den Kampfkünsten aus Okinawa und Japan. In Graduierungen wird zwischen den Schülergraden, den so genannten kyū und den Meisterschüler, bzw. Meistergraden, den so genannten dan unterschieden. Jeder dieser Stufen wird eine Gürtelfarbe zugeordnet. In dem in Deutschland gebräuchlichsten Graduierungssystem existieren 9 Kyū- und 10 Dan-Grade. Der 9. Kyū ist hierbei die unterste Stufe, der 10. Dan die höchste.

9. Kyu
(weiß)

8. Kyu
(gelb)

7. Kyu
(orange)

6. Kyu
(grün)

5. Kyu¹
(blau o. violett)

4. Kyu¹
(blau o. violett)

3. Kyu
(braun)

2. Kyu
(braun)

1. Kyu
(braun)

1. Dan, 2. Dan, 3. Dan ...
(schwarz)

¹) Die Farben für den 5. und 4. Kyu variieren von Verband zu Verband zwischen blau und violett.

Die Gürtelfarben sind eine Erfindung des modernen Karate. Viele Verbände verfolgen damit neben der beabsichtigten Motivation der Mitglieder auch finanzielle Interessen, denn für jede abzulegende Prüfung wird eine Gebühr erhoben.

 

Prüfungen

Zum Erlangen des nächsthöheren Schüler- bzw. Meistergrades werden Prüfungen nach einem festen Programm und einer Wartezeit, je nach Kyu- und Dan-Graden verschieden, abgelegt. Die Programme der Prüfungen unterscheiden sich von Verband zu Verband, gelegentlich gibt es sogar Unterschiede in einzelnen Dōjō. Das Ablegen der Prüfungen dient als Ansporn und Bestätigung des Erreichten, ähnlich wie in unserem Schulsystem. In den Prüfungen wird auf Technikausführung, Haltung, Aufmerksamkeit, Kampfgeist, Konzentration und Willen geachtet. Der Gesamteindruck entscheidet. Bei höheren Meistergraden (meist ab dem 5. Dan) erhöht sich der theoretische Prüfungsanteil erheblich. In einigen wenigen Organisationen werden diese Dangrade gar nur aufgrund besonderer Leistungen und Verdienste verliehen.

 

Philosophie

Karate hat einen spirituellen Kern, aus weltanschaulichen Elementen des Zen und des Taoismus. Außerdem ist es stark beeinflusst vom Bushidō (jap. „Weg des Kriegers“), dem Kodex der Samurai.

Einen guten Einblick in die fundamentalen Grundsätze der Karate-Philosophie bieten die "Zwanzig Regeln von Gichin Funakoshi" – "Funakoshi Gichin no Karate Do niju jo".

 

Die 20 Regeln von Gichin Funakoshi

1.    Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.

一、空手は礼に初まり礼に終ることを忘るな

karate wa rei ni hajimari rei ni owaru koto o wasuru na

2.    Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.

, 空手に先手無し

karate ni sente nashi

3.    Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.

三、空手は義の補け。

karate wa gi no tasuke

4.    Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen.

四、先づ自己を知れ而して他を知れ。

mazu jiko o shire shikoshite hoka o shire

5.    Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.

五、技術より心術。

gijutsu yori shinjutsu

6.    Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann.

六、心は放たん事を要す。

kokoro wa hanatan koto o yōsu

7.    Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit.

七、禍は懈怠に生ず。

wazawai wa ketai ni shōzu

8.    Denke nicht, dass Karate nur im Dojo stattfindet.

八、道場のみの空手と思うな。

dōjō nomi no karate to omou na

9.    Karate üben heißt, ein Leben lang arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen.

九、空手の修行は一生である。

karate no shūgyō wa isshō dearu

10. Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen.

十、凡ゆるものを空手化せ其処に妙味あり。

arayuru mono o karate kase soko ni myōmi ari

11. Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst.

十一、空手は湯の如く絶えず熱を与えざれば元の水に返る。

karate wa yu no gotoku taezu netsu o ataezareba moto no mizu ni kaeru

12. Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.

十二、勝つ考えは持つな、負けぬ考えは必要。

katsu kangae wa motsu na, makenu kangae wa hitsuyō

13. Wandle dich abhängig vom Gegner.

十三、敵に因って転化せよ。

teki ni yotte tenka seyo

14. Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und des Nicht-Treffens ab.

十四、戦は虚実の操縦如何にあり。

ikusa wa kyojitsu no sōjū ikan ni ari

15. Stelle dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor.

十五、人の手足を劔と思え。

hito no teashi o ken to omoe

16. Wenn man das Tor zur Jugend verlässt, hat man viele Gegner.

十六、男子門を出づれば百万の敵あり。

danshimon o izureba hyakuman no teki ari

17. Die Haltung des Anfängers muss frei sein von eigenen Urteilen, damit er später ein natürliches Verständnis gewinnt.

十七、構えは初心者に、あとは自然体。

kamae wa shoshinsha ni, ato wa shizentai

18. Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil.

十八、型は正しく、実戦は別もの。

kata wa tadashiku, jissen wa betsu mono

19. Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung.

十九、力の強弱、体の伸縮、技の緩急を忘るな。

chikara no kyōjaku, karada no shinshuku, waza no kankyū o wasuru na

20. Denke immer nach, und versuche dich ständig an Neuem.

二十、常に思念工夫せよ。

tsune ni shinen kufū seyo

 

Meditation

Zum besseren Verständnis des spirituellen Wesens des Karate ist auch das Studium des chinesischen Qigong,Taijiquan sehr geeignet, das sowohl als ganzheitliche Meditation als auch als Kampfkunst (z. B. mit dem Schwert) betrieben werden kann.

Die Wiederholung der Bewegungen, in Kihon (jap. „Grundschule“) und Kata (jap. „Form“) wird von manchen Meistern als Meditation betrachtet. Das Ki, also die Energie des Körpers, das Bewusstsein, das sich beispielsweise in Koordinations- und Reaktionsvermögen äußert, sollen durch körperlich anstrengende, konzentrierte und dynamische Bewegungen gestärkt werden. Da während einer Kata Konzentration gefordert ist, und gleichzeitig die Lebensenergie (Ki) unbeeinflusst vom Bewusstsein im Körper fließen, gilt Kata als "aktive Meditation". Kata als Meditationsform ist sozusagen das Gegenteil von Zen: Letzterer ist Versenkung im Verharren, erstere Versenkung in der Bewegung. Bloßes Üben von Kata allein (z.B. zum Zwecke des Technikstudiums) heißt noch lange nicht, dass die Kata als Meditationsform praktiziert wird. Erst die richtige Geisteshaltung, mit welcher der Karateka die Kata füllt, macht aus einem traditionellen Kampfhandlungsprogramm einen Weg zur spirituellen Selbstfindung und mediativen Übung.

Bei der Aufwärmgymnastik werden in manchen Schulen auch Bestandteile von Yogaübungen praktiziert.

 

Das Prinzip des () findet sich in allen japanischen Kampfkünsten wieder und ist unmöglich umfassend zu beschreiben. ist die japanische Lesart des chinesischen Tao, das mit dem gleichen Zeichen geschrieben wird. Es bedeutet „Weg“; nicht nur im wörtlichen Sinne also „Straße“, sondern auch mit der übertragenen Bedeutung des „Lebensweges“, der „Lebenseinstellung“. Dahinter stehen einerseits das taoistisch-schicksalhafte Prinzip, dass das Tao, der Weg, vorgezeichnet ist und die Dinge in ihrer Richtigkeit vorbestimmt; sowie die Einstellung des Nichtanhaftens und der Nichtabhängigkeit von allen Dingen, Gegebenheiten und Bedürfnissen, die im Zen-Buddhismus gelehrt wird. Der Kodex des Bushidō geht noch weiter: Der bushi (jap. „Krieger“), der Bushidō verinnerlicht hat, befreit sich damit nicht nur von allen materiellen Bedürfnissen, sondern von dem Begehren um jeden Preis zu leben. Das Ende des eigenen Lebens wird damit nicht unbedingt erstrebenswert, aber auf jeden Fall eine zu akzeptierende Tatsache, und der Tod birgt keinen Schrecken mehr. Diese Haltung war im alten Japan eine hochangesehene geistige Einstellung, die sich in vielen martialischen Verhaltensweisen wie dem Seppuku manifestierte. Dies darf jedoch auf keinen Fall als Geringschätzung gegenüber dem eigenen Leben oder dem eines anderen aufgefasst werden. Im Gegenteil: Die Aufopferung des eigenen wertvollen Lebens wog vielmehr jede Schmach auf, die ein Krieger zu Lebzeiten auf sich geladen hatte. Das Seppuku, also der rituelle Selbstmord, befreit den Krieger von Schuld und Schande und stellte seine Ehre wieder her.

Das Dō-Prinzip impliziert nun viele verschiedene Konzepte und Verhaltensweisen, die nicht abschließend aufgezählt werden könnten. Deshalb hier nur einige wenige Aspekte: siehe auch Dojokun, Shoto-Niju-Kun

·         „den Weg gehen“: lebenslanges Lernen und Arbeiten an sich selbst; ständige Verbesserung

·         Friedfertigkeit, Friedenswille, aber auch

·         Geradlinigkeit; absolute Entschlossenheit im Kampf

(„Tue alles, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Kommt es aber trotzdem zum Kampf, so soll Dein erster Schlag töten.“)

·         Respekt und damit Höflichkeit gegenüber jedem Individuum und Ding, auch dem Feind

·         „Weg“-Gemeinschaft mit Meister und Mitschülern, Brüderlichkeit, verantwortungsvolles Handeln

·         Selbstbeherrschung, universelle Aufmerksamkeit (Achtsamkeit), Konzentration (Zanshin, 残心)

·         Offenheit, Bemühen um Verständnis, Akzeptanz

·         Nicht-Streben

·          

Stilrichtungen

Die vier großen Stilrichtungen

·         Shotokan,

·         Gōjū-Ryū,

·         Wado-Ryu und

·         Shito-Ryu.

 

Die kleineren Stilrichtungen

Daneben gibt es noch eine unüberschaubare Anzahl an kleineren Stilrichtungen, die teilweise nur in bestimmten Ländern, teilweise aber auch weltweit verbreitet sind. Jede Stilrichtung hat ihren Fokus auf verschiedenen Aspekten des Karate. So können Stile mehr auf Selbstverteidigung, Wettkampf, Fitness, Tradition oder auf andere Punkte Wert legen.

·         Chito-Ryu

·         Doshinkan

·         JKF Goju-Kai

·         Goju-Kai

·         Goshin-Ryu Karate

·         Hon-Do-Ryu

·         Kempo Karate

·         Koudo Gishi Risei

·         Matsubayashi-Ryu

·         Modern Sports Karate

·         Kyokushin

·         Murakamikai

·         Sankukai

·         Shaolin

·         Shidokan

·         Bushidokai

·         Shorin-Ryu Kyudokan

·         Shorin-Ryu Seibukan

·         Shorin-Ryu Siu Sin Kan

·         Shorinjiryu Kenkokan Karatedo

·         Shotokai

·         Shudokan

·         Shukokai

·         Tsunami Karate

·         Uechi-Ryu

·         Yoshukai

·         Tangsudo(Tangsoodo)

 

·         Shorin-Ryu

(Shuri Te/Tomari Te) Okinawa Shorin Ryu Matsumura Kenpo, Kobayashi Ryu, Matsubayashi-Ryu, Shobayashi Ryu, Shorinji Ryu, Shorin Ryu, Chubu Ryu, Sukunai Hayashi Ryu, Ishimine Ryu, Shotokan Ryu,

·         Shorei Ryu (Naha Te)

Okinawa Goju Ryu, Toon Ryu

·         Shorin/Shorei Ryu Mischstile:

Chito Ryu, Isshin Ryu, Shito Ryu, Kushin Ryu, Kosho Shorei Ryu, Tozan Ryu, Okinawa Kenpo, Shudokan Ryu

·         Kenpo Ryu (Stile, die vorwiegend vom Quanfa beeinflusst sind)

Kojo Ryu, Ryuei Ryu, Uechi/Pangai noon Ryu, Jukendo

·         Te(De) Stile

Motobu Ryu, Uehara Motobu Ryu, Bugeikan

·         Amerikanische Stilrichtungen

Kara-Ho-Kempo-Karate, American Kenpo Karate, AKS - American Karate System, Sport/Full Contact/ All Style Karate (Kickboxing)

 

Training

Das Training des Geistes, des Charakters und der inneren Einstellung sind Hauptziele im Karate. Dies wird auch durch den Leitspruch der Japan Karate Association (JKA) dargelegt:

Oberstes Ziel in der Kunst des Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern liegt in der Vervollkommnung des Charakters des Ausübenden.

Eine weitere Grundregel im Karate lautet

「空手に先手無し。」 (Karate ni sente nashi), was soviel bedeutet wie: Es gibt keinen Initialangriff im Karate.

Damit ist nicht das Training oder der Wettkampf gemeint, da ernsthafte Angriffs-Simulationen zu allen Budō-Künsten gehören. Der Satz verdeutlicht vielmehr den Kodex des Karatedō im täglichen Leben.

Das Karatetraining baut auf drei großen Säulen auf, dem Kihon, dem Kumite und der Kata:

 

Kihon

基本 (Kihon) heißt Grundlage oder Quelle, Ursprung (des Könnens) und wird häufig auch als Grundschule des Karate bezeichnet. Es umfasst die grundlegenden Techniken, die das Fundament des Karate bilden. Die einzelnen Techniken werden immer wiederholt, entweder langsam oder schnell, kraftvoll oder leicht/locker. Der Bewegungsablauf der einzelnen Technik wird in alle Bestandteile zerlegt und es wird versucht die Ideallinie der Bewegung zu finden, wobei es immer etwas zu optimieren gibt. Der Bewegungsablauf muss optimal verinnerlicht werden – reflexartig abrufbar, da für Denken, Planen und Handeln in einem realen Kampf zu wenig Zeit ist. Einatmung, Ausatmung, maximale Anspannung des ganzen Körpers im Zielpunkt. Kraftzentrum und Schwerpunkt liegen im Hara (ca. 2 cm unter dem Bauchnabel). Eine gute Gleichgewichtsbalance ist erstrebenswert und der innere Schwerpunkt muss gefunden werden. Die Haltung soll aufrecht sein.

 

Kumite

組み手 (Kumite) bedeutet wörtlich verbundene Hände und meint das Üben bzw. den Kampf mit einem (selten mehreren, siehe Bunkai) Gegnern. Das Kumite stellt innerhalb des Trainings eine Form dar, das es dem Trainierenden nach ausreichender Übung ermöglicht, sich in ernsten Situationen angemessen verteidigen zu können. Voraussetzung ist das richtige Verstehen und Einüben elementarer Grundtechniken aus dem Kihon und der Kata. Wenn die Ausführung der Technik in ihrer Grundform begriffen wurde, wendet man sie im Kumite an. Die Anwendung im Kumite ist sehr wichtig, da die Ausführung von Techniken im Freikampf nicht der vorgeschriebenen Form entsprechen müssen, da man oftmals bei überraschenden Angriffen sofort von der Kampfhaltung zur Endstellung der Abwehr gelangen muss. Es gibt verschiedene Formen des Kumite, die mit steigendem Anspruch von einer einzigen, abgesprochenen, mehrfach ausgeführten Technik bis hin zum freien Kampf in ihrer Gestaltung immer offener werden:

Bei Verteidigungstechniken werden hauptsächlich die Arme zu Blocktechniken verwendet. Würfe, Hebel, harte, weiche Blockbewegungen oder auch nur Ausweichen, meist in Kombination mit Schritt- oder Gleitbewegungen. Eine Blockbewegung kann auch als Angriffstechnik ausgeführt werden. Ein sehr gutes „Auge“ vorausgesetzt, wird dazu der Angriff des Gegners im Ansatz mit einer Abwehrbewegung oder einem Gegenangriff (出会い, 'deai', gleichzeitig) gestoppt.

Beim Angriff wird versucht, die ungedeckten Bereiche bzw. durch die Deckung hindurch den Gegner zu treffen. Es soll möglichst mit absoluter Schnelligkeit OHNE vorzeitiges Anspannen der Muskeln konzentriert angegriffen werden, denn erhöhter Krafteinsatz führt während der Bewegung zu Schnelligkeitsverlusten. Der Kraftpunkt liegt am Zielpunkt der Bewegung. Das Prinzip der Angriffstechnik gleicht dem des Pfeiles eines Bogenschützen bei Schlag- und Stoßtechniken und dem einer Peitsche bei geschnappten Techniken.

Yakusoku-Kumite

約束組手 (abgesprochenes Kumite) ist die erste Stufe der am Partner/Gegner angewandten Technik. Dabei folgen beide Partner einem vorher festgelegten Ablauf von Angriff- und Verteidigungstechniken, die in der Regel im Wechsel ausgeführt werden. Ziel dieser Übung ist es, die Bewegungen des Partners/Gegners einschätzen zu lernen, sowie die eigenen Grundschul-Techniken in erste Anwendung zu bringen, ein Gefühl für Distanz und Intensität zu erhalten.

Jiyu-Kumite

自由組手 (Kampf-Üben nach belieben) Verteidigung und Angriff werden frei gewählt, teilweise ohne Ansage oder Bekanntgabe.

Jiyu bedeutet „Freiheit“ oder „Wahlfreiheit“. Allgemein gilt: Man muss, egal ob man die Initiative im Angriff oder in der Abwehr ergreift, aus jeder beliebigen Position heraus reagieren können, ungehindert aller einschränkenden Gedanken, da man in überraschenden Situationen nicht sofort in eine Kampfstellung gehen kann. Es ist also egal, ob man einen Angriff blockt, sperrt, in diesen hineingeht oder selbst zum Angriff übergeht. Wichtig ist nur, all seine Aktionen in der Weise auszuführen, dass man dabei nicht von ablenkenden Gedanken erfasst wird. Der Kopf muss kühl bleiben. Ebenso wie in allen anderen Kampfkünsten hemmen die „Bewegungen im Kopf“ letztlich die Bewegungen des Körpers. Der Geist muss sozusagen ungehindert fließen können, um jede Bewegung des Gegners aufnehmen zu können. Diese Form des Kampfes stellt die Höchstform des klassischen Karate dar. Timing, Distanzgefühl, ein selbstbewusstes Auftreten, eine sichere Kampfhaltung, schnelle und geschmeidige Techniken, gehärtete Gliedmaßen, intuitives Erfassen, ein geschultes Auge, Sicherheit in Abwehr, Angriff und Konter... das alles sollte hinführend zum Jiyu-Kumite bereits vorher in den anderen Kumite-Formen sowie im Kihon und in der Kata eingeübt werden. Letzteres wird sich jedoch erst im Jiyu-Kumite sowie im randori vollends ausbilden: Spontaneität.

Randori

乱取り (Unruhen/Ungeordnetes abfangen) ist eine freie Form des Partnertrainings, bei der es darum geht ein Gespür für den Fluss eines Kampfes, der Bewegungen und der eingesetzten Energie zu bekommen. Dabei ist es nicht zielführend, wie im Kampf Treffer um jeden Preis zu vermeiden, sondern es ist ausdrücklich erwünscht, dass die Trainierenden Treffer bei gut ausgeführten Angriffen auch zulassen. Es sind keine Vorgaben bezüglich der einzusetzenden Techniken gemacht. Die Übenden sollen vielmehr das spontane Handeln aus den sich ergebenden Situationen erlernen. Das Randori sollte locker und gelassen sein, einen freien Fluss der Techniken ermöglichen und keinen Wettkampfcharakter annehmen.

 

(Frei-)Kampf

Der Freikampf imitiert entweder reale Selbstverteidigungssituationen oder dient dem Wettkampf (Shiai) bzw. dessen Vorbereitung. Im Freikampf kommen Taktiken des Sen no Sen und Go no Sen zur Anwendung.

Kennzeichnend im „traditionellen“ Karate ist der beabsichtigte Verzicht auf Treffer-Wirkung am Gegner. Absolut notwendig ist die Fähigkeit, Angriffstechniken vor dem Ziel, (Körper des Gegners) mit einer „starken“ Technik zu arretieren, da ohne Hand- und Kopfschutz geübt wird. Treffer-Wirkung ist ein Regelverstoß. „Schwache“ Techniken führen zu keiner Wertung.

Vollkontakt-Karate-Kampfsysteme gestatten und beabsichtigen in der Wettkampfordnung die Trefferwirkung. Viele dieser Stilrichtungen verwenden dazu auch Schutzausrüstungen wie Kopf- und Gebissschutz sowie einen speziellen Handschuh der die Fingerknöchel und den Handrücken polstert. Wird der Freikampf als Wettkampf durchgeführt so gibt es feste Regularien die beispielsweise Würfe über Hüfthöhe, Tritte zum Kopf, sowie Techniken gegen den Genitalbereich oder mit offener Hand zum Hals geführte Schläge aus Sicherheitsgründen verbieten. Ohne Handschuhe sind Angriffe mit den Händen oder Fäusten zum Kopf verboten, wie im Kyokushin-Kai, oder es wird komplette Schutzausrüstung mit Helm, Weste, Tiefschutz, Unterarm- und Schienbeinschoner und evtl. ein Spannschutz verwendet, wie auch im Taekwondo.

 

Kata

 

Manji Uke

siehe auch: Hauptartikel Kata

() bedeutet Form oder Schablone. Eine Kata ist ein stilisierter und choreographierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, der einem festgelegten Muster im Raum, Embusen genannt, folgt. Verschiedene Stilrichtungen üben im allgemeinen verschiedene Kata, jedoch gibt es auch viele Überschneidungen, Varianten und unterschiedliche Namensgebung. Kata entwickelten sich wie bereits im Abschnitt Geschichte erwähnt zur komprimierten Weitergabe der Techniken einer Schule oder eines einzelnen Meisters ohne die Notwendigkeit schriftlicher Aufzeichnung.

Die vier Elemente der Kata

Bunkai

分解 (Analyse, Zerlegung) bezeichnet die Analyse der einzelnen fest vorgeschriebenen Bewegungen einer Kata, wie sie in der entsprechenden Schule gelehrt werden. Die dabei betrachtete Form der Kata bezeichnet man als das Genki (原拠) oder Basis-Modell. Dieses bezeichnet die Urform bzw. den Ursprung der Kata.

Ōyō

応用 (Anwendung) verlässt das Genki Modell indem dem Übenden individuelle Modifizierungen innerhalb der vorgeschriebenen Katabewegungen erlaubt werden. Manche Bunkai Techniken berücksichtigen z.B. nicht den Größenunterschied zwischen Tori und Uke. Einer der beiden Partner modifiziert die Technik auf eine andere Schlag- oder Trittstufe als die durch die Kata fest vorgegebene. Der Karateka modifiziert und optimiert die Kata auf seine Körpergröße und verlässt damit das Genki Modell.

Henka

変化 (Variation). Die Ausführung der Kata und ihr Ausdruck werden trotz absolut gleichen Bewegungsabläufen der Ausführenden niemals gleich aussehen. Die Akzentuierungen innerhalb der Bewegungsabläufe, die eingesetzte Kraft in den Einzeltechniken, die individuelle koordinative Befähigung, die Gesamtkonstitution und viele weitere Aspekte bewirken, dass eine Kata von zwei Karatekas vorgetragen niemals gleich sein kann. Henka beschreibt, wie der Ausführende die Kata präsentiert und auch wie er sie sieht.

Kakushi

隠し (versteckt). Jede Kata beinhaltet Omote (?, Oberfläche, den sichtbaren Teil) und Okuden (奥伝, die Esoterik oder den unsichtbaren Teil). Kakushi beschäftigt sich mit Techniken, die zwar immer im Genki Modell vorhanden sind, aber im Verborgenen schlummern, da sie nicht offensichtlich sind. Diese scherzhaft als „Supertechnik“ bezeichneten Inhalte eröffnen sich nur, wenn der Meister auf diese verweist. In traditionell ausgerichteten Dōjō werden diese Techniken nur den Uchi-deshi (??, Innerer Kreis) vermittelt. Kakushi wird traditionell ab dem 4. Dan vermittelt, da dieser auch als Dan des technischen Experten bezeichnet wird.

 

Andere Trainingsformen

Tanren- Makiwaratraining

Ein Makiwara ist ein im Boden oder an der Wand fest verankertes Brett, aus elastischem Holz, z.B. Esche oder Hickory, mit Stoff, Leder o.ä. umwickelt, auf das man schlägt und tritt. Die Elastizität des Holzes verhindert einen harten Rückstoß in die Gelenke. Die Verletzungsgefahr (Hautabschürfungen und Gelenkversetzungen) ist am Anfang recht hoch. Dieses Training fördert den Knochenaufbau der Unterarme. Die Armknochen bestehen aus fast hohlen Knochen, die durch diese Trainingsform gestärkt werden. Durch die Belastung des zurückfedernden Makiwara, bei einem Schlag oder Tritt, werden diese Stellen vom Körper „verdickt“, es lagert sich also mehr Calcium in dem Knochen an. Dieser wird dadurch härter.

Andere Tanren Übungen, Geräte siehe: Tanren in Okinawa Karate

Kimetraining

Um das Kime zu trainieren wird zunächst die Muskulatur geschwächt. Mit dieser Schwächung wird der Körper gezwungen, die Technik so effizient wie möglich auszuführen. Beispiele für ein Kimetraining und die vorangehende Schwächung wären:

·         Handstandliegestütze an der Wand – Tsuki-Training

·         Hockstrecksprünge – Mae-Geri-Training

·         Tsuki-Training mit Kerzen - Richtiges Kime in der Technik, führt zum Erlöschen der Kerze

·         Makiwaratraining - Bei richtiger Körperspannung(Kime) gibt der Makiwara wenig bis keinen Rückstoß.

·         Kata-Training

 

Wettkampf/Turniere

Im Zuge der modernen Entwicklung mancher Karate-Schulen von Kampfkunst hin zu Kampfsport werden in einigen Stilrichtungen Karate-Turniere (sowohl Kumite- als auch Kata-Turniere) praktiziert. Da beim Freikampf wegen der hohen Effektivität vieler Techniken bei "echtem" Kampf hohe Verletzungs- und sogar Todesgefahr droht, herrschen einerseits sehr strenge Regeln, die u.a. den Schutz der Teilnehmer gewährleisten sollen, und andererseits wird nur ein eingeschränktes Repertoire an Techniken im Wettkampf verwendet. Turnierkämpfe werden machmal mit "Pratzen" ausgeführt, was dem Körperschutz dienen soll.

Befürworter von Karate-Wettkämpfen betonen den sportlichen Charakter von Karate und führen die sportlich-praktische Anwendbarkeit an.

Kritiker der Karate-Wettkämpfe vertreten die Meinung, dass Wettkämpfe dem wahren Charakter und Geist des Karate-Do widersprechen, und dass durch die stark reduzierte Anzahl verwendeter Techniken das Karate verflacht und degeneriert.

Es handelt sich hierbei im Grunde genommen um verschiedene Sichtweisen oder Interpretationen: einerseits die traditionelle Sichtweise, die Karate als Kampfkunst sieht, deren letztendliches Ziel die Vervollkommnung der Persönlichkeit ist, und andererseits die sportliche Sichtweise, in der Karate als Kampfsport zu sehen ist, und in der die praktische Anwendung mit sportlichem Charakter erwünscht ist.

 

Olympische Spiele

Karate ist keine olympische Disziplin. Allerdings ist es in die Liste der vom IOC anerkannten Sportarten aufgenommen worden. Viele Verbände, u.a. der DKV, haben begonnen, alte Wettkampfformen und das Punktesystem zu verändern, um so den Karatewettkampf für die Olympischen Spiele vermeintlich „populärer“ zu machen. Viele der alten Meister waren allerdings von dem Wettkampfgedanken in Bezug auf Karate sehr wenig angetan; und so sind auch heute noch viele der Meinung, dass eine Aufnahme in den Olympischen Kanon eine weitere Versportlichung und den Verlust vieler althergebrachter Werte des Karatedō mit sich brächte. Daher wird die Aufnahme in die Reihe der olympischen Sportarten von sehr vielen Karateka äußerst skeptisch gesehen.

 

Film und Medien

Die Darstellung von Karate in amerikanischen Filmproduktionen niedriger Qualität hat dem Karate seit jeher ein schlechtes Image verpasst. Obwohl die positiven Helden durchweg Karate oder eine ähnliche Kampfkunst verwenden, um die Bösen zu besiegen, bleibt doch häufig ein schaler Nachgeschmack. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen in diesen B-Filmen, die oft Namen tragen wie Karate-Warrior/Tiger/Kid/Fighter, nur zu leicht. Der Gute und die Bösen unterscheiden sich nicht in ihren Methoden, sondern nur in ihren Motiven.

Ein häufig zu beobachtendes Schema ist:

Der Held verliert Eltern/Geschwister/alten Freund/Onkel oder ähnlich durch Mord oder Entführung an den oder die Bösen, was einen ausgiebigen Rache-Feldzug rechtfertigen soll. Der Held ist entweder ein alter Hase im Kampfgeschäft oder ein junger Naseweis, der von einem weisen alten Meister unterrichtet wird, bis er die Bösen besiegen kann.

Trotz der gelegentlich angerissenen moralischen Lehren, bleibt die Charakterschule des Karate im Hintergrund. Karate wird in den Händen des disziplinierten Helden zum bloßen Werkzeug, das kämpferische Überlegenheit garantiert.

Ein Protagonist aber, dessen wesentliche Eigenschaft sich daran bemisst, wieviele Bretter/Ziegelsteine/Eisblöcke er zerschlagen kann, ist kaum ein geeignetes Vorbild für die Sache, die sich Karate eigentlich auf die Fahnen geschrieben hat. Es ist fraglich, ob die von diesen Filmen angesprochene Zielgruppe genau die charakterlichen Eigenschaften mitbringt, die im Karate erwünscht sind: Disziplin, Höflichkeit, Charakterstärke, Willensstärke.

Das Bild, welches viele nicht mit den japanischen Kampfkünsten Vertraute vom Karate haben, wird von diesen Filmen geprägt, ist also ein Vorurteil. Auf der anderen Seite ist nachvollziehbar, dass ein Karateka, dem es aufgrund höherer Einsicht und Fähigkeit gelingt, Konflikte schon im Vorfeld zu entschärfen, für Action-Filme kein geeignetes Motiv darstellt.

Bekannte Schauspieler, die Karate betreiben oder betrieben haben, sind Elvis Presley, Sean Connery, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme und Chuck Norris.

Siehe auch: Martial-Arts-Film

 

Siehe auch

·         Portal:Budō

·         Karate-Ausdrücke

·         Tangsudo

·         Nanbudo

 

Literatur

·         Ralf Pfeifer: Mechanik und Struktur der Kampfsportarten. Handbuch für Trainer in Kampfsport und Kampfkunst. Dissertation an der Deutschen Sporthochschule Köln. Sport & Buch Strauß, Köln 2004. ISBN 3-89001-243-4

·         Efthimios Karamitsos, Bogdan Pejcic: Karate Grundlagen. Falken, Niedernhausen Ts 2000. ISBN 3-8068-1863-0

·         Heiko Bittmann: Karatedô – Meister der vier großen Schulrichtungen und ihre Lehre. Biographien – Lehrschriften – Rezeption. Heiko Bittmann, Ludwigsburg 1999. ISBN 3-000-04098-6

·         Roland Habersetzer: Karate für Meister. Mit Körper und Geist. Sportverlag, Berlin 1994. ISBN 3-328-00626-5

 

Weblinks

Commons: Karate – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

 

Wiktionary: Karate – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

 

 

 

 

 

Wikibooks: Karate – Lern- und Lehrmaterialien

·         Bekannte Meister

·         Kleines Karate-Lexikon

·         Deutscher JKA Karate Bund – Fachverband für traditionelles Karate

·         Deutscher Karate Verband e. V.

·         Österreichischer Karatebund

Schweizerischer Karate Verband


Geschichte

 

Was ist  Karate-Do

 

Was ist Karate-Do? Eine Frage, die immer öfter gestellt, meist aber gar nicht richtig oder nur unvollkommen beantwortet wird. Karate-Do ist sicherlich nicht die Kunst Bretter, Steine oder andere Gegenstände mit Händen, Füßen, dem Kopf oder sonst einem Körperteil zu zerschlagen. Weiterhin dient es nicht dazu, andere Menschen (ohne den Grund der Selbstverteidigung) zu verletzen oder zu töten. Es mag zwar sein, das ein geübter Karateka oder ein anderer Kampfkunstexperte in der Lage ist, diese "Taten" leichter zu vollbringen als eine ungeübte Person, dennoch stellen diese weder den Sinn des Karate-Do dar, noch sind sie ein Ziel, das es zu erreichen gilt.

Karate-Do ist eine Kunst. Eine Körper- und Kampfkunst und eine Methode der Selbstverteidigung. Sie ist auch ein Weg zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit und zur Festigung des Charakters, der schließlich zu einem inneren Wachstum führt. Karate-Do ist somit nicht nur eine Disziplin der Körperbeherrschung, sondern auch eine Schule der Geistesbildung, die einen das ganze Leben lang begleiten sollte. Meister Gichin Funakoshi schrieb hierzu:

"So wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateschüler sein inneres leer machen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln."

©1999 von Christian Sroka

 

Die Ursprünge des Karate-Do

 


Okinawa

In dem südlich von Japan gelegenen Land, dem früheren Königreich der Ryukyu-Inseln - der heutigen Präfektur Okinawa - stand einst die Wiege des Karate. Niemand weiß, wann auf den Ryukyu das Karate zum ersten mal in Erscheinung trat. In der Vergangenheit wurde diese Kunst von Außenstehenden stets streng geheim gehalten; daher sind uns von ihr keine schriftlichen Nachrichten überliefert. Zweimal in der Geschichte der Ryukyu-Inseln wurden Waffen durch einen Regierungserlass verboten; das erste mal vor über fünfhundert Jahren und ein zweites mal zweihundert Jahre später. Diese Verbote übten natürlich einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Karate aus.[...]

Die meisten Historiker stimmen darin überein, dass die einzigartige okinawanische Form des waffenlosen Kampfes, das Karate, seine Entstehung diesem zweiten Verbot verdankt, denn es zwang die Einwohner Ryukyus dazu, ein Mittel zur waffenlosen Selbstverteidigung zu finden. Wahrscheinlich sind einige der waffenlosen Kampftechniken schon vor dem Einfall der Satsuma (1609) ausgeübt worden, so dass dieses neue Verbot nur die Fortentwicklung bereits existierender Methoden beschleunigte. [...]

Natürlich könnten auch einige Kenpo-Stile in ihrer ursprünglichen Form überliefert worden sein. Jedenfalls ist es denkbar, dass die beiden Vorläufer des Karate-Do, das Okinawa-te und das To-de, in etwa dieser Weise entstanden sind, wobei sich das Erstgenannte auf die chinesische Kenpo-Tradition, das Letztere dagegen auf einheimische Kampftechniken zu beziehen scheint. Die Geschichte der Kampfkünste in China kann mehr als sechstausend Jahre zurückverfolgt werden. [...]

In dieser kriegerischen Zeit wurden aus der Notwendigkeit heraus, den Feind auf dem Schlachtfeld zu bezwingen, ständig neue Kampfmethoden und Techniken erfunden. Diese alten Kampftechniken wurden erstmals durch die Bemühungen dreier Männer, Ta Shang Lao-ch'un, Ta-yi Chen-jen und Yuan-t'ien, systematisiert. Sie schufen, was man die "Drei Primitiven Schulen der Kampftechniken" nennen könnte. Ihre Systeme wurden über Generationen von Schülern hinweg weitergegeben. Es wurden Verbesserungen vorgenommen, die schließlich zu den hochverfeinerten Techniken unserer Tage führte. [...]

Quelle: Auszug aus Karate-Do Nyumon

 

Entwicklung des Shotokan Karate-Do

 

Funakoshi Gichin, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute als Begründer des Shotokan-Karate angesehen. Sein Stil basiert auf Matsumuras Shorin Ryu. Shoto war Funakoshis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen - seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tokyo eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shotokan genannt. Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen. Funakoshi's Zielsetzung war:

Schulung von Geist, Charakter und innerer Einstellung. "Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen."

"Man kann sehr sehr lange trainieren, aber wenn man immer nur Hände und Füße bewegt und wie eine Marionette umherspringt, dann ist Karate nicht anders als Tanzen lernen. Man wird die Hauptsache verfehlen. Es wird so nicht gelingen, die Quintessenz des Karate-Do zu begreifen." - Funakoshi Gichin, J. Hyams (1979, 87)

Wichtig war ihm außerdem auch der Selbstverteidigungsaspekt des Karate. Von Funakoshi stammt die im heutigen Wettkampfkarate kaum mehr beachtete Maxime: "Im Karate gibt es keine erste Hand." (D.h. ein Karateka soll niemals, auch nicht präventiv, zuerst angreifen.)

Funakoshis dritter Sohn Yoshitaka Giko entwickelte 1938-1945 als Hauptlehrer im Shotokan-Dojo tiefere und längere Stellungen und ab 1943 Gohon-Kumite, Sanbon-Kumite und Ippon-Kumite. Insgesamt ein dynamischerer und kämpferischerer Stil. Außerdem den Mawashi-Geri, Yoko-Geri-Kekomi, Yoko-geri-Keage, Ura-Mawashi-Geri und Fumi-Komi. Kase Taiji Sensei entwickelte zeitgleich als Schüler Yoshitakas den Ushiro-Geri und den Keiten-Geri.

Professor Nakayama Masatoshi (1913-1987), Schüler von Gichin Funakoshi, studierte 1937-1946 unter anderem in China Kampfkünste. Er gründete 1949 an der Takushoku-Dai Universität mit Nishiyama und Takagi die Japan Karate Association JKA (Nihon Karate Kyokai). Nakayama entwickelte das Jiyu-Kumite welches später die Grundlage für den Wettkampf im Shotokan-Karate darstellte. Die spezielle Form des Kumite ermöglichte eine realistischere Kampfsimulation und eine gute Grundlage für die strategische Analyse, die auch zur Verbesserung der Selbsteinschätzung führte. Die korrekte Ausführung der Techniken wurde durch die Schiedsrichter kontrolliert. Nach dem Krieg war Nakayama Direktor der sportwissenschaftlichen Fakultät der Takushoku-Universität in Tokyo. So kam es erstmals zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Karate. Standardwerke wie das reich bebilderte "Dynamic Karate" und die mehrbändige Buchserie „Karate-Perfekt“ entstanden. Sportwissenschaftliche Zusammenarbeit mit Okazaki Teruyuki (* 1931) damals in der JKA, an der Universität von Long Island in New York. Entwicklung von Wettkampfregeln 1951 an der Waseda-Universität mit Oshima. Mitglieder der JKA waren u.a. Kase Taiji, Kanazawa Hirokazu, Enoeda Keinosuke, Tsuyama Katsunori, Shirai Hiroshi, Yahara Mikio, Kawasoe Masao, Tanaka Masahiko, Abe Keiko, Asai Tetsuhiko.

Nach dem Tode Funakoshis spalteten sich die Anhänger Funakoshis in zwei Gruppen. Eine ist die Japan Karate Kyokai, die andere die Shotokai von Egami. Egami Shigeru (1912-1981), mehr Mystiker, Schüler Funakoshis, lehnte Nakayamas Weg als zu sportlich ab und gründete 1958 das Shotokai Karate. Shotokai Karate veranstaltet keine Wettkämpfe. Die Katas sind mit den Shotokan-Katas weitgehend identisch. Nach der Abspaltung der JKA veränderte Egami sein Karatekonzept, das sich bisher an Yoshitaka Funakoshis Auffassung anlehnte, wobei er beeinflusst wurde vom Aikido, Tai Chi Chuan, und Qigong. Heute zeigt sich das Shotokai mit extrem tiefen Stellungen, die zur Selbstverteidigung ungeeignet erscheinen. Hier unterscheidet sich die Shotokai stark vom dynamischen Karate der JKA unter Nakayama, die heute versucht zu ihren Wurzeln zurückzukehren.

Kanazawa Hirokazu (* 1931), gründete 1974 mit den Meistern Asano Shiro, Miura Masuru, Nagai Akio, Kawasoe Masao und Koga Rikuta die Shotokan Karate International SKI.

Professor Kase Taiji (*1929-2004)), gründete 1989 mit Meister Shirai Hiroshi die WKSA in Mailand, die 1999 in die Shotokan-Ryu-Kase Ha Instructor Academy überging. Nach Nakayamas Tod konnte er sich mit der immer weiter um sich greifenden Versportlichung des Karate-Do innerhalb der JKA nicht mehr identifizieren. Am 24.November 2004 starb Shihan Kase.

Quelle: wikipedia.de

 

Entwicklung des Wortes Karate-Do

 

Kara - Leer

Te - Hand

Do - Weg

In den Anfängen gab es mehrere Bezeichnungen für die heute so bekannte Kampfkunst Karate-Do. Diese waren Okinawa-Te, Tode oder auch einfach nur Te. Mit der Zeit erfolgte schließlich eine Wandlung des Wortes Tode in Karate-Do. Diese Bezeichnung entstand wohl im Jahre 1929 und soll damals von Meister Gichin Funakoshi eingeführt worden sein.

Mitentscheidend für die Wandlung war die Aussprache. Die Silbe To im Wort Tode kann auch als Kara ausgesprochen werden und De hat die gleiche Bedeutung wie Te. Aus Tode entstand das Wort Karate. Anfangs hatte das Schriftzeichen Kara die Bedeutung China, wurde jedoch aus mehreren Gründen in Leer geändert. Zum einen war es der philosophisch-moralische Sinngehalt der Silbe Leer, zum anderen sollten die Assoziationen zu China vermieden werden, wegen des japanischen Nationalismus jener Zeit. Und nicht zuletzt sollte der Aspekt der Waffenlosigkeit hervorgehoben werden.

Quelle: Shotokan no Hyakkajiten


Shotokan

 

Shōtōkan

Der Begriff Shōtōkan [ʃoːtoːkan] (jap. 松濤館 shōtōkan) bezeichnet eine Stilrichtung im Karate-Dō.

 

Merkmale des Stils

Der Shōtōkan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karate-Dō. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer und damit fester Stand, der hohe Stabilität und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Ein weiteres Merkmal des Shotokan-Stils ist, dass jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung um die Längsachse von Arm und Hand durchgeführt wird. Jede Shotokan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden. Wendungen der Stände (jap. Mawate) werden im Gegensatz zum z.B. Goju-Ryu oder Shito-Ryu vom hinterem Fuß initiiert. Shotokan-Techniken zielen, im Gegensatz zu oben genannten Stilen, auf die vertikale Körpermitte des Gegners, also die Linie vom Kinn über Solarplexus bis zu den Genitalien.

 

Geschichte

Funakoshi Gichin, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute als Begründer des Shōtōkan-Karate angesehen. Sein Stil basiert auf Matsumuras Shorin Ryū. Shōtō war Funakoshis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen – seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tōkyō eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shōtōkan („Haus des Shōtō“) genannt. Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen. Funakoshis Zielsetzung war:

·         Schulung von Geist, Charakter und innerer Einstellung. „Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen.“

·         „Man kann sehr sehr lange trainieren, aber wenn man immer nur Hände und Füße bewegt und wie eine Marionette umherspringt, dann ist Karate nicht anders als Tanzen lernen. Man wird die Hauptsache verfehlen. Es wird so nicht gelingen, die Quintessenz des Karate-do zu begreifen.“ – Funakoshi Gichin, J. Hyams (1979, 87)

·         Wichtig war ihm außerdem auch der Selbstverteidigungsaspekt des Karate. Von Funakoshi stammt die im heutigen Wettkampfkarate kaum mehr beachtete Maxime: „Im Karate gibt es keine erste Hand.“ (D.h. ein Karateka soll niemals, auch nicht präventiv, zuerst angreifen.)

Funakoshis dritter Sohn Yoshitaka Giko entwickelte 19381945 als Hauptlehrer im Shōtōkan-Dōjō tiefere und längere Stellungen und ab 1943 Gohon-Kumite, Sanbon-Kumite und Ippon-Kumite. Insgesamt ein dynamischerer und kämpferischerer Stil. Außerdem den Mawashi-Geri, Yoko-Geri-Kekomi, Yoko-geri-Keage, Ura-Mawashi-Geri und Fumi-Komi. Kase Taiji Sensei entwickelte zeitgleich als Schüler Yoshitakas den Ushiro-Geri und den Kaiten-Geri. Kaiten (jap.:回天, "Rückkehr in den Himmel")

Professor Nakayama Masatoshi (19131987), Schüler von Gichin Funakoshi, studierte 19371946 unter anderem in China Kampfkünste. Er gründete 1949 an der Takushoku-Dai Universität mit Nishiyama und Takagi die Japan Karate Association JKA (日本空手協会, Nihon Karate Kyōkai). Nakayama entwickelte das Jiyu-Kumite, welches später die Grundlage für den Wettkampf im Shōtōkan-Karate darstellte. Die spezielle Form des Kumite ermöglichte eine realistischere Kampfsimulation und eine gute Grundlage für die strategische Analyse, die auch zur Verbesserung der Selbsteinschätzung führte. Die korrekte Ausführung der Techniken wurde durch die Schiedsrichter kontrolliert. Nach dem Krieg war Nakayama Direktor der sportwissenschaftlichen Fakultät der Takushoku-Universität in Tokyo. So kam es erstmals zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Karate. Standardwerke wie das reich bebilderte „Dynamic Karate“ und die mehrbändige Buchserie „Karate-Perfekt“ entstanden. Ausserdem fand eine sportwissenschaftliche Zusammenarbeit mit Okazaki Teruyuki (* 1931) damals in der JKA, an der Universität von Long Island in New York statt. Wettkampfregeln wurden schließlich im Jahr 1951 an der Waseda-Universität mit Oshima entwickelt.

Mitglieder der JKA waren u.a. Kase Taiji, Kanazawa Hirokazu, Enoeda Keinosuke, Tsuyama Katsunori, Shirai Hiroshi, Yahara Mikio, Kawasoe Masao, Tanaka Masahiko, Abe Keiko, Asai Tetsuhiko. Nach dem Tode Funakoshis spalteten sich dessen Anhänger in zwei Gruppen. Eine ist die Japan Karate Kyokai, die andere die Shotokai von Egami Shigeru (19121981). Egami, ein Schüler Funakoshis und mehr Mystiker, lehnte Nakayamas Weg als zu sportlich ab und gründete 1958 das Shotokai Karate. Shotokai Karate veranstaltet keine Wettkämpfe. Die Katas sind mit den Shōtōkan-Katas weitgehend identisch. Nach der Abspaltung der JKA veränderte Egami sein Karatekonzept, das sich bisher an Yoshitaka Funakoshis Auffassung anlehnte, wobei er vom Aikido, Tai Chi Chuan und Qigong beeinflusst wurde. Hier unterscheidet sich das Shotokai vom Karate der JKA unter Nakayama, die heute versucht zu ihren Wurzeln zurückzukehren.

Kanazawa Hirokazu (* 1931), gründete 1974 mit den Meistern Asano Shiro, Miura Masuru, Nagai Akio, Kawasoe Masao und Koga Rikuta die Shōtōkan Karate International SKI.

Professor Kase Taiji (*19292004)) gründete 1989 mit Meister Shirai Hiroshi die WKSA in Mailand, die 1999 in die Shotokan-Ryu-Kase Ha Instructor Academy überging. Nach Nakayamas Tod konnte er sich mit der immer weiter um sich greifenden Versportlichung des Karate-Dō innerhalb der JKA nicht mehr identifizieren. Am 24. November 2004 starb Shihan Kase.

Das Shōtōkan Karate ist in verschiedenen Weltverbänden organisiert:

·         Japan Karate Association /JKA World Federation

·         ITKF Traditionelles Karate (Nishiyama)

·         WKF Sportkarate Weltverband

·         SKI (Kanazawa)

·         JKS (Asai)

In Deutschland sind die Shōtōkan-Karatekas in verschiedenen Verbänden organisiert:

·         Deutscher Karate Verband e.V. (DKV)

·         Deutscher Shotokan-Karate Bund e.V. (DSKB)

·         Shotokan Karate Verband Deutschland e.V. (SKVD)

·         Deutscher JKA-Karate Bund (DJKB)

·         Shotokan Karate International Deutschland (SKID)

·         Shotokan Ryu in Deutschland e.V. (SRD)

·         IMAF Branch Europe (Internationale Kampfkunstföderation, Abteilung Europa)

·         Deutscher Traditioneller Karate Verband (DTKV)

·         European Shotokan Karate Do (ESKD)

Kata

Im Shotokan werden folgende Kata trainiert:

Taikyoku Shodan (大極初段)

Bassai Dai (抜塞大)

Jion (慈恩)

Heian Shodan (平安初段)

Bassai Sho (抜塞小)

Jiin (慈蔭)

Heian Nidan (平安二段)

Kanku Dai (観空大)

Jitte (十手)

Heian Sandan (平安三段)

Kanku Sho (観空小)

Empi (燕飛)

Heian Yondan (平安四段)

Gojushiho Dai (五十四歩大)

Gankaku (岩鶴)

Heian Godan (平安五段)

Gojushiho Sho (五十四歩小)

Hangetsu (半月)

Tekki Shodan (鉄騎初段)

Nijushiho (二十四歩)

Unsū (雲手)

Tekki Nidan (鉄騎二段)

Chinte (珍手)

Wankan (王冠)

Tekki Sandan (鉄騎三段)

Sochin (壮鎮)

Meikyo (明鏡)

Ten no Kata

 

 

 

Weblinks

·         Sensei Gichin Funakoshi Videos

·         FSKA - Funakoshi Shotokan Karate Association

·         Shotokan Karate

·         Shotokan Karate-Do

·         IMAF Deutschland

·         Deutscher Shotokon-Karate Bund e.V.

·         Shotokan Karate Do (SKI) - Landesverband Salzburg

·         Karate-Do Graz

·         Karateverband Steiermark

 

Literatur

·         Gichin Funakoshi: Karate-Do. Mein Weg, Kristkeitz Verlag 1993, ISBN 3-92150-894-0

·         C.W. Nicol: Moving Zen. Zen in der Bewegung, Schlatt Books 2002, ISBN 3-93774-511-4

·         Joachim Grupp: Shotokan Karate Kata, Verlag Meyer & Meyer 2002, ISBN 3-89124-845-8

 

Shotokai

 

Shotokai

Shotokai-Karate

Entwicklung in Japan

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Karate durch Gishin Funakoshi, einem Schüler von Itosu, in Japan bekannt gemacht.1935 konnte das erste Karate Dojo in Japan gegründet werden: das Shoto-Kan, das Haus des Shoto.

Shoto, was soviel wie "KiefernWellen" bedeutet, war der Name, mit dem Funakoshi seine chinesischen Gedichte unterzeichnete: "Wenn ich Zeit hatte, ging ich den Hängen des Berges Torao entlang...wenn es ein bisschen Wind hatte, konnte man das Rauschen der Föhrennadeln hören und das tiefe, undurchdringbare Geheimnis, das in den Wurzeln allen Lebens liegt, fühlen." Auch der von Funakoshi unterrichtete Karate-Stil wurde fortan als Shotokan bezeichnet.

Gishin Funakoshi, geboren 1868, hatte sowohl die Systeme des Shorin Ryu als auch die des Shorei Ryu gemeistert. Daneben studierte er die chinesischen Klassiker, befasste sich mit Dichtung und Kalligrafie und unterrichtete an der Volksschule.

Zeit seines Lebens betonte Funakoshi die Nähe der Kampfkunst zum Zen-Buddhismus. So war er auch bereit, das Schriftzeichen für Karate, "China Hand", in Karate, "leere Hand", einem Begriff, der an den Begriff der Leere im Zen anknüpft, zu ändern... und kam damit dem japanischen Nationalismus entgegen. Auch in andern Belangen geriet das Karate-do Funakoshis, das er als Kampfkunst mit primär erzieherischen Zielsetzungen auffasste, unter den Druck nationalistisch-militärischer Kreise. Die Nihon Butoku-Kai, die maßgebliche staatliche Organisation, verlangte die Einführung eines Gradierungssystems und von Wettkämpfen und erklärte vier Karate-Stile zu Hauptstilrichtungen: Shotokan, Shito Ryu, Goju Ryu und Wado Ryu. Das Gürtelsystem akzeptierte Funakoshi, die Wettkämpfe nicht. Er erlaubte in seinen Trainings nicht einmal die heute auch im Shotokai-Karate üblichen Kumite, d.h. Übungsformen zu zweit.

 

Differenzierung in Shotokai Karate-do und Shotokan-Wettkampf-Karate

Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem auch das Shoto-Kan, auch Hombu oder Zentraldojo genannt, zerstört wurde, forderten auch einige der ältesten Schüler Funakoshis (Nakayama, Nishima und Obata) die Einführung von Wettkampftrainings und die bessere Vermarktung des Karate durch Wettkämpfe. Nakayama gründete 1949 die Japan Karate Association (JKA) um Karate als Wettkampfsport zu verbreiten. Funakoshi verweigerte ihm seine Unterstützung - trotzdem ernannte ihn die JKA zum "Ehrenausbilder". Eine "Ehre", die er allerdings nie annahm.

Karate-Do und Wettkampf waren für Funakoshi nicht zu vereinbaren. Zu seinem Nachfolger, seinem Uchi deshi, seinem "inneren" Schüler, der auch die inneren Werte der Kampfkunst gemeistert hat, ernannte Funakoshi Shigeru Egami. Dieser begründete die "Shotokai Ryu", die "Schule der Gruppe des Shoto ", so genannt in Anlehnung an die Nihon Karate-Do Shoto-Kai, eine Vereinigung, die sich 1935 zur Unterstützung Funakoshi Senseis und des Baus des Shoto-Kan gebildet hatte. Gichin Funakoshi starb 1957.

 

Entwicklung des Shotokai Karate

Shigeru Egami blieb mit dem Shotokai Karate dem Geist des am Zen orientierten Karate-do treu. "Wer den Weg des wahren Karate gehen will, muss nicht nur versuchen, neben seinem Gegner zu bestehen, er muss die Einheit mit ihm suchen. Töten steht nicht zur Frage, auch geht es nicht ums Gewinnen. Im Üben des Karate-do geht es darum, eins mit dem Partner zu werden und zusammen fortzuschreiten." In diesem Sinn entwickelte und erneuerte er auch die Techniken. Sein Ziel wurde es, mit größtmöglicher Leichtigkeit und Lockerheit ein Höchstmaß an Kraft, Energie und Präsenz zu entwickeln... um den Weg frei zu machen für Harmonie und Einheit in der gemeinsamen Bewegung.

Nach dem Tode von Funakoshi Sensei im Jahre 1957 übernahm Egami die Funktionen des Haupttrainers im Hombu Dojo, dem Zentraldojo, in Japan und die Leitung des Nihon Karate-Do Shotokai. Er präsidierte die Organisation bis zu seinem Tode im Jahre 1981. Sein Nachfolger und heutige Vorsteher des Nihon Karate-do Shotokai ist Genshin Hironishi. Sein Nachfolger, der jetztige Präsident, ist Jotaro Takagi, ein ehemaliger CEO des Mitsubishi-Konzerns.

 

Weltweite Verbreitung des Shotokai Karate

In den fünfziger Jahren setzte die Verbreitung des Karate durch die Schüler Funakoshis außerhalb Japans ein, durch die meisten unter dem Namen "Shotokan" und in mehr oder weniger enger Verbindung zur JKA.

1957 kam Tetsuij Murakami auf Anfrage von Henri Plée, dem französischen "Karatepionier", nach Europa, wo er mit dem Aufbau von Trainingsgruppen in Frankreich, Italien, Portugal, Ex-Jugoslawien, Deutschland und der Schweiz begann. Murakami Sensei unterrichtete auch Elvis Presley während dessen Aufenthalt als US-Soldat in Deutschland.

Zu Anfang lehrte Murakami Shotokan Karate wie es auch Funakoshi zuerst unterrichtet hatte. 1968, während einer Reise nach Japan, hatte er die Gelegenheit, Egamis weiterentwickelte Übungsformen kennenzulernen. Murakami schloss in der Folge Shotokai-Pinzipien nach seinem Verständnis und Gutdünken in seine (Shotokan)Karate-Praxis ein. Murakami Sensei starb 1987 in Paris.

Mitsusuke Harada, der ebenfalls bei Egami trainierte hatte, brachte Shotokai Karate nach Brasilien, wohin ihn seine berufliche Tätigkeit führte. 1965 zog er nach England, wo er seither lehrt. Shotokai, wie es in der letzten entscheidenden Lebensphase von Meister Egami entwickelt wurde, ist von Meister Harada in Europa eingeführt worden. Harada erhielt die Einzelheiten dazu von der bereits bestehenden französischen Shotokai-Gruppe: Haradas französischer Schüler Sensei Bassis hatte die Instruktionen für die neue Form von Meister Egami erhalten.

 

Tetsuji Murakamis Ernennung

Murakamis Nomination von 1974 zum Verantwortlichen in Frankreich war eine Angelegenheit, die stark von politischem Denken und geopolitischer Strategie der Verantwortlichen des NKS (Nippon Karate-Do Shotokai) in Japan bestimmt war.

Harada wollte in Frankreich nicht mehr unterrichten, und es galt sicherzustellen, dass auch in Frankreich ein Japaner an die NKS-Zentrale rapportierte. Nach Verhandlungen wurde Murakami 1974 zum 5. Dan gradiert und erhielt Zugang zu all den in Frankreich bereits zuvor existierenden Shotokai-Gruppen der Harada-Linie, und dies obwohl er nie Shotokai- Unterricht erhalten hatte.

Den japanischen Reinheitsgeboten folgend galt es zu verhindern, dass ein Gajin (ein Nicht-Japaner, ein Fremder) diese Verantwortung übernahm.

 

Die nie festgelegte Nachfolge von Meister Murakami

Meister Murakami hat wie erwähnt zahlreiche Gruppen in mehreren Ländern Europas ins Leben gerufen. Als Murakamis Tod nahte, versuchten die engsten Schüler vom schwer krebskranken Murakami herauszufinden, wer sein Nachfolger werden solle. Murakamis Antwort auf diese Frage war: „Ich werde wieder genesen.“ Kurz vor seinem Tod erwirkte Murakamis Frau, dass der Meister zum Katholizismus bekehrt wurde.

Eines unter vielen Zeichen, dass der unter starke Schmerzmittel gesetzte Meister nicht mehr in der Lage war, Entscheide zu fällen und deren Konsequenzen zu erfassen. Es ist zu bezweifeln, dass ein Mann von derart wörtlicher Prinzipientreue kurz vor dem Tod sein ganzes Lebensfundament und seine kulturelle Identität preisgeben würde und verwirft, wofür er ein Leben lang gekämpft hat.

Tatsache ist und bleibt: es gibt in der „Murakami-Linie“ keinen designierten offiziellen Nachfolger.

Die in vielen Ländern existierenden Murakami-Gruppen existieren grösstenteils unabhängig voneinander und leider ohne einvernehmliche Zusammenarbeit untereinander. Bedauerlicherweise gehen die meisten Energien im seit Jahre dauernden Richtungsstreit darum, wer Recht hat und die richtigen Interpretationen der Murakami-Lehre kennt. Dies in einem Umfeld, wo sich viele dieser Adepten wie in einem Supermarkt verhalten haben: Sie bedienten sich nach eigenem Gutdünken mit den Details, die ihnen bedeutsam erschienen. Und zwar alle ein wenig andere. Den einen einziges Credo ist die tiefe Stellung, andere die lockere Ausführung der Technik - die Widersprüche sind vorprogrammiert, eine Einigung ist nicht Sicht.

 

Vielfalt von Shotokai-Gruppen

In Frankreich wurden mehrere Shotokai-Verbände gegründet, der größte ist AKSER (Association Internationale Karate-Do Shotokai Egamiryu), geleitet von William A. Schneider, der seit über 50 Jahren Karate-Do praktiziert. Schneider war Schüler und später Assistent von Harada Sensei und hat bei mehreren Japan-Aufenthalten direkt bei Egami Sensei trainiert und Danprüfungen abgelegt (Sensei = Lehrer, Meister). Schneider Sensei ist Träger des höchsten Dangrades im Shotokai-Karate-Do (5. Dan) und ist in der offiziellen und staatlich anerkannten französischen Karate-Federation 6. Dan. William Schneider ist auch Gründer und Präsident von AKSER International, der in 11 Ländern vertreten ist – darunter neben Oesterreich, der Schweiz, Serbien und Griechenland auch Japan und Kanada.

Ebenfalls in Frankreich unterrichtet nach dem Tod von Meister Murakami u.a.Patrick Herbert, der seit 1974 Murakami's Schüler und seit 1980 sein Assistent gewesen war. Patrick Herbert ist technischer Leiter der Vereinigung Karate-Do Shotokai Europe KDSE; er unterrichtet in Paris und an Stages in Frankreich und in der Schweiz.

Neben der Organisation von Harada, dem KDS, gibt es in England und Schottland drei weitere Shotokai Organisationen, die Shindo Shotokai Association, die Shotokai Foundation und das Shotokai College.

In Chile unterrichtet Ito's Schüler (Schüler von Harada) Humberto Heyden Shotokai Karate. Ein weiterer Schüler Egamis, der in Europa, in Italien und in Spanien, unterrichtet, ist Hiruma.

Weitere Shotokai Gruppen, die sich auf Meister Murakami berufen sind u.a.:

Shotokai Europe (Patrick Herbert, F) IKDS (Adam Prince, F) KISA (Giorgio Vecchiet, I) KISEIKAI (Yves Ayache, F) Mushinkai Europa (Luis de Carvalho, F) Murakami-Kai Schweiz (Silver Weber, CH) Scuola Shotokai Italia (Antonio Maltoni, I) Shotokai Portugal (Mario Rebola, P) Surya (José Patrao, P)

 

Aktuelle Lage

Es stellt sich die Frage wie das Murakami-Museum künftig verwaltet werden soll – mit all den fruchtlosen und divergierenden Interpretationsdebatten. Weit mehr interessiert aber, wer den Shotokai-Stil an seinen Ursprüngen studiert hat und ihn im Sinne Egamis pflegt und weiterentwickelt.

Denn dies sei hier angefügt: Meister Harada ist nach dem Tod von Meister Egami stilistisch mehr oder weniger zu den Formen von Meister Funakoshi zurückgekehrt.

Es gibt den bizarren Umstand, dass mehrere Vertreter, die das Erbe von Murakami (und des Shotokai!) exklusiv für sich in Anspruch nehmen, sich gleichzeitig selber gradiert haben.

Andere wie Patrick Herbert, Adam Prince oder Yves Ayache wurden erst kürzlich zum 5. Dan gradiert.

Gemäß den allgemein anerkannten Budoprinzipien muss es einen (höher gradierter und erfahreneren) Experten geben, der diese Gradierung beurteilt und gefördert hat.

Adolphe Schneider, 6.Dan verbrachte mehrfach lange Studien-Aufenthalte in Japan bei Meister Egami, und traf ihn jede Woche mit seinem Übersetzer und Japanisch-Lehrer oder Experten der kaiserlichen Gakkushuin-Universität. Den letzten Besuch von Schneider im Jahre 1974 versuchte Harada – vergeblich – zu unterbinden. Meister Egami befand, dass er selber darüber bestimme, wen er zu Schulungszwecken zu sich einlade.

Gemäß der Tradition wurde Adolphe Schneider von Egami im inneren Kreis verschiedener japanischer Meister und Experten zum vertiefenden Studium weiterempfohlen.

Dadurch erhielt er etwa die Möglichkeit, von Meister Usami, einem Instruktor von Egami, okinawische Katas zu erlernen, die weniger bekannt sind, weil sie in der Regel von den Lehrern nur einer beschränkten Anzahl Schülern weitergegeben werden. Die Kenntnis dieser Formen liefert den historischen Schlüssel zum Verständnis der Entwicklung der Katas im Shotokai Stil.

Während den Studienaufenthalten in Japan hat sich Adolphe Schneider mit weiteren Aspekten der Kampfkunst auseinandergesetzt. Es war und ist ihm ein Anliegen, dass Shotokai wohl eine technisch weiterentwickelte Form des Karate ist – aber es sollte sich stets als kampftaugliche Form und nicht als rein ästhetische Geste erweisen.

Es ist auch kein Zufall, dass Adolphe Schneider sein Handwerk bei Meistern des Hojo und Bojitsu erweitert und verfeinert hat, dass er in Japan und Frankreich Lehrer wie Omori Sogen oder Roshi Deshimaru traf.

 

Das Shotokai Kollektiv in Frankreich

Schneiders Engagement hat heute eine Fortsetzung: er initiierte und koordiniert das sogenannte Shotokai-Kollektiv, einen Kreis französischer Shotokai-Vertreter. Es war und ist ihm stets ein grosses Anliegen, gemeinsam an einer Einigung über die wichtigsten technischen Prinzipien des Shotokai zu arbeiten. Dies um das bedeutungsmässig ins Abseits geratende Shotokai vor der technischen Beliebigkeit zu bewahren, ihm im Umfeld des Karate ein besseres Ansehen zu verleihen und dem Stil im französischen Verband mehr Gewicht zu geben.

Die meisten französischen Shotokai-Exponenten verloren indes das Interesse an dieser Gruppe wieder, nachdem sie Dank Vermittlung von Adolphe Schneider beim französischen Verband ihre Prüfung ablegen konnten.

 

Übertragen heisst Übersetzen

Auch heute noch lockt die Exoten-Falle: alles was in der Kampfkunst aus Japan und China kommt ist in Mode, vieles wird völlig unhinterfragt übernommen. Adolph Schneider kann dank Japanisch-Kenntnissen und einer jahrelangen kritischen Analyse die Spreu vom Weizen trennen. Er hat 1998 ein Kompendium verfasst das das Shotokai-Karate vollumfänglich beschreibt – einschliesslich der 30 wichtigsten Katas. Keine andere Quelle im Westen führt die Shotokai Katas in dieser unterrichtsnahen Art aus. Dr. Günther Bitzer-Gavornik (AKSER Österreich) hat das Buch ins Deutsche übersetzt.

Neu erschienen von Adolphe Schneider ist ein Handbuch zu „Goshin-Karate - einer Anleitung zur Selbstverteidigung. Der französische Verband hat jüngst bei den Dan-Gradierungen einen Prüfungsteil über Selbstverteidigung eingebaut – eine Technik in der Adolphe Schneider seine Schüler seit Jahrzehnten unterrichtet.

Kurz vor dem Abschluss steht weiter ein Buch, das das zeitgemäße Bojitsu (Stockkampf) im Detail erklärt. Enthalten sind Geschichte des Bojitsu, Grundformen und Zweikampf so wie die wichtigsten Katas.

 

Weiterführende Links

·         KDSE Europe: europäischer Shotokai Karateverband

·         Scuola Shotokai Italia: italienischer Shotokai Karateverband

·         Nihon Karate-do Shotokai, japanischer Karateverband

·         Shotokai Enzyklopädie (englisch und spanisch)

·         Shotokai Karatê Budo Brasil - Treu im Anschluss an die Lehren des Masters Funakoshi & Egami

·         Shotokai Karatê Budo Brasil - Das Unterstützen von Shotokai in Brasilien

·         AKSER International

·         AKSER Österreich

·         AKSER Schweiz

 

Begriffe

 

Ausspracheregeln

 

ch

ähnlich tsch, wie in Klatschen

e

ähnlich ä, wie in besser

ei

ähnlich ee, wie in See

h

ein Laut, der zwischen h und ch liegt, wie in Fach

j

ähnlich dsch, wie in Job

r

Zungen-r, wie im Romanischen oder Slawischen

s

ähnlich ss, wie in Haß

sh

ähnlich sch, wie in Schwert

y

ähnlich j, wie in Jagt

z

ähnlich s, wie in Sand

weitere Regeln:

u wird in vielen Fällen kaum betont bzw. gar nicht ausgesprochen. (z.B. Shuto, gesprochen: "Schto")

 

ae, ei, ue werden getrennt gesprochen. (z.B. Mae-Geri, gesprochen: "Ma-e-Geri")

 

 

Das Zahlensystem

 

Ichi (Sho)

Eins

Ni

Zwei

San

Drei

Shi (Yon)

Vier

Go

Fünf

Roku

Sechs

Shichi (Nana)

Sieben

Hachi

Acht

Kyu (Ku)

Neun

Ju

Zehn

Ju-ichi

Elf

Ju-ni

Zwölf

Ni-ju

Zwanzig

San-Ju

Dreißig

Hyaku

Hundert

Sen

Tausend

Sen-kyuhyaku-kyuju-hachi

1998

 

 

Allgemeine Begriffe

 

Budo

die kriegerischen Fertigkeiten, der Weg des Kriegers, Oberbegriff für Kampfkünste

Dachi

Stand, Stellung

Dai

groß

Dan

Stufe, Grad, Meisterstufe, Schwarzgurt

Do

Weg, Richtschnur, Lehre, Unterweisung, Suche, Erfahrung, Entwicklung, Gesetz...

Dojo

Trainingsort, an dem die Kampfkünste gelehrt werden

Futanren

Unzulängliches Training

Gi

Karate-Bekleidung. Sie besteht aus einer Jacke(Uwagi), einer Hose(Zubon) und dem Gürtel(Obi)

Hanmi

abgedrehter Oberkörper und Hüfte

Hara

Bauch, energetisches Zentrum des Menschen, Schwerpunkt

Hiki-Te

Zurückziehen der Faust an die Hüfte

Hira

flach

Honbu Dojo

Zentraldojo

Jiyu

frei

Kagi, Kake

Haken

Kamae

Bereitschaftshaltung, Kampfstellung, vorbereitende Haltung

Kara

Hülle, Schale, Leer

Karate-Do

Der Weg der leeren Hand

Karateka

Karatebetreibende(r)

Keiko

Das Alte, die Vergangenheit überdenken. Bezeichnung für das Üben im Sinne des Budo bzw. der alten traditionellen Künste. Es umfaßt die drei wichtigsten Komponenten Ki, Shin und Waza. Das Ziel ist es, durch die Übung zu reifen.

Ki

vitale/innere Energie

Kiai

Kampfschrei

Kihaku

Kampfgeist, geistige Energie

Kikioji

Angst vor dem Ruf des Gegners

Kime

schockartiges Anspannen sämtlicher Muskeln am Ende einer Technik, physische und psychische Energiekonzentration

Kiri-Kaeshi

Fußwechsel auf der Stelle

Kohai

der Spätere, fortgeschrittene jüngere Schüler

Kokyu

Atmung, Atem

Komi

darin, dicht

Kote-Kitae

Abhärtung des Körpers

Kyoshi

Lehrer, Experteninstruktor der Budo-Schule

Kyu

Klasse, Rang, Schülergrad, Farbgurte

Kyudan

Gürtelrangsystem

Makiwara

gewickeltes Stroh, Schlagpolster

Mikuzure

Angst vor dem Aussehen des Gegners

Mondo

Gespräch zwischen Schüler und Meister

Mushin

nicht denken, unbewußt

Obi

Gürtel

Omote

fundamental, grundlegend, die obere, offensichtliche Seite der Kampfkunst

Okuden

Stufe der technischen Verfeinerung

Renshi

Meisterschaft des Selbst

Ryu

Stilrichtung

Sempai

der Vorgänger, fortgeschrittener älterer Schüler

Sensei

Lehrer, Meister

Seppuku

schneiden des Hara, Freitod durch Aufschneiden des eigenen Bauches

Shin

Geist, Herz

Shisei

Haltung (physisch und psychisch)

Shihan/Hanshi

Großmeister, geistige Meisterschaft des Budo

Shitei

Vorschrift

Shizentai

Grundstellung, Normalstellung, natürliche Haltung

Sho

klein

Shotokan

Karate-Stilrichtung; Haus, in dem die Künste des Shoto trainiert werden

Shu-Ha-Ri

Die drei Wegstufen vom Schüler zum Meister

Tachikata

Standform, Stellung, Grundstellung

Tameshiwari

Bruchtest

To

weit, entfernt

Tode

Technik aus China, alte Bezeichnung des Karate-Do

Tokui

Stärke

Uku

fließend

Wa

Innere Harmonie

Wu wei

Kunst des Nichteingreifens

Yomi

Vorausahnen

Zanshin

Wachsamkeit, Bereitschaft, Geistesgegenwart

 

 

Angriffsstufen & Richtungen

 

Age

aufwärts

Chu

Mitte

Chudan

mittlere Angriffsstufe (Hals bis Gürtel)

Ge

unten

Gedan

untere Angriffsstufe (Gürtel bis Fuß)

Happo, Kuruma

in alle Richtungen

Hidari

links

Jo

oben

Jodan

obere Angriffsstufe (Kopf & Hals)

Joseki

obere Seite

Mae

nach vorne

Mawashi

kreisförmig, im Halbkreis

Migi

rechts

Omote

darüber

Otoshi

abwärts

Shimoseki

untere Seite

Shita

darunter

Soto

äußere, außen

Tate

senkrecht

Uchi

innere, innen

Ura

Rückseite, entgegengesetzt, darunter

Ushiro

nach hinten

Yoko, Hen

zur Seite, seitlich

 

 

Kommandos

 

Hajime

Beginn, Anfang, Anfangen, Los

Kamaete

Körperhaltung einnehmen

Mawatte

Wendung

Mokuso

Meditation

Mokuso Yame

Meditation Ende

Naore

Rührt Euch! Gut

Oss

Ja, Okay, Verstanden, Grußwort zum Gegenüber, ...

Otagai ni Rei

Gruß zu den Mitübenden

Rei

Höflichkeit, Gruß

Ritsu

Aufstehen, Stehen

Ritsu Rei

Gruß im Stehen

Seiza

Kniesitz, Abknien in den Kniesitz

Sensei ni Rei

Gruß zum Meister

Shihan ni Rei

Gruß zum Großmeister

Shinpan ni Rei

Gruß zu den Schiedsrichtern

Shinza ni Rei

Gruß zu den Ahnen

Shomen

Front, Vorderseite

Shomen ni Rei

Gruß nach vorne

Yame

Halt, Stop, Ende

Yoi

Vorbereitung, Achtung

Za-Rei

Gruß im Kniesitz

 

 

Wettkampfausdrücke

 

Ai uchi

gleichzeitiger Angriff

Aka no kachi

Sieg für Rot

Aka

Rot

Ao

Blau

Atatta

getroffen, zu harter Kontakt

Atenai yo ni

Verwarnung für Kontakt

Ato Shibaraku

Danach noch eine Weile, 30 Sekunden bis Kampfzeitende

Chui

Achtung, Vorsicht, Verwarnung

Enchosen

Verlängerung des Kampfes

Fukushin

Seitenkampfrichter

Hansoku Chui

Verwarnung wegen Verstoß gegen die Regeln

Hansoku Make

Niederlage wegen Verstoß gegen die Regeln

Hikiwake

Unentschieden

Ippon

ein Punkt

Jogai Chui

Verwarnung wegen Außerhalb-der-Fläche

Kiken

Aufgabe

Make

Niederlage

Moto no ichi

Zurück zur Startposition

Mubobi

die eigene Sicherheit vernachlässigt

Nuketa

Technik vorbei

Shiai

Wettkampf

Shikkaku

Disqualifikation

Shinpan

Urteil, Schiedsrichter

Shiro no kachi

Sieg für Weiß

Shiro

Weiß

Shobu

Sieg oder Niederlage, Wettstreit

Shushin

Hauptkampfrichter

Tsuzukete

Macht weiter

Wazaari

halber Punkt

 

 

Begriffe aus dem Bereich ”Kata”

 

Kata - Form, formale Übung, Kampf gegen imaginäre Gegner

 

 

Bunkai

Analyse, Zerlegung, Kata in Anwendung mit dem Partner

Embusen

Schrittdiagramm der Kata

Henka

Variation

Kakushi

Versteckt

Oyo

Anwendung

Sentei-Kata

aus einer vorgegebenen Katagruppe auszuwählende Kata

Shitei-Kata

Pflichtkata

Tokui-Kata

Freie persönliche starke Kata, Kürkata

 

 

Begriffe aus dem Bereich ”Kihon”

 

Kihon - Grundlage, Grundschule, Grundtechniken

 

 

Ate-Waza

Rammtechniken

Awasete

beidarmig (Faustrücken in entgegengesetzte Richtungen)

Gyaku

gegenseitig, verkehrt, Gegenseite

Kaisho-Waza

Techniken mit offener Hand

Keri-Waza

Beintechniken

Morote

beidarmig (beide Faustrücken in eine Richtung)

Oi-Komi

hineintreiben, Technik mit ganzem Schritt

Okuri-Ashi

Gleitschritt, vorderer Fuß bewegt sich zuerst

Suri-Ashi

Gleitschritt (Oberbegriff)

Te-Waza

Handtechniken

Tobi-Waza

Sprungtechniken

Tsuki

Fauststoß

Tsuki-Waza

Fauststoßtechniken

Ude-Waza

Armtechniken

Uke-Waza

Blocktechniken

Waza

Technik

Yori-Ashi

Gleitschritt, hinterer Fuß bewegt sich zuerst

 

 

Begriffe aus dem Bereich ”Kumite”

 

Kumite - Partnerübung

 

 

Bogu-Kumite

Vollkontaktform, bei der die Kämpfer eine Schutzkleidung tragen

Deai

dem Angriff mit eigenem Angriff zuvorkommen

Gohon-Kumite

Fünfschrittkampf

Happo-Kumite

Kampfübung in alle Richtungen

Jiyu-Ippon-Kumite

freier Einschrittkampf

Jiyu-Kamae

Individuelle Freikampfhaltung

Jiyu-Kumite

Partnerübung bei der die freie Form des Kampfes ausgeübt wird

Kaeshi-Ippon-Kumite

erwidernder Einschrittkampf

Kata-Kumite

gleichbedeutend mit Bunkai, der Anwendung der Kata mit dem Partner

Kihon-Ippon-Kumite

grundschulmäßig ausgeführter Einschrittkampf

Kime-Waza

Kontertechnik als entscheidende Technik

Kogeki

Angriff, Angreifer

Maai

Korrekte Distanz der Technik zum Ziel

Okuri-Ippon-Kumite

Kampf mit direkt folgendem zweiten Angriff

Randori

spielerisches Üben des Freikampfes

Sabaki

den Körper geschickt drehen, ausweichen, bewegen

Sanbon-Kumite

Dreischrittkampf

Shiai-Kumite

Kumiteart, die im Turnier ausgeübt wird

Shobu-Kumite

Partnerübung, bei der es um Punkte geht

Suki

Ausnutzen einer Chance

Sun-Dome

Abstoppen der Technik kurz vor dem Ziel

Tai-Sabaki

Ausweichen und kontern

Tori

Angreifer

Uke

Abwehr, Verteidiger

 

Gürtelsystem

 

Im Karate Training werden verschiedenfarbige Gürtel getragen. Man unterscheidet dabei zwischen Meistern (schwarze Gürtel, Dan-Grade) und Schülern (farbige Gürtel, Kyu-Grade). Als Karate-"Meister" gilt, wer die Dan-Prüfung, d.h. die Prüfung zum Schwarzgurt, abgelegt und das Dan-Diplom erhalten hat. Bei den Schülergraden wird die Graduierung zusätzlich noch durch die verschiedenen Gürtelfarben ausgedrückt.

Es gibt insgesamt 10 Dan- und 9 Kyu-Grade:
 
 

9. Kyu

Weißgurt

Der Schnee liegt auf der Landschaft.
Der Lehrer sieht den Schüler nicht
Der Schüler sieht die Lehre nicht.

8. Kyu

Gelbgurt

Der Schnee schmilzt. Die harte, gefrorene Erde leuchtet gelb.
Der Lehrer sieht nicht, ob der Schüler fruchtbar ist.
Der Schüler sieht nicht, ob aus dieser Lehre für ihn Frucht wachsen wird.

7. Kyu

Orangegurt

Die fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne.
Der Lehrer sieht noch keine Frucht
Der Schüler keimt, kann aber noch nichts.

6. Kyu

Grüngurt

Ein Pflänzlein kommt?
Der Lehrer sieht, der Schüler versteht.
Der Schüler erkennt die Wirkung der Lehre.

5. Kyu

Violettgurt

Die Baumkrone reicht in den Himmel.
Der Lehrer sieht das Leben seines Samens.
Der Schüler sieht die Tiefe der Lehre.

4. Kyu

Violettgurt

 

3. Kyu

Braungurt

Der Baum hat feste Borke.
Der Lehrer sieht den Beginn selbständigen Lebens.
Der Schüler sieht, fest gewachsen, den ersten Gipfel in der Ferne.

 

2 .Kyu

Braungurt

 

1 .Kyu

Braungurt

 

1. Dan

Schwarzgurt

Das Wandeln der Stille.

 

      ...

         ...

 

10. Dan

Schwarzgurt

 


 

Das Recht, den jeweils nächsthöheren Gürtel zu tragen erwirbt man durch das Ablegen einer Prüfung vor einem lizensierten Prüfer, bzw. vor einer Prüfungskomission aus mehreren Prüfern.

 

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